Googlebook: Lenovo Googlebook 15 mit 120-Hz-OLED-Display geleakt

Philipp Briel
Philipp Briel · 5 Min. Lesezeit
Lenovo Googlebook 15
Bild: The Mac Observer

Einen Tag vor Googles großem Hardware-Event in New York ist das erste Googlebook komplett durchgesickert. Zuerst berichtete WCCFTech unter Berufung auf Mac Observer. Das Ergebnis: ein 15,3 Zoll großes OLED-Display mit 120 Hz, ein Intel Core Ultra 5 und eine Gesichtserkennung, die laut den Leaks in die gleiche Liga wie Apples Face ID vorstoßen soll. Damit bekommt Googles neue Notebook-Kategorie zum ersten Mal ein konkretes Gesicht, und zwar kurz bevor sie morgen offiziell vorgestellt wird.

Kurz gesagt: Google zeigt am 15. September in New York die ersten Googlebooks, produziert von Lenovo, Acer, Asus, Dell und HP. Das Lenovo Googlebook 15 ist bereits vollständig geleakt: OLED-Display mit 120 Hz, Intel Core Ultra 5, bis zu 32 GB RAM, Gesichtserkennung und ein neues Betriebssystem namens Googlebook OS, das Chrome OS und Android zusammenführt.

Was ist eigentlich ein Googlebook?

Google hat die Kategorie bereits auf der Google I/O 2026 angekündigt, allerdings ohne viele Details zu konkreten Geräten. Ein Googlebook ist laut der offiziellen Googlebook-Seite „das Beste aus ChromeOS und Android“ in einem Gerät, ausgerichtet auf Premium-Hardware statt auf die günstigen Schulnotebooks, für die Chromebooks bislang bekannt waren. Wer zuletzt Premium-Chromebooks von Acer im Blick hatte, bekommt mit Googlebook nun die nächste Stufe: Google positioniert die Geräte klar oberhalb der bisherigen Chromebook-Plus-Reihe. Google selbst baut keine eigene Hardware, sondern lässt die Geräte von Partnern fertigen. Zum Start sind das Acer, Asus, Dell, HP und eben Lenovo.

Lenovo Googlebook 15: Die Spezifikationen im Überblick

Die Leaks zum Lenovo Googlebook 15, intern als „GB 15IPH12“ gelistet, zeigen ein Gerät, das technisch weit über ein klassisches Chromebook hinausgeht:

Display 15,3 Zoll OLED, 2.880 × 1.800 Pixel, 120 Hz, bis zu 500 Nits, 100 % DCI-P3, Touchscreen
Prozessor Intel Core Ultra 5 325 (Panther Lake-H)
Grafik Integrierte Intel-Xe-Grafik mit vier Kernen
Arbeitsspeicher 16 GB oder 32 GB LPDDR5X
Speicher 256 GB oder 512 GB
Akku 70 Wh, laut Lenovo bis zu 11 Stunden Laufzeit
Gewicht 1,29 kg
Anschlüsse 2x Thunderbolt 4, 1x USB-A, HDMI 2.0, 3,5-mm-Klinke
Konnektivität WiFi 7, Bluetooth 5.4
Sicherheit Fingerabdrucksensor, Google Facial Authentication
Betriebssystem Googlebook OS

16 GB RAM in der Basisversion und ein 120-Hz-OLED-Panel sind Werte, die man bisher eher von Windows-Ultrabooks kennt, nicht von einem Chrome-Gerät für 300 Euro. Genau das scheint der Punkt zu sein: Lenovo positioniert das Googlebook 15 klar im Premium-Segment, nicht als Ersatz für das günstige Schul-Chromebook.

Google Facial Authentication statt nur Fingerabdruck

Neben dem Fingerabdrucksensor soll das Gerät über „Google Facial Authentication“ verfügen, eine kamerabasierte Gesichtserkennung, die laut den Leaks technisch in eine ähnliche Kategorie wie Apples Face ID fallen soll. Ob dahinter dedizierte Hardware steckt oder eine reine Software-Lösung, ist noch offen. 9to5Google bringt die Funktion mit dem internen Google-Projekt „Toscana“ in Verbindung, einem kamerabasierten Face-Unlock-System, an dem Google seit Längerem arbeitet.

