FRITZ!OS 8.50 Labor: DNS-Filter, Smart Check und SOS-Ruf im neuen Update

Philipp Briel
Philipp Briel · 7 Min. Lesezeit
FRITZ!OS 8.50 Labor
Bild: FRITZ!

AVM hat am 11. August 2026 ein neues FRITZ! Labor veröffentlicht und zeigt damit weitere Funktionen aus dem kommenden FRITZ!OS 8.50. Im Zentrum stehen ein neuer Smart Check in der MyFRITZ!App, ein netzwerkweiter DNS-Filter, eine automatische Priorisierung für Videokonferenzen sowie ein SOS-Ruf fürs FRITZ!Fon. Wer testen möchte, findet die Labor-Version wie gewohnt unter fritz.com/labor.
Kurz zusammengefasst:

  • Smart Check in der MyFRITZ!App liefert Diagnosen zu Internet, WLAN, Telefonie und Smart Home direkt auf dem Startbildschirm
  • Neuer DNS-Filter blockiert Werbung, Tracker, Phishing-Seiten und Malware für alle Geräte im Heimnetz gleichzeitig
  • Automatische Priorisierung stabilisiert Videokonferenzen, vorerst für FRITZ!Box 5690 Pro und 7690
  • FRITZ! Failsafe funktioniert jetzt auch auf FRITZ!Box-4G- und -5G-Modellen über einen LAN-Anschluss
  • Einfacher Modus fürs FRITZ!Fon mit SOS-Ruf für bis zu vier Notfallkontakte
  • FRITZ!Smart Energy 200 und 210 schalten sich bei Überlast automatisch ab, Routinen erlauben mehrere kombinierte Auslöser

Smart Check zeigt den Zustand der FRITZ!Box auf einen Blick

Bislang musste man sich durch mehrere Menüs klicken, um zu sehen, ob mit der eigenen FRITZ!Box alles in Ordnung ist. Der neue Smart Check ändert das: Er läuft in der MyFRITZ!App und zeigt den aktuellen Zustand direkt auf dem Startbildschirm an, aufgeteilt in die Kategorien Internet, Telefonie, Heimnetz, WLAN, LAN, USB, Smart Home und Sicherheit. Fehlt zum Beispiel die Mesh-Verbindung zu einem Repeater, weist der Smart Check darauf hin und liefert gleich einen Vorschlag zur Behebung. Auch Tipps gegen Anrufe von Sonderrufnummern gehören zum Funktionsumfang.

In der Beta-Version der App reicht ein Tipp auf den Status, um die vollständige Auswertung zu öffnen. Zusätzlich lassen sich in der aktuellen App-Version die neu integrierten Service-Seiten mit Chatbot sowie der FRITZ! Online Shop direkt erreichen. Wer sich noch nicht sicher ist, welche FRITZ!Box zum eigenen Netz passt, findet in unserem Test der FRITZ!Box 5690 Pro einen guten Überblick über die aktuelle Flaggschiff-Hardware.

DNS-Filter blockiert Werbung, Tracker und Phishing im ganzen Heimnetz

Mit dem neuen DNS-Filter lässt sich der Zugriff auf unerwünschte Webseiten für sämtliche Geräte im Heimnetz gleichzeitig unterbinden, egal ob Smartphone, Smart-TV, Laptop oder smarte Glühbirne. Betroffen sind Seiten mit übermäßiger Werbung, Tracking oder bekannter Schadsoftware, aber auch Phishing-Seiten und Botnet-Adressen. Ruft ein Gerät im Netzwerk eine gesperrte Adresse auf, blockiert die FRITZ!Box die Anfrage automatisch, noch bevor die Verbindung zustande kommt.

Praktisch daran: Die FRITZ!Box unterstützt gängige Formate für Sperrlisten, sodass sich auch frei verfügbare und von der Community gepflegte Listen einbinden lassen. Wer bereits eigene Regeln für die Kindersicherung oder Portfreigaben nutzt, kann den DNS-Filter als zusätzliche Schutzebene daneben betreiben.

Automatische Priorisierung sorgt für stabilere Videokonferenzen

Wackelige Verbindungen mitten im Videocall kennt vermutlich jeder, der im Homeoffice arbeitet. Genau hier setzt die automatische Priorisierung an: Sie erkennt echtzeitrelevanten Datenverkehr wie Videokonferenzen selbstständig und gibt ihm im Heimnetz Vorrang, ganz ohne manuelle Einstellung. Läuft gerade eine priorisierte Verbindung, zeigt die Benutzeroberfläche das direkt am jeweiligen Netzwerkgerät an, und die Information bleibt bis zu 24 Stunden nachvollziehbar.

Aktuell steht die Funktion im FRITZ! Labor für die FRITZ!Box 5690 Pro und die FRITZ!Box 7690 bereit. Laut AVM soll sie in den kommenden Wochen bis zum Rollout von FRITZ!OS 8.50 auf weitere Modelle ausgeweitet werden.

