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Heißt Facebook bald nicht mehr Facebook?

Der Facebook-Konzern steht Medienberichten zufolge vor einer Umbenennung. Der Schritt ist dabei mehr als reine Kosmetik: Er verdeutlicht die Loslösung des Konzerns von seinem Hauptprodukt, dem gleichnamigen sozialen Netzwerke, und die Entwicklung hin zu einem umfassenden Digitalunternehmen.

Google macht es vor

Beispiellos wäre der Schritt der Umbenennung dabei keineswegs. Prominentestes Vorgängerunternehmen ist Google: Der hinter der Suchmaschine stehende Konzern wurde einst in Alphabet umbenannt, um zu verdeutlichen, dass neben der Suchmaschine auch diverse weitere Dienste betrieben werden. Auch hier stand die Umbenennung in direktem Zusammenhang mit der massiven Ausweitung des Geschäftsfeldes und einer sich verändernden Schwerpunktsetzung.

Ähnlich geht es Facebook: Der Konzern konzentriert sich schon lange nicht mehr alleine auf das soziale Netzwerk, sondern betreibt auch diverse weitere populäre Projekte. Ganz vorne zu nennen sind hier WhatsApp und Instagram. Doch damit nicht genug: Mit der Entwicklung eines sog. „Metaversums“ will Facebook die Schwerpunktsetzung im Konzern noch einmal deutlich verschieben.

Neues Großprojekt als Flaggschiff

Das „Metaversum“ soll eine Art digitale Welt werden, in der Menschen sich aufhalten, begegnen und ihrem Alltag nachgehen können – selbstverständlich in konsumorientierter Form. Für Facebook eröffnet das neue Projekt nicht nur die Möglichkeit, die Welt entscheidend in Richtung einer umfassenden Digitalisierung des gesamten Lebensraumes zu verändern, sondern auch diejenige, den eigenen Konzern monetär in beinahe jede Konsumhandlung einzubinden – schließlich ist Facebook mit dem „Metaversum“ der Provider der digitalen Welt, in die sich ein beträchtlicher Teil des Lebens verlagern soll.

Dass Facebook es mit dem Projekt ernst meint, zeigt etwa die Ankündigung, in Europa 10.000 neue Jobs schaffen zu wollen, um die Entwicklung voranzutreiben. Dabei muss beachtet werden, dass das Unternehmen durch die massive Expansion der letzten Jahre wichtige Schritte hin zum „Metaversum“ bereits hinter sich hat.

Die Umbenennung stellt letztlich eine symbolische wie öffentlichkeitswirksame Betonung dieser bereits erkennbar im Gange befindlichen Entwicklung dar und dürfte einmal mehr den Umbau des Konzerns sowie seine Ambitionen bekräftigen.

Negative Presse überschattet Facebooks Pläne

Doch völlig ungetrübt dürfte die Freude im Konzern am 28. Oktober, dem Datum der jährlichen Connect-Konferenz, im Rahmen derer die Umbenennung verkündet werden dürfte, nicht sein: Berichte der Whistleblowerin Frances Haugen und anderer ehemaliger Mitarbeitender des Konzerns zeigen nicht nur die Schattenseiten des Geschäftsmodells auf, sondern auch Facebooks Willen, diese aus finanziellen und machtpolitischen Gründen heraus trotz überragender Evidenz zu ignorieren und in der Öffentlichkeit zu leugnen. Bekanntgeworden war zuletzt, dass der Konzern seit längerer Zeit weiß, dass die Instagramnutzung die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen signifikant negativ beeinflusst, was in der Öffentlichkeit trotz besseren Wissens dementiert wurde.

Simon Lüthje

Ich bin der Gründer dieses Blogs und interessiere mich für alles was mit Technik zu tun hat, bin jedoch auch dem Zocken nicht abgeneigt. Geboren wurde ich in Hamburg, wohne nun jedoch in Bad Segeberg.

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