Am Flughafen München können Fluggäste ab sofort Bluetooth Auracast nutzen, um Ansagen direkt über kompatible Kopfhörer oder Ohrstöpsel zu empfangen. Der Ansageausrüster Sittig Technologies hat die Broadcast-Technik an insgesamt sechs Gates von Deutschlands zweitgrößtem Flughafen-Hub live geschaltet und damit die zweite Auracast-Installation an einem deutschen Flughafen umgesetzt.
Wie die Technik funktioniert
Auracast erlaubt es, ein Audiosignal gleichzeitig an eine unbegrenzte Zahl kompatibler Empfangsgeräte zu senden. Voraussetzung ist lediglich, dass Kopfhörer, Ohrstöpsel oder Hörgeräte die Technik unterstützen, was inzwischen bei vielen höherwertigen Modellen und auch bei einigen günstigeren Geräten von Anker, Earfun oder Creative Labs der Fall ist. Wer ein Modell mit dieser Funktion besitzt, kann sich in München künftig direkt in die Auracast-Transmitter an den Flugsteigen einklinken.
Vorteile für Menschen mit Hörgeräten
Besonders für Reisende mit Hörgeräten oder kompatiblen Cochlea-Implantaten bringt die Technik spürbare Vorteile, da klassische Telecoil-Anlagen an deutschen und österreichischen Flughäfen bislang nur vereinzelt vorhanden sind. Der Flughafen Frankfurt verzichtet komplett auf Telecoil-Anlagen, während der Flughafen Berlin-Brandenburg sie nur in den Bereichen für Personen mit eingeschränkter Mobilität anbietet.
Pilotbetrieb an sechs Flugsteigen
Aktuell befindet sich die Installation in München noch im Pilotbetrieb. Ausgestattet sind bislang die Gates A42/A43 sowie A44/A45 im neuen Pier A von Terminal 1 und die Flugsteige G31/G32 in Terminal 2, wo Lufthansa und ihre Star-Alliance-Partner abfertigen. Die erste deutsche und zugleich weltweit erste Flughafen-Installation von Sittig Technologies läuft bereits am Flughafen Frankfurt, wo der Testbetrieb inzwischen verlängert wurde.
Die Chancen stehen gut, dass sich Auracast an internationalen Flughäfen künftig durchsetzt, da sich die Technik vergleichsweise einfach nachrüsten lässt und viele aktuelle Kopfhörer-Modelle sie bereits unterstützen. Auch abseits von Flughäfen wird die Technik zunehmend eingesetzt, etwa in Bahnhöfen, Bussen und Konzertsälen. Wer selbst in Auracast-fähiges Zubehör investieren möchte, findet mit Modellen wie dem im Test überzeugenden JBL Tour One M3 bereits einige Kopfhörer, die neben dem eigentlichen Streaming auch praktische Zusatzfunktionen für unterwegs mitbringen.
