Die Godox C100 ist eine transparente Kompaktkamera, die in Deutschland für 49 Euro startet und gleichzeitig als Belichtungsmesser dient. Statt eines klassischen Displays besitzt sie einen durchsichtigen Sucher, der Belichtungswerte, Bildausschnitt und Akkustand direkt ins Sichtfeld einblendet. Damit liefert Godox – eigentlich für Blitze und Lichttechnik bekannt – seine allererste eigene Kamera ab, und zwar eine der ungewöhnlichsten des Jahres.
Das Wichtigste in Kürze
- Transparente Kompaktkamera mit durchsichtigem optischen Sucher statt Display
- Doppelfunktion: Kamera und Belichtungsmesser (mittenbetont, misst die zentralen 25 % des Bildes)
- Foto und Video jeweils in 1.920 × 1.080 Pixeln, Video mit 26 fps
- Nur rund 65 Gramm schwer, USB-C, microSD bis 128 GB
- Preis in Deutschland: 49 Euro (in China umgerechnet rund 25 Euro)
Transparente Kompaktkamera: Godox‘ erster eigener Foto-Apparat
Godox kennt man bislang vor allem für Blitze, Dauerlicht und Studio-Equipment. Mit der C100 wagt sich der Hersteller erstmals an eine eigene Kamera – und geht dabei bewusst einen eigenwilligen Weg. Das Gehäuse ist teiltransparent, der Sucher komplett durchsichtig. Man schaut also nicht auf ein Display, sondern durch die Kamera hindurch auf das Motiv. Die Lichtdurchlässigkeit des Sucherfensters liegt bei über 50 Prozent, die durchsichtige Fläche misst 60,8 × 47,8 Millimeter.
In dieses transparente Fenster blendet die Kamera aktiv Informationen ein: aktuelle Belichtungsparameter, den gewählten Bildausschnitt samt verstellbarer Rahmenlinien und den Akkustand. Das Ergebnis erinnert an eine Art AR-Overlay direkt auf dem Sucher. In der Praxis hat das aber einen Haken – der sichtbare Bildrahmen verschiebt sich je nach Betrachtungsabstand, was die exakte Bildkomposition etwas zur Glückssache macht.
Wer ungewöhnliche Kompaktkameras mag, kennt das Muster: Auch die Fujifilm X Half mit ihrem Hochformat-Display oder die Yashica City 300 zeigen, dass abseits der Smartphone-Fotografie gerade viel experimentiert wird.
Kamera und Belichtungsmesser in einem Gerät
Der eigentliche Clou steckt in der Doppelfunktion. Die C100 arbeitet auf Wunsch als eigenständiger Belichtungsmesser: Sie misst mittenbetont die Helligkeit aus den zentralen 25 Prozent des Bildfelds und zeigt die passenden Werte an. Genau das macht sie für eine bestimmte Zielgruppe interessant – nämlich für Fans analoger Kameras, denen ein eingebauter Belichtungsmesser fehlt. Ein Leica-M4-Besitzer etwa könnte die winzige C100 als günstigen Messhelfer nutzen, statt zu einem teuren Handbelichtungsmesser zu greifen.
Gesteuert wird das Ganze über zwei Pfeiltasten und eine Auswahltaste auf der Rückseite. Ein Autofokus-Feuerwerk oder üppige Menüs sollte man nicht erwarten – die Philosophie hinter der Kamera zielt eher auf das unmittelbare Fotografieren und Beobachten ab, nicht auf das ständige Kontrollieren der Bilder direkt nach der Aufnahme.
Technische Daten der Godox C100 im Überblick
| Merkmal | Godox C100 |
|---|---|
| Bauart | Transparente Kompaktkamera mit Belichtungsmesser |
| Sucher/Display | Transparenter optischer Sucher (Transmission > 50 %), 60,8 × 47,8 mm |
| Fotoauflösung | 1.920 × 1.080 Pixel |
| Videoauflösung | 1.920 × 1.080 Pixel bei 26 fps |
| Belichtungsmessung | Mittenbetont, zentrale 25 % des Bildfelds |
| Bildformate | 16:9, 4:3, 3:2, 1:1 mit verstellbaren Rahmenlinien |
| Speicher | microSD/TF-Karte bis 128 GB |
| Anschluss | USB-C (OTG-Direktverbindung zum Smartphone), USB 2.0 |
| Akkulaufzeit | > 1,5 Std. Dauerbetrieb, Ladung mit 5 V / 1 A |
| Gewicht | ca. 65 Gramm |
| Betriebstemperatur | 5 – 40 °C |
| Preis (DE) | 49 Euro |
Ein klassisches Kraftpaket ist die C100 damit nicht. Full-HD bei Foto und Video, keine Angaben zu Sensor oder Megapixeln seitens Godox und eine offensichtlich begrenzte Dynamik machen deutlich: Wir reden hier über eine Spaß- beziehungsweise „Toy-Kamera“. Die Bildqualität soll laut ersten Einschätzungen zwar über vergleichbaren Billigmodellen wie der Kodak Charmera liegen, ein Ersatz für eine Kompaktkamera mit großem 1-Zoll-Sensor ist sie aber definitiv nicht.
Preis und Verfügbarkeit
In Deutschland kostet die Godox C100 rund 49 Euro und ist unter anderem über Amazon.de gelistet, dort allerdings zeitweise vergriffen. In China ist die Kamera für umgerechnet etwa 25 Euro (199 Yuan) deutlich günstiger zu haben – der übliche Aufschlag für den Import nach Europa. Der Verkaufsstart fällt in den August 2026.
Für wen lohnt sich die transparente Godox C100?
Die Zielgruppe ist überschaubar, aber klar umrissen. Zum einen richtet sich die C100 an Analog-Fotografen, die einen kompakten, spottbilligen Belichtungsmesser suchen. Zum anderen an alle, die Spaß an ungewöhnlichem Gadget-Design haben und für kleines Geld eine Kamera mit echtem Hingucker-Faktor wollen. Wer dagegen Wert auf hohe Auflösung, sauberes Rauschverhalten oder verlässliche Bildkomposition legt, ist mit einer regulären Kompaktkamera besser bedient.
Fazit
Die Godox C100 ist keine ernsthafte Alternative zu etablierten Kameras – und will das auch gar nicht sein. Als transparente Kompaktkamera mit integriertem Belichtungsmesser für 49 Euro ist sie vor allem ein charmantes Nischenprodukt: praktisch für analoge Fotografen, spannend für Design-Fans und günstig genug, um das durchsichtige Konzept einfach mal auszuprobieren. Für alle anderen bleibt sie eine originelle Kuriosität im Kamerajahr 2026.
Quellen: Godox
