Google hat am 9. September 2026 in einem Blogpost ein neues Funktionspaket für seine KI-Abos Google AI Plus, AI Pro und AI Ultra vorgestellt, die seit der Umbenennung von Google Drive alle unter dem Dach von Google One laufen. Im Zentrum stehen Sprachsteuerung für Gmail, Docs und Keep, das neue Bildwerkzeug Google Pics sowie Sheets Canvas, das aus Tabellenkalkulationen kleine interaktive Apps macht. Eine der spannendsten Erweiterungen, Gemini Spark, bleibt für Nutzer in Deutschland dabei erneut außen vor.
Kurz zusammengefasst:
- Neue Sprachfunktionen in Gmail, Docs und Keep für AI Plus, Pro und Ultra
- Google Pics (Bildbearbeitung auf Basis von Nano Banana) für AI Pro und Ultra
- Sheets Canvas verwandelt Tabellen in interaktive Mini-Apps
- Gemini Spark bekommt Chrome- und Fotos-Anbindung, ist aber weiterhin nicht in der EU, der Schweiz, in UK oder Nigeria verfügbar
- Studierende erhalten weltweit ein Jahr AI Plus oder AI Pro kostenlos
Sprachfunktionen ziehen in Gmail, Docs und Keep ein
Den Anfang macht eine Sprachsteuerung, die Google in der Woche des 3. September 2026 zunächst für Privatkunden ausrollt, Workspace-Geschäftskunden sollen folgen. In Gmail lässt sich der Posteingang künftig per Zuruf durchsuchen, etwa mit einer Frage wie „Von welchem Gate geht mein Flug?“. Keep wandelt gesprochene Notizen automatisch in strukturierte Listen um, ganz ohne Tippen. In Docs übernimmt die Sprachfunktion die Rolle eines freihändigen Schreibpartners, der Dokumente strukturiert und dabei auch Informationen aus Gmail, Drive, Chat und dem Web einbezieht.
Gmail und Keep bekommen die neuen Sprachwerkzeuge in allen drei Abostufen: AI Plus, Pro und Ultra. Bei Docs bleibt die Funktion den beiden teureren Tarifen Pro und Ultra vorbehalten.
Google Pics: Bildbearbeitung mit Nano Banana im Workspace
Mit Google Pics bringt Google ein eigenständiges Bildwerkzeug in Gmail, Docs und Slides, etwas später soll auch Drive folgen. Es basiert auf Googles Bildmodell „Nano Banana“ und erlaubt Objektisolation für gezielte Änderungen, Textbearbeitung direkt im Bild sowie gemeinsames Bearbeiten von Grafiken im Team. Aus einem einzigen Prompt lassen sich außerdem mehrere Gestaltungsvarianten erzeugen, etwa für Poster, Social-Media-Grafiken oder Illustrationen. Wer das Tool unabhängig von den Workspace-Apps nutzen will, findet es künftig auch separat unter pics.new. Verfügbar ist Google Pics für AI Pro und AI Ultra sowie für die meisten Workspace-Geschäftstarife.
Sheets Canvas macht aus Tabellen kleine Apps
Die vermutlich ungewöhnlichste Neuerung nennt sich Sheets Canvas: Damit lassen sich Tabellenkalkulationen ohne Formeln oder Code in interaktive Mini-Apps verwandeln. Google nennt als Beispiele einen Lerntracker aus einer simplen Aufgabenliste, ein Fantasy-Football-Dashboard oder einen Sitzplan-Generator aus einer Hochzeits-RSVP-Liste. Die Funktion startet global auf Englisch für AI Pro und Ultra und soll nach und nach auch bei Workspace Business sowie Enterprise Standard und Plus ankommen.
Gemini Spark wird ausgebaut, nur eben nicht für Nutzer in Deutschland
Deutlich mehr Aufmerksamkeit dürfte allerdings die Erweiterung von Gemini Spark bekommen, dem agentischen KI-Assistenten, der mit Erlaubnis der Nutzer auf Chrome, gespeicherte Passwörter und angemeldete Konten zugreift, um eigenständig Aufgaben zu erledigen. Für Zahlungen ist weiterhin eine manuelle Freigabe nötig. Neu ist die Anbindung an Google Photos: US-Abonnenten von AI Pro und Ultra können Spark damit Fotos bearbeiten und Alben kuratieren lassen, was durchaus praktisch ist, zumal der kostenlose Speicher bei Google Fotos ohnehin bald wegfallen soll.
Das Problem für deutsche Leserinnen und Leser: Gemini Spark ist zwar seit Juli 2026 in mehr als 160 Ländern verfügbar, im Europäischen Wirtschaftsraum, in der Schweiz, in Großbritannien und in Nigeria bleibt der Dienst jedoch weiterhin gesperrt. Eine Begründung nennt Google dafür bislang nicht. Während die drei anderen Neuerungen aus diesem Update in Europa ganz normal nutzbar sind, zahlen Abonnentinnen und Abonnenten hierzulande also weiterhin den vollen Preis für ein Abo, dessen zentrales Feature ihnen vorenthalten bleibt.
Was kosten Google AI Plus, Pro und Ultra aktuell?
Die Preise und Speicherkontingente der Google-One-KI-Abos in Deutschland wurden zuletzt im Frühjahr 2026 deutlich gesenkt. Zur Einordnung eine aktuelle Übersicht:
| Abo | Preis (mtl.) | Speicher | Gemini-Nutzungslimit |
|---|---|---|---|
| AI Plus (Basis) | 4,99 € | 400 GB | 2x |
| AI Plus (2 TB) | 9,99 € | 2 TB | 2x |
| AI Pro | 21,99 € | 5 TB | 4x |
| AI Ultra | 99,99 € | 20 TB | 5x |
| AI Ultra (20x) | 219,99 € | 30 TB | 20x |
Quelle: GoogleWatchBlog, Stand Juni 2026.
Zu den kostenpflichtigen Extras zählen bei Pro und Ultra unter anderem YouTube Premium Lite, Google Home Premium und Google Health Premium. Alle Tarife lassen sich zudem mit bis zu fünf Personen in der Familie teilen.
Google-AI-Abo für ein Jahr kostenlos: Das Studierenden-Angebot
Wer aktuell studiert, kommt günstiger an ein Google-AI-Abo. In den USA gibt es ein Jahr AI Pro (regulär 19,99 US-Dollar im Monat) inklusive vierfachem Nutzungslimit, 5 TB Speicher und Google Health Premium geschenkt. Außerhalb der USA, in über 140 Ländern, allerdings ohne die USA selbst, Bolivien, Albanien, Kanada, Macau, Hongkong und Tunesien, gibt es stattdessen ein Jahr AI Plus mit doppeltem Nutzungslimit und 400 GB Speicher. Das Angebot läuft noch bis zum 31. Dezember 2026 und lässt sich bis zu vier Jahre lang verlängern, solange der Studierendenstatus bestehen bleibt.
Fazit: Sinnvolle Alltagsfunktionen, aber die Kluft zu den USA wächst
Mit dem Herbst-Update wertet Google seine KI-Abos spürbar auf: Sprachsteuerung in Gmail und Docs, ein handliches Bildwerkzeug und Tabellen, die sich in Mini-Apps verwandeln, sind praktische Ergänzungen für den Arbeitsalltag. Dass ausgerechnet Gemini Spark als eigentliches Aushängeschild erneut an Deutschland und dem Rest der EU vorbeigeht, dürfte bei zahlenden Abonnentinnen und Abonnenten hierzulande aber für Stirnrunzeln sorgen. Ob und wann Google diese Lücke schließt, ist offen. Wir bleiben dran.