FRITZ!OS 8.50: AVM bringt DNS-Filter, Smart Check und smarte Priorisierung

Philipp Briel
Philipp Briel · 5 Min. Lesezeit
FRITZ!OS 8.50
Bild: FRITZ!

AVM verteilt ab sofort FRITZ!OS 8.50 an die ersten FRITZ!Box-Modelle. Das Update bringt einen DNS-Filter gegen Werbung und Tracker, eine neue Diagnosefunktion namens Smart Check und eine automatische Priorisierung für Gaming und Videotelefonie mit. Den Anfang macht die FRITZ!Box 7690, weitere Modelle folgen laut AVM in den kommenden Wochen.

Wir haben uns angeschaut, was in FRITZ!OS 8.50 steckt, welche Geräte das Update wann bekommen und wie du es manuell anstoßen kannst, falls dir die Auto-Update-Funktion zu langsam ist.

DNS-Filter blockiert Werbung, Tracker und Phishing-Seiten im ganzen Heimnetz

Die größte Neuerung dürfte für die meisten Nutzer der neue DNS-Filter sein. Er setzt direkt auf der FRITZ!Box an: Statt einen Werbeblocker auf jedem einzelnen Gerät zu installieren, sperrt die Box den Zugriff auf bestimmte Internetadressen zentral für das gesamte Heimnetz. Das betrifft dann auch Smart-TVs, Spielekonsolen oder IoT-Geräte, auf denen sich normalerweise kein Adblocker einrichten lässt.

AVM unterstützt dafür gängige Filterlisten-Formate. Damit lassen sich laut Hersteller Werbe- und Tracking-Domains, Phishing-Seiten sowie Domains mit Malware oder Botnetz-Infrastruktur blockieren. Wie granular sich das Ganze in der Praxis konfigurieren lässt und ob eigene Filterlisten möglich sind, muss sich nach dem breiteren Rollout noch zeigen.

Smart Check: Neue Diagnose-Ansicht in der MyFRITZ!App

Zweite größere Neuerung ist Smart Check, eine Übersicht in der MyFRITZ!App, die den Zustand der wichtigsten Bereiche auf einen Blick zeigt: Internetverbindung, Telefonie, WLAN und Smart Home. Erkennt die App ein Problem, zeigt sie direkt eine Handlungsempfehlung an, etwa wenn ein Repeater schlecht platziert ist oder eine Telefonverbindung instabil läuft.

Für alle, die sich sonst durch die erweiterte Ansicht der Fritzbox klicken müssen, um Fehlerquellen zu finden, ist das ein spürbares Plus an Komfort, gerade für weniger technikaffine Nutzer im Haushalt.

Automatische Priorisierung für Gaming und Videokonferenzen

FRITZ!OS 8.50 erkennt automatisch, wenn Geräte im Netzwerk Anwendungen mit niedriger Latenzanforderung nutzen, etwa Online-Spiele oder Videocalls, und priorisiert diesen Traffic gegenüber weniger zeitkritischen Downloads oder Streams. Nutzer müssen dafür keine Ports freigeben oder Regeln manuell konfigurieren, die Funktion läuft im Hintergrund und lässt sich in der Oberfläche nachträglich einsehen, welche Geräte in den letzten 24 Stunden davon profitiert haben.

Diese Funktion hatte AVM bereits vorab angekündigt, mehr Details dazu und zur neuen Wi-Fi-7-Hardware findet ihr in unserem Artikel zu AVMs Gaming-Offensive.

FRITZ! Failsafe: Mobilfunk-Modelle als LAN-Backup

Die 4G- und 5G-Varianten der FRITZ!Box können mit dem Update als Backup-Verbindung für den Hauptrouter am LAN-Anschluss dienen. Fällt die reguläre Internetverbindung aus, springt die Mobilfunk-Box automatisch ein. Für Haushalte oder kleine Büros, denen ein Ausfall besonders wehtut, ist das eine günstige Ausfallabsicherung, ohne dass ein separater Router nötig wird.

FRITZ!Fon: Einfacher Modus und SOS-Ruf für Notfälle

Auch die FRITZ!Fon-Schnurlostelefone bekommen etwas ab: Ein neuer „Einfacher Modus“ reduziert die Bedienung auf große Schnellwahltasten, gedacht vor allem für ältere Angehörige oder Kinder im Haushalt. Dazu kommt ein SOS-Ruf, der sich mit bis zu vier Notfallkontakten hinterlegen lässt und im Ernstfall automatisch der Reihe nach durchtelefoniert, bis jemand abnimmt.

Smart Home: FRITZ!Box 5690 Pro wird zur Matter-Bridge

Auf der Smart-Home-Seite wird die FRITZ!Box 5690 Pro zur Matter-Bridge. Damit lassen sich FRITZ!-Smart-Home-Produkte und kompatible Geräte anderer Hersteller in Apple Home, Google Home oder Amazon Alexa einbinden und per Sprachbefehl steuern. Zusätzlich unterstützen die Automatisierungen jetzt Geofencing, also Auslöser abhängig vom Standort des Smartphones, sowie Routinen mit mehreren Bedingungen gleichzeitig. Smart-Steckdosen wie die FRITZ!Smart Energy 200, 210 und 201 schalten außerdem automatisch ab, sobald ein festgelegter Verbrauchswert überschritten wird.

Welche FRITZ!Box-Modelle bekommen FRITZ!OS 8.50 wann?

AVM rollt das Update gestaffelt aus. Los geht es mit der FRITZ!Box 7690, die schon jetzt aktualisiert werden kann. Laut Hersteller folgen weitere aktuelle FRITZ!Box- und FRITZ!Repeater-Modelle in den nächsten Wochen, wobei nicht jede Funktion auf jedem Gerät verfügbar sein wird, etwa die Matter-Bridge bleibt der FRITZ!Box 5690 Pro vorbehalten.

Gerät Status
FRITZ!Box 7690 Rollout gestartet
FRITZ!Box 5690 Pro Folgt in den kommenden Wochen, inklusive Matter-Bridge
FRITZ!Box 4G/5G-Modelle Folgt in den kommenden Wochen, inklusive FRITZ! Failsafe
Weitere aktuelle FRITZ!Box- und Repeater-Modelle Folgt gestaffelt, Funktionsumfang je nach Gerät unterschiedlich

FRITZ!OS 8.50 installieren: Automatisch oder manuell

Ist die Auto-Update-Funktion aktiviert, installiert die FRITZ!Box das neue FRITZ!OS von selbst, sobald es für das jeweilige Modell freigegeben ist. Wer nicht warten will, kann in der Benutzeroberfläche unter fritz.box manuell nach einem Update suchen. Wie das im Detail funktioniert, zeigen wir Schritt für Schritt in unserer Anleitung zum FRITZ!Box-Update.

Insgesamt zeigt FRITZ!OS 8.50, wohin sich AVMs Router entwickeln: weg vom reinen Internetzugangspunkt, hin zu einer Zentrale, die Sicherheit, Netzwerkqualität und Smart Home gebündelt verwaltet. Ob der DNS-Filter im Alltag hält, was er verspricht, und wie viel Konfigurationsspielraum er tatsächlich bietet, lässt sich erst mit dem breiteren Rollout in den kommenden Wochen beurteilen.