iiyama bringt mit dem G-Master GOB2701QSC-B1 Titan Falcon seinen allerersten OLED-Gaming-Monitor auf den Markt. Es ist ein 27-Zöller mit WQHD-Auflösung, 280 Hz und einem WOLED-Panel der vierten Generation von LG Display. Der spannendste Teil steht aber im Preisschild: Erste Händler rufen rund 449 Euro auf, womit der Titan Falcon zu den günstigsten 280-Hz-OLEDs in dieser Klasse zählt.
Jahrelang war iiyama im OLED-Segment komplett abwesend. Die Marke kennt man eher aus dem mittleren Preisbereich, früher auch von Röhrenmonitoren. Dass der Einstieg jetzt ausgerechnet mit einem aggressiv kalkulierten High-End-Panel kommt, ist deshalb durchaus eine Ansage.
Das Wichtigste in Kürze:
- 27 Zoll WOLED der 4. Generation (META 3.0 / Primary RGB Tandem OLED) von LG Display
- WQHD-Auflösung (2.560 × 1.440 Pixel) bei 280 Hz und 0,03 ms Reaktionszeit (GtG)
- Bis zu 1.500 cd/m² Spitzenhelligkeit (HDR), DisplayHDR True Black 400
- NVIDIA G-Sync Compatible (48–280 Hz) und AMD FreeSync Premium
- DisplayPort 1.4 mit DSC, 2× HDMI 2.1, USB-C mit 65 W, KVM-Switch
- Drei Jahre Garantie inklusive Burn-in, Marktstart laut Händlern ab 9. Juli 2026, Preis rund 449 Euro
Wer sich generell für das Thema interessiert: Der OLED-Markt zieht gerade massiv an. Erst kürzlich haben wir berichtet, dass die OLED-Monitor-Auslieferungen 2025 um 92 Prozent gewachsen sind – genau dieser Preisverfall macht ein Gerät wie den Titan Falcon erst möglich.
WOLED der 4. Generation: Was im Titan Falcon steckt
iiyama setzt beim Debüt bewusst nicht auf Samsungs QD-OLED, sondern auf ein WOLED-Panel von LG Display. Konkret handelt es sich um die vierte Generation, die LG je nach Marketing-Laune als „META 3.0“ oder „Primary RGB Tandem OLED“ bezeichnet. Der technische Kern ist eine Vier-Stapel-Architektur mit getrennten roten und grünen Emittern.
Der Vorteil dieser Bauweise: mehr Farbreinheit, höhere Effizienz und vor allem deutlich mehr Helligkeit. iiyama gibt punktuell bis zu 1.500 cd/m² im HDR-Betrieb an. Über die gesamte Bildfläche bleibt es realistischer bei etwa 335 cd/m² – ein typischer Wert für diese Panel-Klasse. Spannend ist auch die überarbeitete Subpixel-Struktur, die schärfere Texte verspricht. Genau die unscharfe Schriftdarstellung war bei älteren OLED-Generationen ein wiederkehrender Kritikpunkt, etwa auch beim ASUS ROG Strix OLED XG27AQDMG aus unserem Test.
Beim Format bleibt iiyama bodenständig: 2.560 × 1.440 Pixel auf 27 Zoll. Das ist nach wie vor der Sweetspot für PC-Gaming, weil man eine starke Bildschärfe bekommt, ohne dass die Grafikkarte gleich am Limit läuft wie bei 4K. Mit 280 Hz und einer GtG-Reaktionszeit von 0,03 ms richtet sich der Monitor klar an kompetitive Spieler.
