Primate Labs hat Geekbench 7 veröffentlicht – die erste große Version des plattformübergreifenden Benchmarks seit rund drei Jahren. Neu sind ein überarbeiteter Multi-Core-Test, CUDA-Support für Nvidia-Grafikkarten und eine ganze Reihe moderner Workloads für KI, Medien und Gaming. Und: Die Ergebnisse lassen sich nicht mehr direkt mit Geekbench 6 vergleichen.
Das steckt in Geekbench 7
Die auffälligste Änderung betrifft die Multi-Core-Wertung. Bisher liefen praktisch alle Teilaufgaben über sämtliche Kerne – auch solche, die in echten Programmen kaum von vielen Threads profitieren. Geekbench 7 führt einen Workload nur noch dann parallel aus, wenn die zugehörige Anwendung das in der Praxis ebenfalls tut. Der HTML5-Browser-Test etwa fliegt aus der Multi-Thread-Suite, weil Browser meist nur einen oder wenige Threads nutzen. Prozessoren werden also nicht mehr allein dafür belohnt, dass sie viele Kerne besitzen.
Dazu kommen neue Workloads: AV1-Encoding fürs Screen-Sharing, Opus-Audiokompression und die Erstellung von Live-Untertiteln über OpenAIs Spracherkennung Whisper. Ein neuer Game-Physics-Test setzt auf die Jolt Physics Engine, außerdem wurden die Photo-Editor- und Photo-Library-Aufgaben erweitert – inklusive moderner Formate wie JPEG XL und DNG.
Neue Vergleichsbasis: Achtung beim Score
Geekbench 7 nutzt eine neue Leistungsreferenz. Statt des Intel Core i7-12700 dient jetzt der AMD Ryzen 7 7700 als Nullpunkt, dessen Ergebnis auf 2.500 Punkte normiert ist. Deshalb sind Werte aus Geekbench 6 und 7 nicht vergleichbar – ein höherer oder niedrigerer Score bedeutet nicht automatisch mehr oder weniger reale Hardwareleistung.
Erste von Primate Labs bereitgestellte Zahlen zeigen die neue CPU-Rangfolge:
| Prozessor | Kerne | Single-Core | Multi-Core |
|---|---|---|---|
| AMD Ryzen AI Max+ 395 | 16 | ~2.742 | ~27.412 |
| Intel Core i9-13900KF | 24 | ~2.734 | ~24.439 |
| Apple M4 Pro | 14 | ~3.360 | ~23.188 |
| Qualcomm Snapdragon X2 Elite | 18 | ~3.225 | ~22.735 |
| Apple M5 | – | ~3.753 | ~18.828 |
GPU-Benchmark mit CUDA
Auch der GPU-Test wurde generalüberholt und deckt jetzt ML-Upscaling, Gesichtsverfolgung, Hintergrund-Weichzeichnung, RAW-Verarbeitung, Farbkorrektur, Pathtracing und Flüssigkeitssimulationen ab. Für Nvidia-Nutzer besonders spannend: CUDA gesellt sich als Compute-API zu OpenCL, Vulkan und Metal – und das macht sich deutlich bemerkbar.
| Grafikkarte | CUDA | OpenCL | Vulkan |
|---|---|---|---|
| GeForce RTX 4070 | ~236.094 | ~163.749 | ~170.245 |
| GeForce RTX 4090 | ~444.438 | ~252.318 | – |
Wie stark eine Nvidia-GPU dasteht, hängt künftig also auch von der gewählten API ab. Das Thema CUDA bleibt heiß umkämpft – wir haben zuletzt berichtet, wie Qualcomm mit der Übernahme von Modular Nvidias CUDA-Vorsprung angreift.
Verfügbarkeit und Preis
Geekbench 7 steht ab sofort für Android, iOS, Windows, macOS und Linux bereit und bleibt für die private Nutzung kostenlos. Geekbench 7 Pro gibt es zum Start bis zum 6. August mit 20 Prozent Rabatt. Größere Datensätze bei File Compression und PDF Viewer sollen zudem aktuelle Nutzungsszenarien realistischer abbilden.
Passend dazu tauchen die frisch getesteten Chips bereits in unseren News auf – etwa der Ryzen AI Max+ im OneXPlayer X2 Mini Pro oder der Snapdragon X2 Elite im ASUS Ascent QN10.
Fazit
Geekbench 7 ist mehr als ein Versionssprung: Der realitätsnähere Multi-Core-Test, die neuen KI- und Medien-Workloads und der CUDA-Support machen den Benchmark aussagekräftiger. Wer Ergebnisse vergleicht, sollte aber im Kopf behalten, dass Geekbench-6-Zahlen ausgedient haben – ein sauberer Vergleich klappt nur innerhalb von Geekbench 7.
Quellen: Primate Labs,
