Feiyu Pocket 4: Günstige Gimbal-Kamera überrascht mit innovativem Design und besseren Features

Philipp Briel
Philipp Briel · 4 Min. Lesezeit
Feiyu Pocket 4

Mit der Feiyu Pocket 4 taucht eine neue, preiswerte Gimbal-Kamera auf, die sich als ernstzunehmende Alternative zu etablierten Modellen positionieren könnte. Erste Hands-on-Eindrücke zeigen deutliche Verbesserungen gegenüber dem Vorgänger – darunter ein größerer Sensor, ein überarbeitetes Design und neue Bedienkonzepte. Besonders interessant: Trotz moderner Features soll die Kamera zu einem vergleichsweise niedrigen Preis starten.

  • Größerer 1/1,55-Zoll-Sensor für bessere Bildqualität
  • Innovativer Slide-Mechanismus mit Schutz- und Abschaltfunktion
  • 4K-Video mit 60 fps und AI-Tracking integriert
  • Preislich voraussichtlich ab rund 300 Euro

Feiyu Pocket 4: Mehr Leistung und smarteres Design für mobile Creator

Die Feiyu Pocket 4 Gimbal-Kamera hebt sich vor allem durch ihr ungewöhnliches Bedienkonzept von der Konkurrenz ab. Das integrierte 2,64-Zoll-Display ist nahezu quadratisch gestaltet und erlaubt eine flexible Nutzung sowohl im Hoch- als auch im Querformat. Diese Ausrichtung ist klar auf moderne Content-Plattformen zugeschnitten, bei denen vertikale Videos zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Besonders interessant ist die neue Interaktionslogik: Durch Wischgesten lässt sich das Gerät ein- und ausschalten. Im ausgeschalteten Zustand dient das Display gleichzeitig als Schutz für den Gimbal-Mechanismus. Dieser Ansatz wirkt plausibel und durchdacht, da er ein zusätzliches Schutzcase überflüssig machen könnte und gleichzeitig die Mobilität erhöht.

Auch beim Gimbal selbst gibt es deutliche Fortschritte. Mit einer Rotationsfreiheit von bis zu 450 Grad auf der Pan-Achse erweitert FeiyuTech den kreativen Spielraum erheblich. Dadurch lassen sich komplexe Kamerabewegungen wie Orbit-Shots oder dynamische Schwenks einfacher realisieren. Im Vergleich zu vielen aktuellen Modellen, die meist bei etwa 300 Grad liegen, stellt dies einen echten Mehrwert dar.

Insgesamt zeigt sich, dass FeiyuTech nicht nur auf technische Verbesserungen setzt, sondern auch die Benutzererfahrung in den Mittelpunkt stellt. Gerade für mobile Creator, die schnell und intuitiv arbeiten möchten, könnte dieses Konzept besonders attraktiv sein.

Budget-Alternative mit Potenzial: Konkurrenz für DJI und Insta360?

Neben dem Design überzeugt die Feiyu Pocket 4 auch durch ihre technische Ausstattung. Ein neuer 50-Megapixel-Sensor mit DCG-HDR-Technologie sorgt für eine verbesserte Bildqualität mit höherem Dynamikumfang. Dadurch bleiben Details sowohl in hellen als auch in dunklen Bildbereichen besser erhalten – ein wichtiger Faktor für Aufnahmen bei schwierigen Lichtverhältnissen.

Das integrierte Ultraweitwinkel-Objektiv mit einem Sichtfeld von 110 Grad (entspricht etwa 15 mm) ermöglicht es, große Szenen problemlos einzufangen. Ergänzt wird dies durch einen digitalen 4-fach-Zoom, der laut Hersteller auch bei Vergrößerung eine solide Bildqualität liefern soll. Diese Kombination aus hoher Auflösung und flexiblem Sichtfeld wirkt für eine kompakte Gimbal-Kamera schlüssig und zeitgemäß.

Ein zentraler Bestandteil sind die KI-gestützten Funktionen. Features wie automatisches Tracking, Gestensteuerung und intelligente Verschönerung richten sich insbesondere an Solo-Creator. Damit lassen sich Aufnahmen ohne zusätzliche Hilfe erstellen, während das Motiv zuverlässig im Fokus bleibt. Solche Funktionen sind bereits aus anderen Geräten bekannt, werden hier jedoch konsequent in ein kompaktes System integriert.

Mit einem erwarteten Preis von etwa 300 Euro positioniert sich die Feiyu Pocket 4 klar im Budget-Segment, bleibt dabei aber technisch erstaunlich ambitioniert. Im Vergleich zu Premium-Modellen bietet sie zwar möglicherweise weniger Profi-Features, könnte aber für viele Anwender genau das richtige Gleichgewicht zwischen Preis und Leistung darstellen.

Ein integrierter 64-GB-Speicher sowie eine Akkulaufzeit von bis zu 150 Minuten unterstreichen den Fokus auf mobile Nutzung. Damit eignet sich die Kamera für längere Aufnahmesessions ohne zusätzliche Hardware. Das Sichtfeld von 110 Grad bietet zudem genügend Flexibilität für unterschiedliche Aufnahmesituationen – von Selfie-Vlogs bis hin zu Landschaftsaufnahmen.

Allerdings bleibt abzuwarten, wie sich die Kamera in der Praxis schlägt. Aspekte wie Low-Light-Performance oder Audiooptionen – etwa die Unterstützung externer Mikrofone – sind entscheidend für den tatsächlichen Mehrwert. Hier hatte bereits der Vorgänger Einschränkungen, weshalb die neue Generation in diesen Bereichen überzeugen muss.

Trotzdem deutet vieles darauf hin, dass FeiyuTech seine Produktlinie konsequent weiterentwickelt und sich stärker im Markt etablieren möchte. Die technischen Daten wirken plausibel und entsprechen aktuellen Trends im Bereich kompakter Gimbal-Kameras. Ob man damit die DJI Osmo Pocket 4 (unser Test) schlagen kann, bleibt abzuwarten. Der Hersteller hatte die Kamera Ende April offiziell enthüllt aber noch einige Details offengelassen.

Fazit

Die Feiyu Pocket 4 zeigt sich als spannende Weiterentwicklung im Bereich günstiger Gimbal-Kameras. Mit verbessertem Sensor, durchdachtem Design und modernen Features könnte sie eine attraktive Alternative zu teureren Modellen werden. Ein offizieller Release-Termin steht noch aus, der Preis soll jedoch bei rund 300 Euro liegen – ein vielversprechendes Gesamtpaket für preisbewusste Creator.