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Indonesien: Tesla soll Nickel für 5 Milliarden Dollar erhalten

Medienberichten und vagen Äußerungen eines zuständigen Ministers zufolge soll Tesla einen Deal mit Indonesien abgeschlossen haben. Das Unternehmen soll für 5 Milliarden US-Dollar Nickel kaufen und eine Fabrik in Indonesien ansiedeln.

Indonesische Nickelpolitik

In Indonesien befinden sich die größten bestätigten Nickelvorkommen der Erde. Das Land baut seine Wirtschaftspolitik zum Teil auf diesen Vorkommen auf und arbeitet am Aufschwung. Kernpunkt dieser Nickelpolitik ist der Grundsatz, dass das Rohmaterial nicht schlicht ins Ausland verkauft wird. Stattdessen ist der Verkauf von Nickel an Investitionen innerhalb Indonesiens gebunden. Konkret bedeutet das: Wer Nickel aus Indonesien kaufen möchte, muss sich im Land niederlassen. Nun soll sich auch Tesla auf eine derartige Vereinbarung eingelassen haben, um an den begehrten Batterierohstoff zu kommen.

Der indonesische Investitionsminister berichtete, dass sich ein Team des Unternehmens in Indonesien befinde, ein fünf Jahre lang laufender Vertrag über den Verkauf zweier wichtiger Produkte geschlossen worden sei und Tesla fünf Milliarden Dollar zahle. Die Äußerungen blieben jedoch vage. So sprach der Minister nicht explizit von Nickel und äußerte – im Widerspruch zu seinen Aussagen –, nichts über die Inhalte des Abkommens verraten zu wollen.

Bereits im Mai hatte ebendieser Minister mitgeteilt, Tesla habe den Bau einer Batterie- und Elektroautofabrik in der indonesischen Provinz Zentraljava zugesagt. Zugleich gab er damals an, über die Vertragsdetails werde noch verhandelt.

Chinesische Unternehmen im Spiel?

Chinesische Medien berichteten unterdessen, dass chinesische Unternehmen an dem Deal beteiligt seien. Ihnen zufolge ginge das Nickel zunächst an chinesische Unternehmen, die es verarbeiteten und anschließend an Tesla verkauften. Inwieweit den Berichten aus dem diktatorisch regierten Staat ohne Pressefreiheit zu trauen ist, ist nicht klar. Tatsächlich jedoch haben Ende Juli zwei chinesische Unternehmen, die Nickelschmelzen in Indonesien betreiben, bekanntgegeben, Tesla mit Nickel zu beliefern.

Ein Grund für Teslas Ansiedlung in Indonesien könnte dabei auch darin bestehen, den Anforderungen des Inflation Reduction Acts, mit dem die US-Regierung unter anderem Elektroautokäufe mit 7.500 US-Dollar subventioniert, bestehen: Die Förderung gibt es nur, wenn das Auto frei von Materialien oder Arbeit aus China ist. Inwiefern eine eventuelle Kooperation mit in Indonesien befindlichen Nickelschmelzen chinesischer Unternehmen die Förderfähigkeit beeinträchtigen könnte, kann an dieser Stelle nicht geklärt werden.

In jedem Falle bleibt die weitere Entwicklung in der Angelegenheit abzuwarten. Vieles deutet jedoch darauf hin, dass Tesla sich mit seiner nächsten Gigafactory tatsächlich in Indonesien ansiedeln und das dort geförderte Nickel direkt verarbeiten könnte. Erst kürzlich hatte Musk den Bau einer weiteren solchen Gigafactory angekündigt, dabei jedoch Kanada als Standort ins Spiel gebracht.

Simon Lüthje

Ich bin der Gründer dieses Blogs und interessiere mich für alles was mit Technik zu tun hat, bin jedoch auch dem Zocken nicht abgeneigt. Geboren wurde ich in Hamburg, wohne nun jedoch in Bad Segeberg.

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