Homey Energy zeigt ab sofort eine Solarprognose für heute und morgen und rechnet aus, was die Einspeisung ins Stromnetz gerade bringt oder kostet. Athom, das Unternehmen hinter der Smart-Home-Zentrale Homey, hat die beiden Funktionen am 20. August 2026 als Erweiterung von Homey Energy vorgestellt, dem Energiemodul der Plattform.
Das Wichtigste in Kürze
- Solarprognose zeigt erwarteten Solarertrag für heute und morgen als gestrichelte Linie im Solar-Chart.
- Einspeisepreis berechnet, was Netzeinspeisung einbringt oder kostet, mit festem oder dynamischem Tarif.
- Beide Funktionen lassen sich über Flow-Karten in Automationen einbinden, etwa um Geräte in die sonnenreichsten Stunden zu legen.
- Verfügbar für Homey Pro (2023–2026), Homey Pro mini und Homey Self-Hosted Server; auf Homey Cloud nur mit Homey Premium.
- Voraussetzung: Firmware ab v13.4.0, Homey-App ab v10.1.0 und mindestens ein Solarpanel-Gerät in Homey.
Solarprognose: Wie viel Strom kommt heute und morgen vom Dach?
Bisher zeigte Homey Energy nur, was die Solaranlage bereits produziert hat. Die neue Solarprognose ergänzt das um eine Vorschau: Im Solar-Chart erscheint der erwartete Ertrag für heute und morgen als gestrichelte Linie neben der tatsächlichen Produktion. Die Berechnung stützt sich laut Athom auf lokale Wetterdaten, die hinterlegte Panel-Konfiguration und vergangene Ertragswerte. Sie soll mit der Zeit genauer werden, je mehr Produktionsdaten Homey sammelt.
Standardmäßig geht Homey von einer nach Süden ausgerichteten Anlage mit üblicher Neigung aus. Wer es genauer will, trägt Ausrichtung, Neigungswinkel und Spitzenleistung selbst ein und kann für Dachflächen mit unterschiedlicher Ausrichtung separate Panel-Gruppen anlegen.
Praktisch wird die Prognose vor allem über Flow-Karten: Sie liefern Werte für heute und morgen, darunter Ertrag in kWh, Spitzenleistung in Watt und die Stunden mit dem höchsten erwarteten Ertrag. Damit lassen sich Automationen bauen, die die Spülmaschine, das E-Bike-Ladegerät oder die Klimaanlage gezielt in die sonnenreichste Zeit legen, um mehr selbst erzeugten Strom zu nutzen, statt nur auf bereits gemessene Werte zu reagieren.
Einspeisepreis: Was die Netzeinspeisung wirklich bringt
Der zweite Baustein ist die Einspeisepreis-Berechnung. Sie zeigt, was das Einspeisen überschüssigen Solarstroms ins Netz aktuell einbringt oder, bei negativen Preisen, kostet. Den Tarif hinterlegt man einmal unter Energy → Einstellungen → Strom → Einspeisepreis, danach fließt er automatisch in die Energiebilanz von Homey Energy ein.
Zur Auswahl stehen zwei Modelle:
- Fester Preis: Der Einspeisetarif aus dem Stromvertrag wird einmalig eingetragen. Bei Verträgen mit Hoch- und Niedrigtarif liefert ein Durchschnittswert genauere Ergebnisse.
- Dynamischer Preis: Der Tarif ändert sich im Tagesverlauf. Homey aktualisiert ihn automatisch anhand aktueller Marktpreise, wobei der Importpreis als Basis dient und sich per Aufschlag anpassen lässt.
Für Nutzer mit dynamischem Stromtarif ist das eine sinnvolle Ergänzung: Homey unterstützt bereits seit 2025 dynamische Importpreise, unter anderem über eine Kooperation mit dem Ökostromanbieter Ostrom. Mit dem Einspeisepreis lässt sich jetzt auch die andere Seite der Rechnung abbilden, was besonders bei Verträgen mit Einspeisevergütung nach Marktwert interessant ist.
„Solaranlagen sind am nützlichsten, wenn man weiß, wann die Sonne am stärksten ist“, sagt Stefan Witkamp, CEO von Athom. „Mit einer Prognose und klaren Einspeisezahlen können Nutzer ihre Produktion planen, statt sie zu erraten.“
Voraussetzungen und Verfügbarkeit
Beide Funktionen sind ab sofort für folgende Homey-Systeme verfügbar, allerdings mit unterschiedlichen Voraussetzungen:
| Plattform | Voraussetzung |
|---|---|
| Homey Pro (2023–2026) | Firmware ab v13.4.0 |
| Homey Pro mini | Firmware ab v13.4.0 |
| Homey Self-Hosted Server | Firmware ab v13.4.0 |
| Homey Cloud | Homey Premium erforderlich |
| Homey Mobile App | ab Version 10.1.0 |
Für die Solarprognose braucht Homey außerdem mindestens ein eingerichtetes Solarpanel-Gerät. Ohne das bleibt die gestrichelte Linie im Chart leer.
Einordnung: Ein weiterer Baustein in Homeys Energie-Strategie
Solarprognose und Einspeisepreis reihen sich in eine ganze Serie von Homey-Energy-Updates der letzten Monate ein. Athom, seit 2024 Teil von LG Electronics, baut das Energiemodul kontinuierlich aus: Neben dynamischen Stromtarifen kamen zuletzt auch neue Matter-1.5-Gerätekategorien für Wechselrichter und Wärmepumpen sowie die Anbindung von Eltako-Geräten hinzu. Wer noch kein eigenes Dach-Solarsystem hat, sondern mit einem Balkonkraftwerk startet, findet in unserem Ratgeber Balkonkraftwerk: Das solltest du beachten die wichtigsten Grundlagen. Dort steht auch, wann sich ein Speicher zum Nachrüsten lohnt.
Der Trend ist erkennbar: Homey Energy soll nicht mehr nur Verbrauch protokollieren, sondern aktiv beim Planen helfen. Prognose statt Rückblick, lautet die Richtung. Das passt zur restlichen Produktrichtung, wie zuletzt auch die Sprachsteuerung über ChatGPT gezeigt hat, mit der Athom Homey zugänglicher für Einsteiger macht.
Fazit
Die Solarprognose und der Einspeisepreis machen Homey Energy von einer reinen Verbrauchsanzeige zu einem Planungswerkzeug. Wer eine Solaranlage besitzt und Geräte über Flows automatisiert, kann ab sofort gezielt in die sonnenreichsten Stunden verlegen, statt auf bereits produzierten Strom zu reagieren. Und wer einspeist, sieht erstmals direkt in Homey, was das gerade wert ist. Ein kleines, aber sinnvolles Update, das Besitzer von Homey Pro (2023–2026), Homey Pro mini und Self-Hosted-Server-Setups ohne Aufpreis bekommen.