Fairphone hat mit dem Fairphone 6+ ein aufgewertetes Modell seines modularen Smartphones vorgestellt. Das niederländische Unternehmen spendiert dem Gerät mehr Arbeitsspeicher und einen schnelleren Chip, verlangt dafür aber auch 50 Euro mehr als für den Vorgänger. Wer auf Reparierbarkeit und faire Produktion Wert legt, bekommt hier trotzdem eines der wenigen Smartphones, die sich in wenigen Minuten selbst auseinanderschrauben lassen.
TL;DR: Das Wichtigste zum Fairphone 6+
- Snapdragon 7s Gen 4 statt Snapdragon 7s Gen 3, dazu 12 statt 8 GB RAM
- 6,31 Zoll LTPO-OLED mit 120 Hz, 50-Megapixel-Hauptkamera mit Bildstabilisierung
- Akku mit 4.415 mAh bleibt unverändert, lässt sich aber weiterhin ohne Kleber tauschen
- Preis: 649 Euro in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden, Marktstart 18. August 2026
- Erstmals offizieller Verkauf in den USA über den Fairphone-Shop und Amazon
Snapdragon 7s Gen 4 und 12 GB RAM: Das ändert sich unter der Haube
Kern des Updates ist der Wechsel auf den Snapdragon 7s Gen 4, der laut Fairphone im Alltag spürbar zulegt: Apps sollen bis zu 24 Prozent schneller starten, das Freihalten von Arbeitsspeicher soll rund 20 Prozent weniger Zeit kosten. Dazu wandert der RAM von 8 auf 12 GB LPDDR5, ein Plus von 50 Prozent, das vor allem beim Multitasking und beim Wechseln zwischen mehreren Apps auffallen dürfte.
Der interne Speicher bleibt bei 256 GB, lässt sich per microSD-Karte aber um bis zu 2 TB erweitern. Damit spielt das Fairphone 6+ technisch in der oberen Mittelklasse mit, ohne bei der Reparierbarkeit Abstriche zu machen.
Display, Kamera und Akku im Detail
Das 6,31 Zoll große LTPO-OLED-Display löst mit 1.116 x 2.484 Pixeln (432 ppi) auf und schaltet die Bildwiederholrate dynamisch zwischen 10 und 120 Hz. Geschützt wird es von Gorilla Glass 7i.
Bei der Kamera setzt Fairphone auf einen Sony-Lytia-700c-Sensor mit 50 Megapixeln, Blende f/1.88 und optischer Bildstabilisierung. Dazu kommen ein 13-Megapixel-Ultraweitwinkel (f/2.2), ein 32-Megapixel-Frontsensor sowie ein Time-of-Flight-Sensor für die Tiefenmessung.

Der Akku bleibt mit 4.415 mAh unverändert und lädt mit bis zu 30 Watt. Fairphone verspricht bis zu 53 Stunden Laufzeit. Wichtiger für die meisten Nutzer dürfte aber sein, dass sich die Zelle weiterhin ohne Kleber und ohne Spezialwerkzeug tauschen lässt. Kritischer sehen internationale Tester allerdings, dass Akkukapazität und IP55-Zertifizierung gegenüber anderen aktuellen Mittelklasse-Smartphones eher hinterherhinken.
Technische Daten im Überblick
| Ausstattung | Fairphone 6+ |
|---|---|
| Prozessor | Qualcomm Snapdragon 7s Gen 4 |
| Arbeitsspeicher | 12 GB LPDDR5 |
| Speicher | 256 GB, erweiterbar per microSD (bis 2 TB) |
| Display | 6,31″ LTPO-OLED, 1.116 x 2.484 Pixel, 10–120 Hz, Gorilla Glass 7i |
| Hauptkamera | 50 MP, f/1.88, OIS |
| Weitere Kameras | 13 MP Ultraweitwinkel, 32 MP Front, ToF-Sensor |
| Akku | 4.415 mAh, 30 W Laden, austauschbar |
| Betriebssystem | Android 16, 6 garantierte OS-Upgrades |
| Schutzklasse | IP55 |
| Gewicht | 191 Gramm |
| Farben | Cobalt Blue, Forest Green, Horizon Black |
| Preis | 649 Euro / 649 US-Dollar |
Reparierbarkeit und Nachhaltigkeit bleiben das Kernversprechen
Am modularen Grundkonzept ändert sich nichts: Zwölf Bauteile lassen sich laut Fairphone in unter fünf Minuten mit einem Schraubendreher austauschen, darunter USB-C-Anschluss, Display, Akku und Rückseite. Wer mag, kann die Rückseite außerdem gegen Varianten mit Trageschlaufe, Kartenfach oder Fingerschlaufe tauschen.
Bei den Materialien gibt Fairphone an, dass über 50 Prozent des Gewichts aus fair gehandelten oder recycelten Rohstoffen aus 14 verschiedenen Materialkategorien stammen. Mehr als 93 Prozent der verbauten Kunststoffe sind Post-Consumer-Recyclingmaterial. Den CO2-Fußabdruck der Produktion beziffert der Hersteller auf rund 30 Kilogramm pro Gerät, nach eigenen Angaben ein Rekordwert für das Unternehmen. Zudem soll das Fairphone 6+ vollständig E-Waste-neutral sein.
Zur Philosophie hinter dem Modell erklärt Fairphone: „Das ‚Plus‘ bedeutet nicht, dass wir Funktionen für ein längeres Datenblatt hinzufügen, es geht um gezielte Verbesserungen, die das Gerät länger leistungsfähig halten.“
Wer doch mal ein Ersatzteil braucht, zahlt dafür überschaubare Preise: Ein neues Display kostet 89,95 Euro, ein Akku 39,95 Euro, die Hauptkamera 69,95 Euro. Fairphone sichert außerdem fünf Jahre Garantie sowie Softwareupdates bis mindestens 2033 zu.
Preis und Verfügbarkeit
Das Fairphone 6+ startet am 18. August 2026 in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden zu einem Preis von 649 Euro. Das sind 50 Euro mehr, als für das reguläre Fairphone 6 bei dessen Marktstart fällig wurden. Käuflich ist es direkt im Fairphone-Shop.
Neu ist der parallele Verkaufsstart in den USA für 649 US-Dollar, wo das Smartphone erstmals offiziell über den Fairphone-eigenen Onlineshop sowie bei Amazon erhältlich ist und mit den Netzen von AT&T und T-Mobile kompatibel sein soll.
Fazit
Das Fairphone 6+ ist kein radikaler Neuanfang, sondern ein gezieltes Update: mehr RAM, ein flotterer Chip und ein offizieller US-Marktstart, bei ansonsten nahezu unverändertem Gehäuse und Akku. Für alle, die ohnehin auf modulare Bauweise und lange Update-Zusagen Wert legen, macht der Aufpreis von 50 Euro angesichts der Leistungssteigerung Sinn. Wer in erster Linie auf Kamera-Highend oder maximale Wasserdichtigkeit schaut, findet in der Mittelklasse günstigere Alternativen. Nur eben keine, die sich so leicht selbst reparieren lassen wie das Fairphone 6+.
Quellen: Fairphone (offiziell),