Dazu kommen ein paar Details, die zeigen, wie sehr Google und Lenovo hier auf Design-Details achten: eine dedizierte Google-„G“-Taste in der Tastatur, ein haptisches Glastrackpad im Format 150 × 95 mm und ein „Glowbar“ genannter LED-Streifen an der Scharnierleiste, der Akku- und Ladestatus anzeigt. Lenovo hatte zuletzt ohnehin gezeigt, wie intelligentere Geräte den Alltag der Nutzer unterstützen sollen, das Googlebook 15 fügt sich in diese Strategie sichtbar ein.

Googlebook OS: Mehr Android als Chrome OS

Spannend wird es beim Betriebssystem. Auf dem Gerät läuft nicht einfach Chrome OS, sondern „Googlebook OS“. Ein geleaktes Lenovo-Produktdatenblatt, das Chrome Unboxed vorliegt, nennt zusätzlich den internen Codenamen „Aluminium OS“. Google baut damit weiter an dem, was sich schon länger andeutet: dass Chrome OS und Android technisch zusammenwachsen. Android-Apps auf Chrome OS waren dabei nur ein erster Schritt, Googlebook OS geht deutlich weiter und baut komplett auf dem Android-Tech-Stack auf, inklusive App-Framework, Fensterverwaltung und Systemdiensten. Der neue Name soll laut Google vor allem für Klarheit sorgen und Verwechslungen mit der mobilen Android-Welt vermeiden.

Gemini Intelligence: Magic Pointer und Create My Widget

Googlebooks sind laut Google explizit „für Gemini Intelligence gebaut“. Zwei Funktionen, die Google selbst hervorhebt: Mit „Magic Pointer“ lassen sich Objekte auf dem Bildschirm markieren und direkt mit Gemini besprechen, etwa um mehr über ein Objekt in einem Foto zu erfahren. „Create My Widget“ erstellt per Sprachbefehl eigene Homescreen-Widgets, ganz ohne Programmierung. Dazu kommt eine lokale KI-gestützte Dateiorganisation, die Dokumente und Downloads automatisch sortieren soll.

Preis, Release und das Google-Event am 15. September

Einen offiziellen Preis nennt bislang niemand. Zum Vergleich: ähnlich ausgestattete ThinkPad-Modelle von Lenovo liegen aktuell bei über 1.500 US-Dollar, und alles deutet darauf hin, dass sich das Googlebook 15 in dieser Preisregion einordnen wird. Chrome Unboxed hat zudem einen Bluetooth-SIG-Eintrag zu einem „Lenovo Googlebook i 15“ gefunden, ein deutliches Zeichen dafür, dass die Zertifizierung und damit der Marktstart nicht mehr weit entfernt sind.

Offiziell wird Google die neue Geräteklasse morgen, am 15. September, auf einem Media-Event in New York vorstellen. Laut mehrerer Berichte haben sich für den Herbst 2026 bereits Acer, Asus, Dell, HP und Lenovo als Launch-Partner bestätigt. Ob Lenovo das Googlebook 15 direkt auf dem Event zeigt oder etwas später nachlegt, ist noch nicht bestätigt, angesichts des detaillierten Leaks wäre ein Auftritt schon am 15. September aber keine Überraschung.

Fazit

Das Lenovo Googlebook 15 zeigt, wohin Google mit der Googlebook-Kategorie will: weg vom günstigen Schul-Chromebook, hin zu einem Premium-Laptop mit OLED-Display, ordentlich Leistung und einer eigenen KI-Schicht namens Gemini Intelligence. Ob sich das am Markt gegen etablierte Windows-Ultrabooks durchsetzt, hängt am Ende stark vom Preis ab, den Google und Lenovo morgen hoffentlich endlich nennen. Wir aktualisieren diesen Artikel, sobald es offizielle Details vom Event gibt.