Xiaomi bringt sein erstes NAS, das Xiaomi Smart Storage, ab dem 1. Juli 2026 per Crowdfunding in China auf den Markt – zum Einstiegspreis von umgerechnet rund 298 Euro für die 4-TB-Variante. Kurz vor dem Start hat ein Leak die Hardware des Engineering Samples beschrieben: ein Realtek RTD1619B mit vier Kernen, 2 GB RAM und Platz für zwei Festplatten. Damit greift Xiaomi günstige Heim-NAS-Systeme von Synology, QNAP und Huawei direkt an.
Lange war es nur ein Gerücht, jetzt wird es konkret. Wer ein NAS für Einsteiger sucht, ohne gleich mehrere Hundert Euro für ein leeres Gehäuse plus Festplatten hinzulegen, bekommt mit Xiaomis Erstling womöglich eine spannende Alternative. Wir haben die offiziellen Eckdaten und die frischen Leak-Infos zusammengetragen.
Xiaomi Smart Storage: Das ist offiziell bestätigt
Den Einstieg ins Geschäft mit Netzwerkspeichern geht Xiaomi nicht über den klassischen Handel, sondern über die eigene Crowdfunding-Plattform Xiaomi Youpin. Das Verfahren ist dabei weniger ein Risiko-Investment als eine Vorbestellungsphase: Produziert wird nur, wenn das Finanzierungsziel erreicht ist. Wer früh zuschlägt, zahlt deutlich weniger als später im regulären Verkauf.
Angeboten wird das Gerät in drei Konfigurationen, alle mit zwei Laufwerksschächten und ab Werk bestückten Festplatten. Eine leere Variante zum Selbstbestücken gibt es vorerst nicht. Beim Anschluss-Set hat Xiaomi inzwischen Klartext geredet: Mit an Bord sind ein 2,5-Gigabit-Ethernet-Port, HDMI und USB 3.0. Das Gehäuse misst kompakte 200,5 × 85 × 16 mm und nimmt sowohl 2,5- als auch 3,5-Zoll-SATA-Laufwerke auf.
| Konfiguration | Speicher | Crowdfunding-Preis | Späterer Verkaufspreis |
|---|---|---|---|
| Basis | 4 TB (2 × 2 TB) | 2.299 Yuan (~298 €) | 3.499 Yuan (~454 €) |
| Advanced | 8 TB (2 × 4 TB) | 2.899 Yuan (~376 €) | 4.499 Yuan (~584 €) |
| Professional | 16 TB (2 × 8 TB) | 4.699 Yuan (~609 €) | 6.999 Yuan (~908 €) |
Der Preisabstand zwischen Crowdfunding und regulärem Verkauf ist happig – über 1.000 Yuan beim Basismodell. Wer also wartet, zahlt am Ende mehr. Und das Detail, das diese Rechnung interessant macht: Die teuren NAS-Festplatten sind bereits enthalten. Bei Synology oder QNAP kommen die fast immer obendrauf. Steuerung und App-Anbindung laufen über die hauseigene Xiaomi-Storage-App, die schon vor dem Start in den App Stores aufgetaucht ist – inklusive Foto-Backup, Familienfreigaben und Fernzugriff.
Das verrät der Leak zum Engineering Sample
Wenige Tage vor dem Crowdfunding-Start tauchte ein Leak auf, der die inneren Werte eines Prototyps nennt. Die Quelle ist nicht sonderlich bekannt, deckt sich aber mit den bisherigen Berichten. Als Herzstück kommt der Realtek RTD1619B zum Einsatz – ein Quad-Core-Chip auf ARM-Basis, der unter anderem in der Synology DiskStation DS223j steckt und sich dort als solide und sparsam erwiesen hat.
Im Muster ist dieser Prozessor mit 2 GB DDR3L-RAM und 8 GB internem Speicher kombiniert. Die zwei Schächte fassen laut Leak bis zu 40 TB. Eine Auffälligkeit gibt es allerdings: Das Engineering Sample war nur mit einem einfachen Gigabit-Ethernet-Anschluss ausgestattet, während Xiaomi beim Verkaufsmodell offiziell 2,5GbE bestätigt hat. Ein gutes Beispiel dafür, dass sich Prototyp und finales Gerät durchaus unterscheiden können.
| Komponente | Engineering Sample (Leak) |
|---|---|
| Prozessor | Realtek RTD1619B (4 Kerne, ARM) |
| Arbeitsspeicher | 2 GB DDR3L |
| Interner Speicher | 8 GB |
| Laufwerksschächte | 2 (2,5″ und 3,5″ SATA) |
| Max. Kapazität | bis zu 40 TB |
| Netzwerk (Sample) | 1 GbE – finales Modell mit 2,5GbE |
Einordnung: Lohnt sich das günstige Xiaomi NAS?
Der RTD1619B ist kein Kraftpaket, sondern ein typischer Einsteiger-Chip. Für die Klassiker reicht das gut: Foto- und Video-Backups, Dateifreigabe im Haushalt, eine private Cloud, etwas Medienstreaming. Wer Virtualisierung, Docker-Container in größerem Stil oder Transcoding in 4K erwartet, ist hier falsch. Die 2 GB RAM setzen ebenfalls eine klare Grenze.
Trotzdem: Der Preis spricht eine deutliche Sprache. Mit rund 298 Euro für 4 TB inklusive Platten unterbietet Xiaomi viele Konkurrenten – und trifft fast punktgenau den Einstiegspreis, den wir zuletzt etwa beim modularen Beelink ME Pro gesehen haben. Spannend bleibt die Verfügbarkeit: Ob das Smart Storage je offiziell nach Deutschland kommt, hat Xiaomi nicht bestätigt. Importwege über China dürften zunächst die einzige Option sein.
Wer sich generell orientieren will, welches Gerät zum eigenen Bedarf passt, findet in unserem Ratgeber zum besten NAS für Zuhause und Büro eine breite Übersicht – von der Einsteigerklasse bis zum High-End-System. Und falls die ersten Platten doch zu klein werden, zeigen wir dir separat, wie du beim NAS die Festplatten tauschst und den Speicher erweiterst.
Fazit zum Xiaomi NAS
Mit dem Smart Storage liefert Xiaomi ein günstiges NAS, das vor allem Einsteiger und Nutzer des eigenen Smart-Home-Ökosystems ansprechen dürfte. Die Hardware ist bewusst sparsam gehalten, der Preis dafür aggressiv – inklusive Festplatten. Der Leak bestätigt im Wesentlichen, was sich abgezeichnet hat, und liefert mit dem RTD1619B einen bekannten, zuverlässigen Chip. Bis zur breiten internationalen Verfügbarkeit bleibt das Gerät aber erstmal ein China-Produkt. Das Crowdfunding läuft vom 1. bis 8. Juli 2026.
