Im High-End-Segment mobiler Chips galt Qualcomm lange als unangefochtener Maßstab, insbesondere bei Grafikleistung und Effizienz. Neue Benchmark-Ergebnisse deuten nun auf eine deutliche Verschiebung hin: Samsungs Exynos 2600 erreicht im Vulkan-Test von Geekbench nahezu identische Werte wie der Snapdragon 8 Elite Gen 5. Die Ergebnisse liefern nicht nur spannende Einblicke in die GPU-Leistung der nächsten Smartphone-Generation, sondern unterstreichen auch Samsungs Fortschritte bei Fertigungstechnologie, Thermik und Architekturdesign.
- Exynos 2600 erzielt 27.478 Punkte im Vulkan-Test von Geekbench
- Snapdragon 8 Elite Gen 5 erreicht 27.875 Punkte – minimaler Abstand
- Xclipse-960-GPU mit angepasster AMD-RDNA-4-Architektur
- Erster Samsung-Chip mit 2-nm-GAA-Fertigung und neuer Kühltechnik
Exynos 2600 im Vulkan-Vergleich: Gleichstand mit Snapdragon 8 Elite Gen 5
Der Exynos 2600 konnte im Vulkan-Benchmark von Geekbench 6 einen Score von 27.478 Punkten erreichen. Damit liegt er nur rund 1,4 Prozent hinter dem Snapdragon 8 Elite Gen 5, der auf 27.875 Punkte kommt. In der Praxis bedeutet dieser geringe Abstand eine nahezu identische Grafikleistung, insbesondere bei modernen 3D-Workloads und grafikintensiven Anwendungen. Für Samsung ist dieses Ergebnis ein wichtiger Meilenstein, da frühere Exynos-Generationen häufig hinter den Snapdragon-Pendants zurücklagen.
Auffällig ist nicht nur die absolute Leistung, sondern auch die Konsistenz der Ergebnisse. Aggregierte OpenCL-Benchmarks zeigen beim Exynos 2600 lediglich eine Abweichung von etwa 3,4 Prozent zwischen niedrigstem und höchstem Messwert. Im Vergleich dazu weist der Snapdragon 8 Elite Gen 5 bislang eine größere Streuung auf. Diese Stabilität deutet auf ein ausgereiftes Power- und Thermomanagement hin, das gerade bei längeren Gaming-Sessions oder anhaltender Last entscheidend ist.
Exynos 2600 matches the Snapdragon 8 Elite Gen 5 in Vulkan on Geekbench!
With synthetic scores looking nearly identical, the real battle begins now. All eyes are on upcoming 3DMark leaks and gaming benchmarks to see which chip truly leads in practice. https://t.co/IJ8vqKwZKO pic.twitter.com/sUirDVIrte
— Kaulenda (@BairroGrande) February 2, 2026
Zusätzliche Aufmerksamkeit erregte ein Vergleich, bei dem ein Galaxy S26+ mit Exynos 2600 im OpenCL-Test sogar das Galaxy Book4 Edge mit Snapdragon X Elite übertraf. Auch wenn Smartphone- und Notebook-Chips nur eingeschränkt vergleichbar sind, unterstreicht dieses Ergebnis die grafische Leistungsfähigkeit der neuen Exynos-Plattform.
2-nm-GAA-Fertigung, RDNA 4 und neue Thermiklösungen
Technologisch markiert der Exynos 2600 einen Wendepunkt für Samsung. Es handelt sich um den ersten SoC des Herstellers, der im 2-nm-Gate-All-Around-(GAA)-Prozess gefertigt wird. Bei dieser 3D-Transistorarchitektur umschließt das Gate den Kanal vollständig, der aus vertikal gestapelten Nanosheets besteht. Das Ergebnis ist eine bessere elektrische Kontrolle, geringere Leckströme und ein niedrigerer Spannungsbedarf – zentrale Faktoren für Effizienz und Leistungsdichte.
Für die Grafik kommt die neue Xclipse 960 GPU zum Einsatz, die erstmals auf einer speziell angepassten Version von AMD RDNA 4 basiert. Diese enge Kooperation mit AMD zahlt sich vor allem bei modernen Grafik-APIs wie Vulkan aus, da Features wie verbesserte Shader-Verarbeitung und effizientere Speicherzugriffe direkt davon profitieren. Gerade für mobile Games mit Konsolen-naher Grafik wird diese Architektur zunehmend relevant.
Zusätzlich setzt Samsung beim Packaging auf eine Kombination aus Fan-out Wafer Level Packaging (FOWLP) und der neuen Heat Pass Block (HPB)-Technologie. Dabei handelt es sich um einen kupferbasierten Kühlkörper, der direkt mit dem Chip verbunden ist. Laut Samsung reduziert diese Lösung den thermischen Widerstand um rund 16 Prozent, was eine stabilere Performance unter Dauerlast ermöglicht und Thermal Throttling entgegenwirkt.
Fazit
Die aktuellen Geekbench-Ergebnisse zeigen klar, dass der Exynos 2600 leistungsmäßig mit dem Snapdragon 8 Elite Gen 5 mithalten kann – zumindest im Vulkan-Grafiktest. Besonders die hohe Konsistenz, die moderne 2-nm-GAA-Fertigung und die RDNA-4-basierte GPU sprechen für einen deutlichen Reifegrad. Auch wenn finale Aussagen erst mit Seriengeräten möglich sind, deutet sich an, dass Samsung im kommenden Smartphone-Jahrgang nicht nur aufholt, sondern im GPU-Bereich erstmals wieder auf Augenhöhe mit Qualcomm agiert. Preise und Marktverfügbarkeit dürften mit der nächsten Galaxy-S-Generation erwartet werden.
