Huawei MateBook Fold 2026: 18-Zoll-Falt-OLED trifft auf Kirin X90 Plus

Philipp Briel
Philipp Briel · 6 Min. Lesezeit
Huawei MateBook Fold 2026
Bild: Huawei

Huawei hat am 5. August 2026 die zweite Generation des MateBook Fold Ultimate Design vorgestellt. Das Gerät klappt ein 18 Zoll großes OLED-Display auf 13-Zoll-Format zusammen, wiegt 1,16 kg und läuft mit dem neuen Kirin X90 Plus unter HarmonyOS 6.1. Die Preise starten bei 24.999 Yuan, umgerechnet rund 3.200 Euro – vorerst allerdings nur in China.

Das Wichtigste in Kürze

  • 18-Zoll-Falt-OLED mit 3.296 × 2.472 Pixeln, 1.600 Nits HDR-Spitze und 92 Prozent Screen-to-Body-Ratio.
  • Neuer Kirin X90 Plus mit 28 Watt TDP und laut Huawei 25 Prozent mehr Leistung als der Vorgänger.
  • 1,16 kg Gewicht, 74,69 Wh Akku und 140-Watt-Schnellladen.
  • Keine feste Tastatur: Bluetooth-Keyboard mit Trackpad oder Software-Tastatur auf der unteren Displayhälfte.
  • Drei Varianten von 24.999 bis 29.999 Yuan, Marktstart in China am 14. August 2026.

Zwei Geräte in einem Gehäuse

Die Idee hinter dem Huawei MateBook Fold ist unverändert: Aufgeklappt liegt ein 18-Zoll-Tablet im 4:3-Format vor dir, zusammengeklappt sieht das Ganze aus wie ein 13-Zoll-Notebook. Ein ausklappbarer Standfuß auf der Rückseite hält das Panel im Querformat aufrecht, wenn du es als Monitor oder Zweitbildschirm nutzen willst.

Beeindruckend bleibt vor allem die Physik dahinter. Geöffnet misst das Gerät gerade einmal 7,6 mm, geschlossen 14,9 mm. Zum Vergleich: Ein MacBook Air liegt bei rund 11 mm, und das ganz ohne Falt-Mechanik. Die 1,16 kg Gesamtgewicht sind für ein 18-Zoll-Panel ohnehin bemerkenswert.

Das Scharnier hat Huawei überarbeitet. Es setzt weiterhin auf die Wassertropfen-Bauform, besteht jetzt aber aus einem zirkoniumbasierten Flüssigmetall. Beim Display kommt eine UTG-Schicht (Ultra Thin Glass) mit einem Verbund aus nicht-newtonscher Flüssigkeit zum Einsatz. Huawei beziffert die Verbesserung auf 90 Prozent mehr Stoßfestigkeit und die zehnfache Biegefestigkeit gegenüber der ersten Generation, zertifiziert durch SGS. Ob das in der Praxis hält, wird sich zeigen. Die Knickfalte bleibt bei Falt-Displays bislang die Achillesferse.

Kirin X90 Plus: 25 Prozent mehr Leistung bei 28 Watt

Der interessanteste Teil steckt unter der Haube. Der HiSilicon Kirin X90 Plus löst den Kirin X90 des Vorgängers ab und soll laut Huawei rund 25 Prozent mehr Gesamtleistung liefern, bei einer TDP von 28 Watt. Konkrete Zahlen nennt der Hersteller nur anwendungsbezogen: WPS Office öffnet Dokumente 30 Prozent schneller, CapCut Pro rendert Videos 23 Prozent flotter, die Bildverarbeitung legt um 25 Prozent zu.

Unabhängige Benchmarks fehlen bisher. Für die Kühlung sorgt eine besonders flache Vapor Chamber, was bei 7,6 mm Bauhöhe im aufgeklappten Zustand auch nötig sein dürfte.

Huawei MateBook Fold 2026
Bild: Huawei

Beim Speicher stehen 24 oder 32 GB LPDDR5X zur Wahl, dazu 512 GB, 1 TB oder 2 TB SSD. Huawei wirbt außerdem mit einer Speicherkompression, die Dateien 50 Prozent schneller packen und 40 Prozent mehr Volumen bei großen Dateien schaffen soll.

Technische Daten im Überblick

Merkmal Huawei MateBook Fold Ultimate Design (2026)
Display 18 Zoll doppellagiges Falt-OLED, 4:3, 3.296 × 2.472 Pixel
Helligkeit 700 Nits (vollflächig), 1.600 Nits (HDR-Spitze)
Zusammengeklappt 13 Zoll, 2.472 × 1.648 Pixel
Prozessor HiSilicon Kirin X90 Plus, 28 Watt TDP
Arbeitsspeicher 24 oder 32 GB LPDDR5X
Speicher 512 GB, 1 TB oder 2 TB SSD
Akku 74,69 Wh (6.400 mAh), 140 Watt Laden
Betriebssystem HarmonyOS 6.1
Kamera 8 Megapixel (Front)
Anschlüsse 2 × USB-C, Wi-Fi 6, Bluetooth 5.2
Maße 7,6 mm (offen), 14,9 mm (geschlossen)
Gewicht 1,16 kg
Farben RadianGold, Sky White, Phantom Black
Preis (China) 24.999 bis 29.999 Yuan (ca. 3.200 bis 3.850 Euro)

Tippen ohne Tastatur

Eine fest verbaute Tastatur gibt es nicht. Huawei legt stattdessen ein kabelloses Bluetooth-Keyboard mit Trackpad bei, das du auf die untere Displayhälfte legst. Wer das Zubehör gerade nicht dabei hat, blendet eine Software-Tastatur direkt auf dem unteren Panel ein.

