Garmin Fenix 9 und Fenix 9 Pro vorgestellt: Titan-Gehäuse, Satelliten-Notruf und bis zu 57 Tage Akku

Philipp Briel
Philipp Briel · 4 Min. Lesezeit
Garmin Fenix 9
Bild: Garmin

Garmin hat mit der Fenix 9 und der Fenix 9 Pro die nächste Generation seiner Outdoor-Flaggschiff-Smartwatches vorgestellt. Beide Modelle setzen auf ein deutlich helleres AMOLED-Display, doppelt so viel internen Speicher wie der Vorgänger und komplett neue Software-Features rund um Ausdauersport und Bergtouren. Die Fenix 9 Pro bekommt zusätzlich ein Titan-Gehäuse, Satelliten- und LTE-Konnektivität sowie optional Solarladung mit bis zu 57 Tagen Laufzeit.

Fenix 9 und Fenix 9 Pro: Die wichtigsten Neuerungen im Überblick

Äußerlich unterscheiden sich beide Modelle kaum vom Vorgänger, den wir in unserem Test der Garmin Fenix 7 Sapphire Solar ausführlich geprüft haben, technisch hat Garmin aber an praktisch allen Stellschrauben gedreht. Das AMOLED-Display ist nach Garmin-Angaben doppelt so hell wie beim Vorgänger, bei der Fenix 9 Pro sind es bis zu 3.000 Nits. Die 51-mm-Version der Pro-Variante bekommt außerdem erstmals ein 1,5 Zoll großes Display, rund 15 Prozent mehr Fläche als bei der Fenix 8. Schutz vor Kratzern soll weiterhin eine Saphirlinse bieten, wasserdicht sind beide Uhren bis 40 Meter.

Beim Speicher hat Garmin ordentlich nachgelegt: 64 GB stehen jetzt zur Verfügung, doppelt so viel wie zuvor, dazu 50 Prozent mehr Arbeitsspeicher. Das merkt man vor allem bei den Karten, die laut Hersteller bis zu 30 Prozent schneller laden und sich flüssiger verschieben lassen. Wer Musik offline hören will, kann bis zu 7.000 Titel auf der Uhr speichern.

Merkmal Fenix 9 Fenix 9 Pro
Gehäuse Faserverstärktes Polymer Titan (Nano-Molding-Technologie)
Display AMOLED, 2x heller als Fenix 8 AMOLED, bis 3.000 Nits, 51-mm-Modell mit 1,5 Zoll
Speicher 64 GB 64 GB
Akku (Smartwatch-Modus) bis zu 29 Tage bis zu 31 Tage, Solar-Modelle bis 57 Tage
Satelliten- & LTE-Konnektivität Nein Ja, inklusive inReach
Solarladung Nein Optional bei ausgewählten Modellen
LED-Blitzlicht Nein Ja, mit Green-Light-Modus
Größen 43, 47, 51 mm 43, 47, 51 mm
Preis (UVP) ab 999,99 € ab 1.099,99 €

Fenix 9 Pro: Titan-Gehäuse und Satellitenfunk als Hauptunterschied

Der größte Unterschied zwischen beiden Modellen liegt im Gehäuse und in der Konnektivität. Die Fenix 9 Pro bekommt ein Titan-Gehäuse, das dank Nano-Molding-Technologie trotz des robusteren Materials dünner ausfällt als bei der Fenix 8. Dazu kommt echte Satelliten- und LTE-Anbindung über die inReach-Technologie: Nutzer können auch fernab jeder Mobilfunkzelle SOS-Nachrichten absetzen, ihren Standort über die Garmin-Messenger-App teilen (LiveTrack) oder per Garmin Locate ihre Position per LTE bestimmen lassen.

Bei ausgewählten Pro-Modellen gibt es zusätzlich Solarladung, die die Akkulaufzeit auf bis zu 57 Tage im Smartwatch-Modus verlängert. Dazu kommt ein LED-Blitzlicht mit speziellem Green-Light-Modus, das etwa beim nächtlichen Suchen im Zelt oder als Signal für andere hilft.

Neue Software-Features: Garmin Epic, Stamina Tracking und Rucking

Software-seitig bringt Garmin mit „Garmin Epic“ ein Feature, das mehrere Aktivitäten zu einer gemeinsamen, teilbaren Story zusammenfasst, praktisch etwa bei mehrtägigen Bergtouren, bei denen der Zustieg allein schon eine eigene Aktivität wäre. Daneben gibt es überarbeitetes Stamina-Tracking mit Stamina Zones und einer Stamina Curve, die anzeigen soll, wie viel Energiereserve während einer Belastung noch übrig ist. Für Schwimmer und Ruderer kommen VO2max- und Power-Curve-Auswertungen fürs Indoor-Rudern hinzu.

Auch fürs Rucking, also das Wandern oder Laufen mit Zusatzgewicht, hat Garmin nachgerüstet: Das Gewicht des Rucksacks lässt sich jetzt bis 100 kg exakt hinterlegen, inklusive Unterstützung für GORUCK-Workouts. Ergänzt wird das Ganze durch neue ComfortFit-Zubehörbänder mit QuickFit-Mechanismus, mit denen sich das Armband ohne Werkzeug wechseln lässt. Wie zuverlässig Garmin neue Funktionen per Update nachliefert, zeigt unser Bericht zum letzten großen Smartwatch-Update, das bereits einige bestehende Fenix- und Epix-Modelle betraf.

Preis und Verfügbarkeit

Die Fenix 9 startet laut Garmin bei 999,99 Euro, die Fenix 9 Pro bei 1.099,99 Euro. Je nach Größe, Solar-Option und Bandmaterial können die Preise für einzelne Konfigurationen aber spürbar höher liegen, die genauen Ausstattungslinien listet Garmin auf der offiziellen Produktseite der Fenix 9 Pro. Beide Modelle sind ab sofort im Garmin-Webshop sowie im Handel erhältlich. Wer aktuell nach einem Rabatt sucht, wird eventuell in den Garmin-Gutscheincodes von basic-tutorials.de fündig, auch wenn neue Flaggschiff-Modelle wie die Fenix 9 erfahrungsgemäß erst nach einigen Monaten in Aktionen auftauchen.

Einordnung: Lohnt sich der Umstieg?

Susan Lyman, bei Garmin für Marketing und Vertrieb zuständig, beschreibt die Zielgruppe so: Die Fenix 9 und Fenix 9 Pro richten sich an alle, „die bessere Leistungen anstreben und weiter vorstoßen wollen“. Für Besitzer einer Fenix 7 oder 8 dürfte vor allem die Kombination aus hellerem Display, mehr Speicher und den neuen Ausdauer-Funktionen interessant sein. Satelliten-Konnektivität und Titan-Gehäuse gibt es aber nur in der teureren Pro-Version, und ob einem das 100 Euro Aufpreis wert ist, hängt stark davon ab, wie oft man abseits von Mobilfunknetzen unterwegs ist. Ich würde vor dem Kauf noch die ersten Praxistests abwarten, gerade bei der Akkulaufzeit klaffen Herstellerangaben und Alltag bei Garmin-Uhren erfahrungsgemäß auch mal auseinander.

Quellen: Garmin Newsroom