Während PS5- und Xbox-Spieler GTA 6 bereits vorbestellen können, gibt es für die PC-Version weiterhin keinen Termin. Ein ehemaliger Rockstar-Produzent erklärt jetzt, warum selbst ein finanzstarkes Studio wie Rockstar Games seine Ressourcen gezielt einteilen muss – und Konsolenfassungen dabei stets zuerst kommen.
Konsolen zuerst, PC später
John Ricchio hat unter anderem an Red Dead Redemption, Max Payne 3 und GTA 5 mitgewirkt, bevor er Rockstar Games verlassen hat. In einem Interview mit Reece „Kiwi Talkz“ Reilly erklärt er die Plattformstrategie des Studios: Es sei stets sinnvoller, zunächst mit den Einschränkungen einer festen Konsolen-Hardware zu entwickeln und die Umsetzung danach zu erweitern, statt umgekehrt vorzugehen. Die klar definierten Spezifikationen von PS5 und Xbox erleichtern demnach die Optimierung, während PCs eine deutlich größere Bandbreite an Hardware unterstützen müssten.
Auch große Budgets sind nicht unbegrenzt
Laut Ricchio erlaubt der Konsolen-zuerst-Ansatz dem Studio, seine „stets begrenzten“ Ressourcen gezielt einzusetzen. Als Beispiel nennt er Red Dead Redemption, das erst 14 Jahre nach dem Konsolen-Debüt auf Steam erschien, obwohl eine PC-Fassung intern schon deutlich früher existierte.
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Die Verzögerung sei eine bewusste geschäftliche Entscheidung gewesen – ungeachtet der ohnehin großzügigen Budgets, über die Rockstar bereits zu GTA-5-Zeiten verfügte. Sein Fazit: Wird Geld für eine Sache ausgegeben, steht es an anderer Stelle nicht mehr zur Verfügung.
Wie passt das zu Take-Two-Aussagen über „unbegrenzte“ Ressourcen?
Diese Einschätzung wirkt angesichts früherer Aussagen von Take-Two-CEO Strauss Zelnick zunächst widersprüchlich. Er hatte Rockstars Fähigkeiten mit Verweis auf „unbegrenzte finanzielle, kreative und personelle Ressourcen“ beschrieben und gleichzeitig betont, Crunch-Belastungen reduzieren zu wollen. GTA 6 soll trotzdem eine größere offene Spielwelt und KI-gestützte NPCs bieten, deren technische Umsetzung selbst große Studios fordern dürfte.
Hoffnung für PC-Spieler
Immerhin macht Digital Foundry PC-Spielern Hoffnung: Aktuelle Screenshots von GTA 6 zeigen laut der Redaktion einen Detailgrad, der auf PS5 oder Xbox schlicht nicht erreichbar ist – ein Hinweis darauf, dass eine leistungsfähige PC-Version zumindest in Arbeit sein dürfte. Wer bis zum Release ohnehin über eine neue Konsole nachdenkt, sollte die bevorstehende Xbox-Preiserhöhung im Blick behalten.