FRITZ! Failsafe jetzt auch für 4G- und 5G-Router

FRITZ! Failsafe sorgt schon länger dafür, dass Nutzer bei einer gestörten Festnetzverbindung nicht komplett offline gehen. Neu ist, dass diese Absicherung jetzt auch auf FRITZ!Box-4G- und -5G-Modellen läuft. Möglich wird das, weil diese Geräte erstmals einen Internetzugang über einen LAN-Anschluss nutzen können, etwa über ein vorgeschaltetes ONT an einem Glasfaseranschluss.

Fällt die Festnetzverbindung aus, übernimmt die Mobilfunkverbindung automatisch und vorübergehend die Internetversorgung im Heimnetz. Für Haushalte mit nur einem Zugangsweg ist das ein spürbares Sicherheitsplus, gerade wenn im Homeoffice gearbeitet wird oder smarte Geräte durchgehend online sein müssen.

Einfacher Modus und SOS-Ruf fürs FRITZ!Fon

Der neue „Einfache Modus“ reduziert die Menüs und Funktionen des FRITZ!Fon auf das Telefonieren selbst und richtet sich damit vor allem an ältere Menschen und an alle, die mit klassischer Telefonie besser zurechtkommen als mit verschachtelten Einstellungen. Nach der Aktivierung lassen sich die Auswahltasten als Schnellwahltasten belegen, jede Taste mit einer eigenen Rufnummer oder Funktion.

Teil dieses Modus ist der SOS-Ruf: Damit lassen sich bis zu vier Notfallkontakte hinterlegen, die im Ernstfall automatisch nacheinander angerufen werden. Dauer und Wiederholung der Anrufsequenz kann man individuell festlegen, was im Notfall wertvolle Zeit sparen soll.

Energiesparfunktionen und flexiblere Routinen im Smart Home

Auch beim Smart Home hat sich einiges getan. Die smarten Steckdosen FRITZ!Smart Energy 200 und 210 lassen sich künftig so konfigurieren, dass sie sich beim Überschreiten einer definierten Leistung nach einer festgelegten Dauer automatisch abschalten, praktisch für Geräte, die im Fehlerfall unnötig Strom ziehen würden. Wer einen passenden FRITZ!Smart Thermo 303 oder andere Matter-fähige Heizkörperthermostate im Einsatz hat, profitiert zusätzlich von den neuen Automatisierungsoptionen.

Häufig genutzte Abläufe wie „Haus verlassen“, „Nach Hause kommen“ oder „Urlaub“ lassen sich jetzt mit Zonen (Geofences) verknüpfen, die zuvor in der FRITZ!App Smart Home eingerichtet wurden. Mit dem nächsten Update kommen zudem kombinierbare Routinen-Auslöser hinzu, sodass sich zum Beispiel festlegen lässt, dass eine Routine erst aktiv wird, wenn wirklich alle Bewohner das Haus verlassen haben. Ergänzend bringt das Labor die bereits im Juli vorgestellte Matter-Funktion für die FRITZ!Box 5690 Pro in den offiziellen Rahmen von FRITZ!OS 8.50: Als Matter-Bridge lassen sich FRITZ!-Smart-Home-Geräte und kompatible Produkte anderer Hersteller in Apple Home, Google Home oder Amazon Alexa einbinden. Wie das im Detail funktioniert, haben wir bereits in unserem Artikel zur FRITZ!Box 5690 Pro als Matter-Bridge beschrieben.

Verfügbarkeit: So testest du das neue FRITZ! Labor

Das aktuelle Update ist bereits der dritte Labor-Schritt auf dem Weg zu FRITZ!OS 8.50. Im Mai hatte AVM mit der ersten Vorschau auf FRITZ!OS 8.50 unter anderem die Grundlagen für MyFRITZ!App und Migrationsassistent gelegt, im Juli folgte die Matter-Bridge für die FRITZ!Box 5690 Pro. Mit der neuen Version kommen nun Smart Check, DNS-Filter, automatische Priorisierung, Failsafe für Mobilfunk-Modelle und die FRITZ!Fon-Neuerungen hinzu.

Die Labor-Firmware sowie eine Anleitung zum Testen der neuen MyFRITZ!App stehen unter fritz.com/labor zum Download bereit. Wie bei jeder Beta-Version gilt: Es handelt sich um Software direkt aus der Entwicklung, die noch nicht für den Dauerbetrieb gedacht ist. Vor der Installation lohnt sich ein Backup der aktuellen Einstellungen, falls ein Rückschritt auf die reguläre Firmware nötig wird.

Fazit

Mit Smart Check, DNS-Filter und der erweiterten automatischen Priorisierung bündelt FRITZ!OS 8.50 gleich mehrere Funktionen, die den Alltag im Heimnetz spürbar erleichtern können, ohne dass man sich tief in Einstellungen einarbeiten muss. Besonders der SOS-Ruf fürs FRITZ!Fon und der erweiterte Failsafe für 4G- und 5G-Modelle zeigen, dass AVM neben Komfortfunktionen auch gezielt an Sicherheit und Zuverlässigkeit arbeitet. Bis zum finalen Rollout von FRITZ!OS 8.50 dürfte es allerdings noch dauern, und wie üblich bei Labor-Versionen bleibt das Ganze vorerst Beta-Software für Nutzer, die neue Funktionen früh ausprobieren und AVM Feedback geben möchten.

Quellen