HP hat mit dem OmniBook Ultra 16 nach eigenen Angaben den weltweit dünnsten Laptop mit NVIDIA RTX Spark vorgestellt. Das 16-Zoll-Notebook steckt bis zu 128 GB gemeinsamen Arbeitsspeicher, eine KI-Leistung von bis zu einem Petaflop bei FP4 und ein 3K-OLED-Display in ein nur 15,73 Millimeter dünnes Gehäuse. Ein konkreter Marktstart sowie ein finaler Preis stehen derzeit noch nicht fest – HP plant die Verfügbarkeit voraussichtlich für diesen Herbst. Parallel kündigte HP mit dem OmniDesk einen kompakten Desktop-PC mit demselben Chip an.
Die Zielgruppe ist klar umrissen: Leute, die lokale Sprachmodelle laufen lassen, mit agentenbasierten Workflows experimentieren oder rechenintensive Kreativ-Software nutzen wollen, ohne dafür auf Cloud-Dienste angewiesen zu sein. „HP konzentriert sich darauf, Geräte zu entwickeln, die intelligente Funktionen direkt in alltägliche Workflows integrieren“, sagt Samuel Chang, Senior Vice President bei HP, zur Vorstellung der beiden Geräte.
Das Wichtigste in Kürze
- HP OmniBook Ultra 16 ist laut Hersteller der dünnste Laptop mit NVIDIA RTX Spark (15,73 mm)
- Bis zu 128 GB LPDDR5X-Arbeitsspeicher und 1 Petaflop KI-Leistung bei FP4
- 16 Zoll, 3K-OLED-Display mit VESA DisplayHDR True Black 1000, bis 120 Hz
- 99-Wh-Akku für bis zu 17 Stunden Laufzeit, 50 % Ladung in rund 30 Minuten
- Marktstart voraussichtlich Herbst 2026, Preis noch nicht bekannt
- HP OmniDesk als Desktop-Pendant mit RTX Spark folgt voraussichtlich ab April 2027
Was ist NVIDIA RTX Spark eigentlich?
NVIDIA RTX Spark ist eine neue Plattform für Windows-PCs, die persönliche KI-Agenten, lokale KI-Anwendungen und klassische RTX-Grafikleistung in einem Chip bündelt. Die Plattform basiert auf dem sogenannten N1X-Superchip, den NVIDIA bereits im Vorfeld zur gamescom 2026 ausführlich angekündigt hatte und der ab Oktober 2026 in ersten Geräten von Partnern wie Asus, Dell, Lenovo, MSI, Microsoft, Acer und eben HP steckt.
Der Chip kommt in zwei Ausbaustufen: einer Variante mit 20 CPU-Kernen, 6.144 CUDA-Kernen (Blackwell-Architektur) und 24 bis 128 GB unified memory für Laptops und Mini-PCs, sowie einer kleineren Variante mit 18 CPU-Kernen, 5.120 CUDA-Kernen und bis zu 32 GB Speicher, die ausschließlich in Notebooks zum Einsatz kommt. Die GPU-Leistung der großen Variante bewegt sich laut ersten Einschätzungen etwa auf dem Niveau einer GeForce RTX 5070. Dank des großzügigen, geteilten Arbeitsspeichers lassen sich damit aber auch größere KI-Modelle lokal ausführen, als es eine Desktop-Grafikkarte mit fest verbautem GDDR7-Speicher erlauben würde. Verwechseln sollte man RTX Spark übrigens nicht mit dem Nvidia DGX Spark, einem separaten Mini-Rechner für KI-Entwickler: RTX Spark ist die für Windows-Notebooks und -Desktops zugeschnittene Variante der Plattform.
Mit RTX Spark tritt NVIDIA direkt gegen Intel, AMD und Qualcomm im Markt für KI-PCs an. Das Segment wächst seit den ersten Copilot+-Laptops mit Snapdragon X Elite stetig, und lokale NPU- beziehungsweise GPU-Leistung ist längst zum zentralen Verkaufsargument geworden.
