Europas erster kommerzieller Robotaxi-Dienst startet in Zagreb

Jens Scharfenberg
Jens Scharfenberg · 3 Min. Lesezeit
verne
Bild: Verne

In der kroatischen Hauptstadt Zagreb ist mit Unterstützung von Verne, Uber Technologies, Inc. und dem autonomen Fahrtechnik-Spezialisten Pony.ai der erste kommerzielle Robotaxi-Dienst Europas an den Start gegangen. Nach jahrelangen Tests und regulatorischen Vorbereitungen können Fahrgäste dort nun autonome Taxi-Fahrten buchen und bezahlen – ein Meilenstein für die Mobilität der Zukunft auf dem Kontinent.

Highlights

  • Robotaxi-Service offiziell verfügbar für die Öffentlichkeit in Zagreb.
  • Einsatz autonomer Fahrzeuge mit Technologie von Pony.ai.
  • Buchung aktuell über die Verne-App möglich, bald auch über Uber.
  • Dienst zunächst mit Sicherheitsfahrern, vollständige Autonomie geplant.

Neues Zeitalter der städtischen Mobilität

Nach jahrelanger Entwicklung und intensiven Testfahrten ist Europas erster kommerziell verfügbarer Robotaxi-Dienst nun Realität wie die Automobilwoche berichtet. In Zagreb können Nutzerinnen und Nutzer autonome Fahrten durch die Stadt buchen und erleben, wie selbstfahrende Technologie im Alltag funktioniert. Die Robotaxis nutzen die siebte Generation des autonomen Fahrsystems von Pony.ai, das bereits in anderen internationalen Märkten im Einsatz ist und nun erstmals in Europa kommerziell verfügbar ist.

Die Fahrzeuge sind elektrisch betrieben und werden aktuell noch mit sogenannten Sicherheitsfahrern betrieben – also Personen, die im Fahrzeug anwesend sind, um bei Bedarf einzugreifen. Dieser Ansatz ist ein gängiger Übergangsschritt von Pilotprojekten hin zu vollständig autonomen Services, da er zusätzliche Sicherheit und regulatorische Flexibilität bietet. Langfristig planen die Betreiber, den Dienst vollständig ohne menschliche Fahrer durchzuführen, sobald entsprechende Genehmigungen vorliegen und die Technologie diese Zuverlässigkeit erreicht.

Die Buchung der Robotaxi-Fahrten erfolgt derzeit über die Verne-App. In den kommenden Wochen soll die Nutzung auch über die weit verbreitete Uber-App möglich sein, was die Reichweite des Dienstes deutlich erhöht und gleichzeitig den Einstieg von Uber ins autonome Fahren in Europa markiert. Die Zusammenarbeit zwischen Verne, Uber und Pony.ai kombiniert dabei Vernes lokale Flottenkompetenz, Ubers Plattform-Reichweite und Pony.ai’s autonomer Technologie zu einem Service, der in vielen europäischen Städten zum Standard werden könnte.

Blick nach vorne

Der Robotaxi-Dienst in Zagreb gilt als Testfall und Vorreiter für ein größeres Netzwerk in Europa. Die Partner planen, in den kommenden Jahren mehrere tausend autonome Fahrzeuge einzusetzen und den Service auf weitere Städte in der EU auszuweiten. Gespräche mit lokalen Behörden und potenziellen neuen Standorten laufen bereits, um das Angebot über Kroatien hinaus verfügbar zu machen.

Parallel zu diesem Projekt arbeiten andere Unternehmen ebenfalls an Robotaxi-Diensten in Europa, was den Kontinent in einen globalen Wettlauf um autonome Mobilität katapultiert. Bis zur vollständigen Autonomie und einem flächendeckenden Angebot dürften jedoch noch einige regulatorische Hürden und technische Herausforderungen überwunden werden.

Fazit

Mit dem Start des ersten kommerziellen Robotaxi-Dienstes in Zagreb setzt Europa einen wichtigen Meilenstein in der Mobilität der Zukunft. Die Kombination aus autonomer Technologie, digitaler Buchung und nachhaltiger E-Mobilität zeigt, wie städtische Verkehrsangebote in den nächsten Jahren aussehen könnten. Die Preise orientieren sich an bestehenden Taxi- und Ride-Hailing-Angeboten und die Verfügbarkeit wird zunächst in ausgewählten Stadtteilen getestet, bevor der Dienst ausgebaut wird.