Ein neues Gerät mit der Modellnummer G8BL6 ist bei der US-Zulassungsbehörde FCC aufgetaucht, und es dürfte sich um den seit August gemunkelten Fitbit Charge 7 handeln. Bestätigt sind GPS-Empfang und Bluetooth LE, und die Regulatory-Menüs im Gerät gleichen verdächtig denen der Pixel Watch. Damit rückt eine Frage wieder in den Vordergrund, die wir bereits im August aufgeworfen haben: Bekommt Googles nächster Fitness-Tracker tatsächlich ein eigenes Betriebssystem?
Was steht in der FCC-Anmeldung?
Die Anmeldung mit der FCC-ID SZGG8BL6 wurde am 10. September 2026 von der Weifang Goertek Electronics eingereicht, wie zuerst Gadgets & Wearables berichtete. Aus den Testunterlagen geht hervor, dass das Gerät über GNSS (GPS) sowie Bluetooth Low Energy verfügt, aber weder WLAN noch Mobilfunk unterstützt. Zum Testen kam ein Android Debug Bridge (ADB) zum Einsatz, was auf ein vollwertiges Android-basiertes System hindeutet und nicht auf die abgespeckte Firmware, die bisherige Fitbit-Tracker antreibt.
Auffällig ist außerdem, wo sich im Gerät die regulatorischen Informationen verstecken: unter „Settings > System > Regulatory Information“, exakt das Menü, das auch die Pixel Watch verwendet. Die aktuelle Fitbit Charge 6 ist anders aufgebaut. Genau dieser Fund lässt 9to5Google und andere US-Medien vermuten, dass in dem neuen Tracker Wear OS steckt, wenn auch in einer stark reduzierten Form für den kleineren Formfaktor.
Wear OS statt reinem Fitness-Tracker?
Damit widerspricht der Leak einer eigenen Einschätzung: In unserem ersten Bericht zum Fitbit Charge 7 im August gingen wir noch davon aus, dass es sich um einen reinen Fitness-Tracker ohne eigenständiges Betriebssystem handelt, ähnlich der Charge 6. Die FCC-Unterlagen zeichnen jetzt ein anderes Bild. Ob Wear OS auf einem derart kompakten Gerät stromsparend genug läuft, um mit der mehrtägigen Akkulaufzeit klassischer Fitness-Bänder mitzuhalten, ist damit die eigentlich spannende Frage, und die lässt sich aus einem FCC-Dokument nicht beantworten.
Zur Erinnerung: Aufgefallen war das Gerät ursprünglich in Werbeanzeigen zur Pixel-11-Serie im August, die ein Wearable mit länglichem, pillenförmigem Display zeigten, deutlich schmaler als das rechteckige Display der Charge 6. Google hat die Anzeigen inzwischen offline genommen.
Bestätigt und offen: Der Stand der Dinge
| Bestätigt laut FCC-Dokument | Noch offen |
|---|---|
| GPS/GNSS-Empfang | Akkulaufzeit |
| Bluetooth Low Energy | Genaue Sensorik (Herzfrequenz, SpO2 etc.) |
| Display vorhanden | Offizieller Produktname |
| Regulatory-Menü wie bei der Pixel Watch | Preis |
| Fertigung durch Goertek | Release-Termin |
Kein WLAN und kein Mobilfunk zu haben, passt zu einem Gerät, das sich über Bluetooth mit dem Smartphone koppelt und seine Daten darüber synchronisiert, ganz so, wie es bisherige Fitbit-Bänder auch tun.
Ist G8BL6 wirklich der Fitbit Charge 7?
Die Herkunft aus der Goertek-Fertigung liefert einen weiteren Anhaltspunkt: Der Zulieferer baut bereits die Pixel Buds und ist laut Android Headlines auch für den bildschirmlosen Fitbit Air (Modell GW9C8) verantwortlich, der unter demselben SZG-Zulassungscode läuft. Naheliegend ist daher, dass G8BL6 die Display-Variante dieser Produktreihe ist, keine Pixel Watch im eigentlichen Sinn, sondern ein Fitbit mit geliehener Pixel-Watch-Software-Basis.
Diese Einordnung passt auch zur Markenlogik: Die Pixel Watch 5 ist bereits im August erschienen und deckt das Premiumsegment ab. Ein Fitbit Charge 7 mit Display würde darunter eine günstigere Einstiegsoption besetzen, näher an Fitness-Bändern als an einer waschechten Smartwatch. Auch bei der Konkurrenz bewegt sich gerade einiges im Wearable-Markt, erst kürzlich hat Apple mit der Apple Watch Ultra 4 sein Sensor-System überarbeitet.
Preis und Release: Was noch fehlt
Zu Preis und Erscheinungstermin äußert sich das FCC-Dokument erwartungsgemäß nicht. Handbücher und Produktfotos bleiben laut Anmeldung bis März 2027 unter Verschluss, was allerdings nur die reguläre Vertraulichkeitsfrist der Behörde ist und nichts über den tatsächlichen Marktstart aussagt. Die aktuelle Fitbit Charge 6 kostet rund 160 US-Dollar, ein Nachfolger mit Display und GPS dürfte eher darüber als darunter liegen.
Sollte sich Wear OS tatsächlich bestätigen, wäre das der deutlichste Bruch mit der bisherigen Fitbit-Produktlinie seit der Übernahme durch Google. Bis Google selbst etwas dazu sagt, bleibt der Fitbit Charge 7 aber genau das, was er seit August war: ein gut dokumentierter Verdacht, dem mit jeder Behördenanmeldung ein weiteres Puzzleteil hinzugefügt wird.