Neu in dieser Generation ist die Stylus-Unterstützung. Der beiliegende M-Pencil erlaubt handschriftliche Notizen, systemweite Annotationen und Split-Screen-Arbeit über beide Displayhälften hinweg. Stift und Tastatur gehören zum Lieferumfang – bei einem Preis jenseits von 3.000 Euro darf man das aber auch erwarten.

HarmonyOS 6.1 schaltet je nach Haltung zwischen Tablet-, Notebook- und Desktop-Modus um. Die KI-Assistenz Xiaoyi übernimmt Aufgabenautomatisierung, Recherche und Notizfunktionen, wobei Huawei einen Teil der Features erst per OTA-Update im September nachreichen will.

Preise und Verfügbarkeit

Huawei bietet das MateBook Fold in drei Konfigurationen an:

  • 24 GB + 512 GB: 24.999 Yuan (ca. 3.200 Euro)
  • 24 GB + 1 TB: 26.999 Yuan (ca. 3.460 Euro)
  • 32 GB + 2 TB: 29.999 Yuan (ca. 3.850 Euro)

Vorbestellungen laufen seit dem 5. August, der reguläre Verkauf startet am 14. August 2026. Bislang ist der Markt auf China beschränkt, und eine offizielle Ankündigung für Europa gibt es nicht. Schon die erste Generation blieb dem chinesischen Markt vorbehalten, was angesichts von HarmonyOS ohne Google-Dienste und ohne Windows-Kompatibilität auch nachvollziehbar ist.

Andere Huawei-Produkte schaffen den Sprung nach Deutschland dagegen problemlos. Das HUAWEI MatePad Pro Max ist hierzulande seit Ende Juni erhältlich, und auch das MatePad Air (2026) kam gleich global auf den Markt.

Wie schlägt sich die Konkurrenz?

Faltbare Notebooks sind bis heute ein Nischenprodukt. Lenovo war mit dem ThinkPad X1 Fold früh dran, hatte aber mit Preis, Gewicht und Software zu kämpfen. Wir haben uns damals die zweite Generation des faltbaren ThinkPads angesehen. Auch Asus und HP haben Falt-Konzepte gezeigt, ohne dass daraus ein Massenmarkt geworden wäre.

Huawei geht das Thema anders an: größeres Panel, eigener ARM-Chip, eigenes Betriebssystem. Das umgeht die Windows-on-ARM-Probleme, die anderen Herstellern im Weg standen, kostet aber App-Kompatibilität außerhalb des HarmonyOS-Ökosystems. Denselben Weg fährt Huawei auch bei Smartphones, etwa beim Pura 80 Ultra.

Häufige Fragen zum Huawei MateBook Fold

Was kostet das Huawei MateBook Fold 2026?

Die Preise beginnen bei 24.999 Yuan (rund 3.200 Euro) für 24 GB RAM und 512 GB Speicher. Die Topversion mit 32 GB und 2 TB kostet 29.999 Yuan (rund 3.850 Euro).

Wann kommt das Huawei MateBook Fold 2026 auf den Markt?

Vorbestellungen laufen seit dem 5. August 2026, der Verkauf startet am 14. August 2026 – zunächst ausschließlich in China.

Kommt das MateBook Fold nach Deutschland?

Huawei hat bislang keinen Marktstart außerhalb Chinas angekündigt. Auch die erste Generation blieb dem Heimatmarkt vorbehalten.

Welcher Prozessor steckt im MateBook Fold 2026?

Der HiSilicon Kirin X90 Plus mit 28 Watt TDP. Er soll rund 25 Prozent mehr Leistung liefern als der Kirin X90 der ersten Generation.

Läuft Windows auf dem MateBook Fold?

Nein. Das Gerät setzt auf HarmonyOS 6.1, Huaweis eigenes Betriebssystem. Windows-Anwendungen laufen darauf nicht.

Fazit

Das Huawei MateBook Fold der zweiten Generation ist weniger eine Neuerfindung als eine gründliche Überarbeitung: stärkerer Chip, robusteres Display, endlich Stylus-Support. Technisch ist das derzeit das ambitionierteste Falt-Notebook auf dem Markt, und die 1,16 kg für ein 18-Zoll-Panel bleiben eine Ansage.

Der Haken ist der gleiche wie beim Vorgänger. Über 3.000 Euro, Verkauf nur in China, HarmonyOS statt Windows – das ergibt ein Gerät, das hierzulande vor allem als Technologiedemo interessant ist. Wer sehen will, wohin sich mobile Formfaktoren entwickeln, sollte trotzdem hinschauen. Und falls Huawei irgendwann doch nach Europa kommt, hätte der Markt endlich mal wieder ein Notebook, das nicht wie alle anderen aussieht.

Quellen: Huawei