IFA 2026: MOVA zeigt taktile Saugroboter, Mähroboter mit Greifarm und Embodied-AI-Technik

Jens Scharfenberg
Jens Scharfenberg · 4 Min. Lesezeit
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Bild: MOVA

MOVA hat auf der IFA 2026 in Berlin unter dem Motto „The AI MOVAment“ nach eigenen Angaben 22 weltweite Produktpremieren und 15 neue Technologien gezeigt. Auf mehr als 1.700 Quadratmetern Standfläche demonstriert die Premium-Marke der Dreame-Gruppe Lösungen für Gartenpflege, Haushaltsreinigung, Poolreinigung und sogenannte Embodied AI – also künstliche Intelligenz, die nicht nur digital arbeitet, sondern aktiv mit der physischen Umgebung interagiert. Konkrete Preise oder Verkaufstermine für die gezeigten Technologien nennt MOVA bislang nicht, der Fokus liegt klar auf der technologischen Richtung der Marke.

TactiPercept: Saugroboter erhalten einen Tastsinn

Mit TactiPercept ergänzt MOVA die visuelle Navigation seiner Saugroboter um eine taktile Wahrnehmung. 128 Drucksensoren, eine flexible Dämpfungsstruktur und Echtzeit-Feedback sollen Berührungen mit Möbeln, Wänden und anderen Hindernissen erfassen, sodass der Roboter Bewegung und Reinigungsstrategie unmittelbar anpassen kann.

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Laut MOVA ermöglicht das ein kontrolliertes Abbremsen bei leichtem Kontakt, wandnahes Reinigen mit sicherem Kontakt sowie Unterstützung bei der autonomen Selbstbefreiung, etwa wenn sich der Roboter irgendwo verkeilt hat.

AquaSonar: stabile Verbindung für Poolroboter unter Wasser

Da sich klassische WLAN-Signale unter Wasser nicht zuverlässig übertragen lassen, setzt MOVA bei Poolrobotern künftig auf AquaSonar, eine Ultraschallkommunikation samt Relaistechnik, die direkt in die Ladestation integriert ist. Eine separate schwimmende Kommunikationsboje, wie sie bei anderen Systemen üblich ist, soll dadurch entfallen.

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Nutzer sollen so auch während der laufenden Reinigung den Status ihres Poolroboters prüfen und wichtige Funktionen steuern können. MOVA ist mit Modellen wie dem Rover X10 und dem Diver A10 bereits im Poolroboter-Markt vertreten; zur IFA 2026 zeigt mit dem RockAqua P1 von Roborock auch die Konkurrenz erstmals ein eigenes Gerät in dieser Kategorie.

UltraTrim 3.0 und 4.0: präziser bis an die Rasenkante

Als nach eigenen Angaben weltweit führende Marke nach Absatzvolumen bei LiDAR-Mährobotern stellt MOVA zwei neue UltraTrim-Technologien für die Rasenkantenpflege vor. UltraTrim 3.0 debütiert im LiDAX Ultra Gen 2 und nutzt eine separate Schneidscheibe, die laut Hersteller einen Kantenabstand von 0 cm entlang von Mauern, Zäunen und Hecken ermöglichen soll.

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Bei niveaugleichen Übergängen kann der Mäher die Begrenzung direkt überfahren. UltraTrim 4.0 ergänzt einen ausfahrbaren, adaptiven Kantenschneidarm, der sich an Unebenheiten im Gelände anpasst und zwischen drei Schnitthöhen von 4, 5 und 6 cm wählen lässt, inklusive automatischem Einziehen bei Hindernissen.

AstraX: Mähroboter mit Multifunktionsarm

Mit AstraX erweitert MOVA den klassischen Mähroboter um einen Multifunktionsarm mit wechselbaren Werkzeugaufsätzen. Erkennt die KI-Bilderkennung ein Objekt auf der Mähroute, soll der Arm es selbstständig entfernen, bevor der Roboter seine Arbeit fortsetzt.

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Über einen Zweifingergreifer kann AstraX zudem Früchte aus niedrigen Positionen aufnehmen, eine Bewässerungsdüse ermöglicht zusätzlich das zeitgesteuerte Bewässern festgelegter Bereiche. Auf der IFA zeigte MOVA eine Live-Demonstration mit mehreren synchronisierten AstraX-Einheiten.

Knot 80: Embodied AI mit feinfühliger Greifsteuerung

Den deutlichsten Schritt in Richtung Embodied AI zeigt MOVA mit Knot 80, einem humanoid inspirierten Roboterarm mit 3D-Raumerfassung und intelligenter Greifsteuerung. Die Roboterhand verfügt laut Hersteller über elf Freiheitsgrade, das gesamte Armsystem über 15 Gelenke.

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Bei Objekten unterschiedlicher Form, Material und Ausrichtung soll Knot 80 Position und räumliche Lage erkennen, eine passende Greifbewegung bestimmen und die Greifkraft dynamisch zwischen 25 und 50 N anpassen, unterstützt durch kontinuierliches visuelles Feedback für Korrekturen in Echtzeit. Auch andere Hersteller investieren aktuell in diese Richtung: Erst kürzlich vertieften etwa LG und NVIDIA ihre Kooperation im Bereich Physical AI, um den Sprung vom Industrieroboter zum Haushaltsroboter zu schaffen.

NexLawn: eigener Ausstellungsbereich am MOVA-Stand

Ergänzt wird der Messeauftritt durch NexLawn, ein Unternehmen der MOVA Group, das sich mit einem eigenen Bereich innerhalb des MOVA-Standes präsentiert. Gezeigt werden dort Mähroboter und Poolroboter für den privaten Bereich sowie ein gewerblicher Mähroboter für professionelle Rasenpflege.

Einordnung: Von der Wahrnehmung zur Ausführung

Vom Tastsinn eines Saugroboters über die adaptive Rasenkantenpflege bis zur präzisen Objektmanipulation verfolgen die auf der IFA 2026 gezeigten MOVA-Technologien eine gemeinsame Linie: KI soll die physische Welt nicht nur wahrnehmen, sondern Situationen bewerten, Entscheidungen treffen und diese in der realen Welt umsetzen. Ob und wann die gezeigten Technologien in Serienprodukte münden, ließ MOVA offen. Als Schwestermarke von Dreame, die auf derselben Messe unter anderem einen Saugroboter mit 180-°C-Dampfquelle vorgestellt hat, dürfte sich zeigen, welche der hier gezeigten Technologien zuerst in beiden Marken landen.

Quellen