Garmin CIRQA: Kommt bald ein Whoop-Konkurrent vom GPS-Giganten?

Philipp Briel
Philipp Briel · 4 Min. Lesezeit
Whoop
Bild: Whoop

Der Markt für screenlose Fitness-Tracker könnte ungemütlich werden für Whoop: Fitbit hat Ende März einen eigenen Band-Stil angekündigt, und nun deutet ein Trademark-Filing darauf hin, dass auch Garmin mit einem Gerät namens „CIRQA“ in das gleiche Segment drängt. Was hinter dem Projekt steckt – und warum der Zeitpunkt für alle Beteiligten kein Zufall ist.

  • Garmin CIRQA: Im Februar 2026 als Trademark eingereicht, misst das Gerät laut Beschreibung körperliche Parameter, Erholung, Stresslevel und Leistungsfähigkeit
  • Screenlos oder nicht? Noch unklar – Garmin hat sich bisher nicht offiziell geäußert, aber das Tracking-Profil orientiert sich klar an Whoops Ansatz
  • Konkurrenz von allen Seiten: Fitbit (via Google) hat ebenfalls ein Whoop-ähnliches Band angekündigt, ergänzt durch einen Gemini-powered KI-Coach
  • Whoop selbst hat im März 2026 575 Millionen US-Dollar bei einer Bewertung von 10 Milliarden Dollar eingesammelt – ein klares Signal für den Markt

Was das Garmin CIRQA können soll

Grundlage der Berichte ist ein Trademark-Filing, das Gadgets & Wearables im Februar 2026 entdeckt hat, ergänzt durch eine versehentlich veröffentlichte und schnell wieder gelöschte Store-Seite bei Garmin aus dem Januar. Der Markenname „CIRQA“ – vermutlich eine Anlehnung an „Circa“ oder das lateinische „Circadian“ für den Tagesrhythmus – beschreibt laut Einreichung ein Gerät zur Messung „körperlicher Parameter und physiologischer Daten, Biosignale und körperlicher Verhaltensmuster“.

Das klingt zunächst nach einem normalen Fitness-Tracker. Was CIRQA von Garmins bisherigen Produkten abhebt, ist der explizite Fokus auf „Erholung von körperlichem und emotionalem Stress, menschliche Wachheit und Leistungsfähigkeit“ – eine Formulierung, die stark an das Tracking-Profil von Whoop erinnert. Whoop setzt seit Jahren auf genau diese granulare Datenbasis: Herzratenvariabilität, Schlafqualität, Erholungsgrad und tägliche Belastungssteuerung – alles erfasst, aufbereitet und in der App analysiert, ohne dass das Band selbst ein Display hat. Ob Garmin CIRQA ebenfalls screenlos sein wird, ist noch nicht bestätigt. Weder ein offizielles Statement noch technische Spezifikationen liegen vor.

Warum der Markt gerade boomt

Dass Garmin und Google gleichzeitig auf Whoop schielen, ist kein Zufall. Whoop hat im März 2026 eine Finanzierungsrunde über 575 Millionen US-Dollar abgeschlossen und wird nun mit 10 Milliarden Dollar bewertet – ein starkes Signal, dass das screenlose, datengetriebene Tracking-Konzept einen klar definierten und wachsenden Markt bedient. Das Gerät spricht zwei wachsende Nutzgruppen an: Menschen, die von Display-Overload genervt sind, und all jene, die ihre Gesundheit und sportliche Leistung mit möglichst präzisen Daten optimieren wollen.

Fitbit – inzwischen vollständig in Googles Hardware-Ökosystem integriert – hat Ende März ein eigenes Band in Whoop-Stil angedeutet, das durch Steph Curry präsentiert wurde. Google setzt dabei stark auf seine Gemini-gestützte KI: Der Fitbit-„Coach“ erstellt personalisierte Trainingspläne, passt diese in Echtzeit an Schlafdaten und Erholungswerte an und liefert via App kontextbezogene Gesundheitsempfehlungen. Die Idee dahinter ist schlüssig: Wenn die Datenverarbeitung in der Cloud stattfindet und der Blick auf die Ergebnisse ohnehin über das Smartphone erfolgt, braucht der Tracker kein eigenes Display. Das spart Energie, vereinfacht das Design – und eröffnet neue Formfaktoren.

Garmin als ernstzunehmender Konkurrent

Sollte das Garmin CIRQA tatsächlich erscheinen, bringt der Hersteller erhebliche Vorteile mit. Garmin gilt als einer der verlässlichsten Anbieter für präzises Biometrik-Tracking – Herzrate, SpO₂, Schlafphasen, Stressindex und HRV gehören bereits bei aktuellen Modellen zum Standard. Dazu kommt eine loyale Nutzerbasis vor allem unter Ausdauersportlern und Outdoor-Enthusiasten, die Garmin-Ökosystem und Connect-App bereits kennen und schätzen. Ein spezialisiertes, auf Erholung und Leistungsoptimierung fokussiertes Band würde dieses Angebot sinnvoll ergänzen, ohne die bestehende Smartwatch-Linie zu kannibalisieren.

Fazit

Ob Garmin CIRQA tatsächlich als Whoop-Konkurrent auf den Markt kommt, ist noch nicht bestätigt – Trademark-Filing und Datenpanne deuten jedoch klar in diese Richtung. Zusammen mit Fitbits angekündigtem Band und Googles KI-Coach entsteht gerade ein ernstzunehmender Gegenwind für Whoop. Preise und Verfügbarkeit für Garmin CIRQA sind bislang unbekannt. Angesichts von Garmins üblichem Pricing dürfte das Band, sofern es erscheint, im Bereich von 150 bis 300 Euro positioniert werden – in direkter Konkurrenz zu Whoops Abonnementmodell ab 239 Euro pro Jahr.

Quelle: AndroidAuthority