Final Cut Camera kann ab sofort die variable Blende des iPhone 18 Pro steuern. Mit Version 2.4 der App lässt sich die Blendenöffnung zwischen f/1.48 und f/4 frei regeln, dazu kommen neue Videoscopes, ein überarbeitetes Interface und Broadcast-Funktionen wie Clean SDI Out. Apple nennt das Update ein kostenloses Upgrade, das ab dem 29. September 2026 zur Verfügung steht.
Für Apple ist das ein Novum: Noch nie ließ sich die Blende einer iPhone-Kamera manuell einstellen. Möglich macht das die neue Fusion-Hauptkamera des iPhone 18 Pro, die Apple selbst als die bisher aufwendigste Kamera in einem iPhone beschreibt.
Variable Blende: f/1.48 bis f/4 im Detail
Die eigentliche Neuerung steckt in der Hardware, die Final Cut Camera jetzt ansteuern kann. Die Blende der Hauptkamera lässt sich stufenlos zwischen f/1.48 und f/4 verstellen, wahlweise manuell oder über zwei Automatikmodi:
| Modus | Was er macht |
|---|---|
| Manuelle Blende | Feste Blendenöffnung zwischen f/1.48 und f/4, frei wählbar |
| Blendenautomatik | Die App regelt die Blende automatisch, die Verschlusszeit bleibt fix |
| Zeitautomatik | Die Blende wird fest eingestellt, Final Cut Camera passt die Verschlusszeit an |
In der Praxis heißt das: Wer bei wenig Licht möglichst viel Schärfentiefe-Spielraum will, öffnet die Blende auf f/1.48. Wer dagegen bei hellem Tageslicht mit offener Blende drehen möchte, etwa um den Hintergrund stärker unscharf zu stellen, schließt sie auf f/4 und vermeidet so überbelichtete Aufnahmen, ohne auf einen ND-Filter zurückgreifen zu müssen. Die Kinomodus-Effekte, also die nachträgliche Steuerung von Fokuspunkt und Tiefenschärfe in Final Cut Pro, funktionieren jetzt auch bei regulären Videoaufnahmen und nicht mehr nur im dedizierten Kinomodus, sofern in ProRes oder Apple Log aufgenommen wurde.
Neues Design und mehr Kontrolle beim Dreh
Final Cut Camera 2.4 bringt außerdem ein überarbeitetes Layout mit. Verschlusswinkel, ISO und Weißabgleich lassen sich direkt erreichen, ohne sich durch Untermenüs zu klicken. Dazu kommen anpassbare Overlays für Falschfarben und Clipping-Anzeigen, ein verbessertes Fokus Peaking mit einstellbarer Empfindlichkeit sowie ein Aufnahmelicht, das klar anzeigt, ob gerade aufgenommen wird. Wer die Bedienelemente während der Aufnahme ausblenden will, tippt einfach mit zwei Fingern auf den Bildschirm.
Profi-Tools mit iOS 27: Videoscopes, SDI und Genlock
Die größten Neuerungen für professionelle Anwender setzen iOS 27 voraus. Final Cut Camera zeigt dann RGB-Parade und Histogramm direkt in der App an, zwei Werkzeuge, mit denen sich Belichtung und Farbbalance während des Drehs präzise kontrollieren lassen, statt sich nachträglich im Schnitt zu überraschen.
Über einen HDMI-auf-SDI-Konverter gibt die App außerdem ein sauberes Videosignal in Broadcast-Qualität aus, Clean SDI Out genannt. Ergänzt wird das durch einen Genlock-Offset, der Latenzunterschiede zwischen dem iPhone und anderen, per Genlock synchronisierten Kameras ausgleicht und so Artefakte bei Mehrkamera-Produktionen verhindert. Die Branchenseite Slashcam ordnet die überarbeitete Final Cut Camera entsprechend als direkten Konkurrenten zur kostenlosen Blackmagic-Kamera-App ein.
Verfügbarkeit
Final Cut Camera 2.4 steht seit dem 29. September 2026 kostenlos im App Store zum Download bereit. Die variable Blendensteuerung funktioniert ausschließlich auf dem iPhone 18 Pro, die restlichen Funktionen der App laufen auch auf älteren, kompatiblen iPhones. Für die neuen Profi-Werkzeuge wie Videoscopes, Clean SDI Out und Genlock-Offset wird iOS 27 vorausgesetzt.
Fazit
Mit der variablen Blende nimmt Apple dem iPhone 18 Pro einen der letzten großen Unterschiede zu dedizierten Kameras: die Kontrolle über die Lichtmenge direkt am Objektiv, nicht nur über ISO und Verschlusszeit. In Kombination mit Videoscopes und Broadcast-Ausgabe positioniert sich Final Cut Camera damit klarer als professionelles Werkzeug und weniger als Spielerei für Hobbyfilmer. Wer schon mit dem Gedanken an ein Upgrade liebäugelt, findet weitere Hintergründe in unserem Artikel zu den aktuellen iPhone-Preisen.