Technische Daten im Überblick
| Spezifikation | iiyama G-Master GOB2701QSC-B1 Titan Falcon |
|---|---|
| Panel | WOLED 4. Generation (META 3.0), 27 Zoll, flach |
| Auflösung | 2.560 × 1.440 Pixel (WQHD), 16:9 |
| Bildwiederholrate | bis 280 Hz |
| Reaktionszeit | 0,03 ms (GtG) |
| Helligkeit | 335 cd/m² typisch, bis 1.500 cd/m² (HDR-Peak) |
| Kontrast | 1.500.000:1 |
| Farbraum | 99,5 % DCI-P3, 95 % Adobe RGB, 150 % sRGB, 10 Bit |
| HDR | DisplayHDR True Black 400 |
| Adaptive Sync | NVIDIA G-Sync Compatible (48–280 Hz), AMD FreeSync Premium |
| Anschlüsse | 2× HDMI 2.1, 1× DisplayPort 1.4 (DSC), 1× USB-C (65 W PD), USB-3.2-Hub, Kopfhörerausgang |
| Extras | KVM-Switch, PiP/PbP, OLED-Schutzfunktionen, 2× 5 W Lautsprecher, RGB-Backlight |
| Ergonomie | Höhe 150 mm, Pivot, Swivel, Tilt, VESA 100 × 100 mm |
| Garantie | 3 Jahre inklusive Burn-in |
| Preis / Marktstart | ca. 449 Euro / ab 9. Juli 2026 (laut Händlern) |
Anschlüsse und Komfort: mehr als nur ein Gaming-Display
Bei der Konnektivität hat iiyama nicht gespart. Neben einem DisplayPort 1.4 mit DSC gibt es zwei HDMI-2.1-Eingänge sowie einen USB-C-Port mit 65 Watt Power Delivery. Damit lässt sich ein Notebook über ein einziges Kabel anschließen und gleichzeitig laden. Ein kleiner Wermutstropfen: Der USB-C-Anschluss bietet offenbar keinen DisplayPort-Modus und arbeitet mit 5 Gbit/s.
Praktisch für alle, die zwischen mehreren Geräten wechseln, ist der integrierte KVM-Switch. Damit steuert man zwei Rechner mit einer einzigen Tastatur-Maus-Kombi. Dazu kommen PiP- und PbP-Modi, ein USB-3.2-Hub, zwei 5-Watt-Lautsprecher und eine anpassbare LED-Hintergrundbeleuchtung. Über die hauseigene Software iiGMasterControl lässt sich der Monitor direkt vom Betriebssystem aus kalibrieren und konfigurieren. Der Standfuß bietet 150 mm Höhenverstellung samt Pivot, Swivel und Neigung.
Und das Dauerthema bei OLED, das Einbrennen? iiyama verbaut die üblichen Schutzmechanismen wie Pixel-Shift, Panel-Reinigungszyklen und vorbeugende Wartungsfunktionen. Dazu gibt es drei Jahre Garantie, die Burn-in ausdrücklich einschließt. Dass dieser Punkt mittlerweile fast Standard ist, zeigt, wie sehr sich das OLED-Segment normalisiert hat.
Preis und Einordnung: Lohnt sich der Titan Falcon?
Der Preis ist die eigentliche Nachricht. Während die meisten WQHD-OLEDs mit hoher Bildrate deutlich über 600 Euro liegen, haben mehrere europäische Shops den Titan Falcon bei rund 449 bis 459 Euro gelistet. Damit wäre er einer der günstigsten 27-Zoll-WQHD-OLEDs mit 280 Hz überhaupt. Der Marktstart soll laut Händlerangaben ab dem 9. Juli 2026 erfolgen.
Zur Einordnung: Ein vergleichbar ausgestatteter LC-Power LC-M27QO mit QD-OLED und 240 Hz startet bei 499 Euro, und auch Modelle von LG, Samsung oder ASUS bewegen sich oft zwischen 550 und 800 Euro. iiyama unterbietet das also spürbar – zumindest auf dem Papier. Wie sich die Helligkeit, die Textschärfe und die Schutzfunktionen im Alltag wirklich schlagen, müssen unabhängige Tests nach dem Launch zeigen. Ein 280-Hz-WOLED zu diesem Kurs klingt erst mal nach einem fairen Deal, gerade für alle, die kompetitiv spielen, aber keine 700 Euro ausgeben wollen.
Wer höher hinaus will, findet im Portfolio von LG mit dem UltraGear OLED 27GX790B und seinem 720-Hz-Tandem-Panel die deutlich schnellere, aber auch teurere Alternative. Für die meisten Gamer dürfte der Titan Falcon mit seinen 280 Hz allerdings vollkommen ausreichen.
Fazit zum iiyama G-Master GOB2701QSC-B1 Titan Falcon
Mit dem G-Master GOB2701QSC-B1 Titan Falcon steigt iiyama spät, aber durchdacht ins OLED-Geschäft ein. Statt mit einem Prestige-Modell zu protzen, zielt der Hersteller auf das Preis-Leistungs-Segment: aktuelles WOLED-Panel der vierten Generation, 280 Hz, WQHD, ordentliche Anschlüsse samt KVM und USB-C, dazu eine Burn-in-Garantie über drei Jahre. Wenn der Straßenpreis bei rund 449 Euro bleibt, könnte der Titan Falcon zu einer der interessantesten Optionen für preisbewusste OLED-Käufer werden. Den endgültigen Beweis liefern aber erst die Tests nach dem Marktstart.
Quellen: iiyama (offizielle Produktseite), ComputerBase