HP OmniBook Ultra 16: Technische Daten im Detail
Das OmniBook Ultra 16 setzt auf eine neu entwickelte Tower-Hinge- und Trunk-Architektur, die für bessere Luftzirkulation und Wärmeableitung in einem besonders schlanken Gehäuse sorgen soll. HP nennt das eine Premiere bei einem Consumer-Notebook. Größere Heatpipes und zwei dünne Lüfter sollen dafür sorgen, dass die Leistung auch bei länger laufenden KI- und Kreativ-Workloads stabil bleibt. Ob das im Alltag auch leise gelingt, muss sich in ersten Tests noch zeigen.
| Komponente | HP OmniBook Ultra 16 |
|---|---|
| Prozessor/GPU | NVIDIA RTX Spark N1X, wahlweise 18-Kern-CPU / 5.120 CUDA-Kerne oder 20-Kern-CPU / 6.144 CUDA-Kerne |
| Arbeitsspeicher | 32, 64 oder 128 GB LPDDR5X-9400 (unified memory) |
| KI-Leistung | bis zu 1 Petaflop bei FP4 |
| Speicher | bis zu 2 TB PCIe-Gen5-NVMe-SSD |
| Display | 16 Zoll, 3K-OLED (2.880 × 1.800 Pixel), bis 120 Hz, 500 nits SDR / 1.100 nits HDR, 100 % DCI-P3, VESA DisplayHDR True Black 1000 |
| Akku | 99 Wh, bis zu 17 Stunden Laufzeit, 50 % Ladung in rund 30 Minuten (140-W-USB-C-Ladegerät) |
| Gewicht/Bauhöhe | ca. 2,2 kg, 15,73 mm |
| Anschlüsse | 2× USB-C (40 Gbps, DisplayPort 2.1, Power Delivery), 2× USB-A (10 Gbps), 3,5-mm-Klinke, microSD, Wi-Fi 7, Bluetooth 6.0 |
| Sonstiges | Quad-Speaker mit Smart Amplifier, 5-MP-IR-Webcam, haptisches Touchpad |
Zum Vergleich, wie sich RTX-Grafikleistung sonst in kompakten Formfaktoren niederschlägt, lohnt ein Blick auf die ASUS ProArt GeForce RTX 5090: Dort steckt zwar deutlich mehr Rohleistung in einem klassischen Desktop-Gehäuse, dafür bietet das OmniBook Ultra 16 die gleiche RTX-Technologie in einem Bruchteil des Platzes. Rekorde bei dünnen Notebook-Gehäusen sind ohnehin nichts Neues, schon der 9 Millimeter dünne Acer Swift 7 sorgte seinerzeit für Aufsehen. Nur dass das OmniBook Ultra 16 dabei deutlich mehr Rechenleistung und entsprechend mehr Kühlbedarf unterbringen muss.
HP OmniDesk: KI-Rechenpower für den Schreibtisch
Neben dem Laptop kündigte HP mit dem OmniDesk auch einen kompakten Desktop-PC mit RTX Spark an. Details zu Gehäuse, Anschlüssen und genauer Ausstattung will HP erst später veröffentlichen. Fest steht bislang nur, dass der OmniDesk dank durchgehend verfügbarer Leistung auch länger laufende KI-Agenten und Hintergrundprozesse am Laufen halten soll, selbst wenn niemand gerade am Gerät sitzt. Ein Dauerbetrieb für KI-Aufgaben, den man von klassischen Windows-Desktops bislang eher nicht kannte.
Preis und Verfügbarkeit
Das HP OmniBook Ultra 16 soll laut HP voraussichtlich noch diesen Herbst bei HP.com und im Handel erhältlich sein. Konkrete Preise hat HP bisher nicht kommuniziert – diese werden zum Marktstart erwartet. Der HP OmniDesk soll frühestens ab April 2027 folgen, Preise nennt HP dafür noch nicht.
Fazit: Viel Leistung, aber auch ein happiger Preis
Das HP OmniBook Ultra 16 packt mehr lokale KI-Rechenleistung in ein Gehäuse, das bislang eher schlanken Ultrabooks vorbehalten war. Das ist die eigentliche Neuigkeit, nicht der Formfaktor allein. Ob sich das OmniBook Ultra 16 für Normalanwender lohnt, hängt neben dem noch unbekannten Endpreis vor allem davon ab, wie stark man tatsächlich auf lokale KI-Workflows statt Cloud-Dienste setzt. Wer nur gelegentlich mit ChatGPT chattet, braucht das nicht. Für alle, die mit großen Open-Source-Modellen experimentieren oder rechenintensive Kreativ-Software lokal betreiben wollen, ist das OmniBook Ultra 16 schon jetzt eines der spannendsten RTX-Spark-Notebooks vor dem offiziellen Marktstart der Plattform im Oktober 2026.
Quellen: HP Newsroom