Insta360 Luna Ultra: Erste Gimbal-Kamera mit Leica-Optik und 8K ist da

Philipp Briel
Philipp Briel · 6 Min. Lesezeit
Insta360 Luna Ultra
Bild: Insta360

Die Insta360 Luna Ultra ist Insta360s erste Gimbal-Kamera. Sie wurde gemeinsam mit Leica entwickelt, kombiniert ein Dual-Objektiv-System mit 8K-Video und einem abnehmbaren OLED-Touchscreen und wiegt dabei kaum mehr als 200 Gramm. Vorgestellt wurde sie in Leicas Hauptsitz in Wetzlar. In Deutschland startet sie ab dem 30. Juni, das Standard-Bundle kostet 729 Euro.

Damit greift Insta360 ein Segment an, das DJI mit der Osmo-Pocket-Reihe lange für sich hatte. Und der Hersteller macht keinen Hehl daraus, gegen wen die Luna Ultra antritt.

TL;DR

  • Erste Gimbal-Kamera von Insta360, gemeinsam mit Leica entwickelt
  • Dual-Objektiv: 1″-Hauptsensor mit Leica Summicron plus 1/1,3″-Telekamera
  • 8K mit 30 fps, Dolby Vision, 10-Bit I-Log, bis zu 14 Blendenstufen Dynamikumfang
  • Abnehmbarer 2″-OLED-Touchscreen als Fernbedienung und Monitor, bis 20 Meter Reichweite
  • Knapp über 200 Gramm, 1.550-mAh-Akku, bis zu 4 Stunden Laufzeit
  • Preis: 729 Euro (Standard-Bundle), 929 Euro (Creator-Bundle)

Wer den Weg zur Luna verfolgt hat, kennt schon unsere frühere Berichterstattung zum ersten Teaser der Luna. Damals war vieles noch Gerücht. Jetzt liegen die finalen Daten auf dem Tisch, und die fallen ambitionierter aus als gedacht.

Was die Insta360 Luna Ultra besonders macht

Das Herzstück ist das Dual-Objektiv-System. Die Hauptkamera kombiniert ein Leica-Summicron-Objektiv mit einem 1-Zoll-8K-Sensor. Dazu kommt eine separate Telekamera mit 1/1,3-Zoll-Sensor und f/2,0-Blende. Beide Optiken zusammen decken fünf Brennweiten ab, mit bis zu 12-fachem Zoom, davon 6-fach verlustfrei. Natürliche Bokeh-Effekte sind über den gesamten Brennweitenbereich möglich.

Insta360 Luna Ultra
Bild: Insta360

Eine echte Telelinse in einer Pocket-Gimbal-Kamera ist selten. Genau das setzt die Luna Ultra von klassischen Pocket-Kameras ab, die meist nur auf eine feste Weitwinkellinse mit Digitalzoom setzen. Für B-Roll, Event-Aufnahmen oder dezentere Street-Clips eröffnet das mehr Spielraum.

Beim Video nimmt die Kamera in 8K mit 30 Bildern pro Sekunde auf, inklusive Dolby Vision und 10-Bit I-Log für mehr Farbinformationen in der Nachbearbeitung. Der Dynamikumfang liegt bei bis zu 14 Blendenstufen. In 4K sind bis zu 120 fps drin, in 1080p sogar 240 fps für Zeitlupen. Für schwaches Licht gibt es den PureVideo-Modus, der bis 4K mit 60 fps rauschärmer aufnehmen soll. Dahinter arbeitet ein Dreifach-KI-Chip-System.

Bei Fotos nennt Insta360 37-MP-UltraPhotos und Panoramen mit bis zu 200 Megapixeln.

Design, Display und Stabilisierung

Mit knapp über 200 Gramm bleibt die Luna Ultra angenehm kompakt. Das auffälligste Merkmal ist aber das abnehmbare 2-Zoll-OLED-Display. Löst man es vom Gehäuse, wird es zum kabellosen Monitor und zur Fernbedienung mit HD-Übertragung über bis zu 20 Meter. Für Solo-Creator, die sich selbst filmen, ist das praktischer als ein fest verbautes Display.

Für ruhige Bilder sorgt die Kombination aus mechanischem 3-Achsen-Gimbal und elektronischer Bildstabilisierung. Das Motiv-Tracking übernimmt Deep Track 5.0 mit Funktionen wie automatischem Tracking, aktivem Zoom-Tracking, Gruppen-Tracking und smartem Framing. Diesen Software-Vorsprung hat sich Insta360 über die Flow-Gimbals und die Action-Cams aufgebaut. Falls du den aktuellen Smartphone-Gimbal des Herstellers kennen willst, lohnt sich ein Blick in unseren Test des Insta360 Flow 2 Pro.

Der Akku fasst 1.550 mAh und hält laut Hersteller bis zu vier Stunden. In rund 23 Minuten lädt er auf 80 Prozent. Intern stehen 47 GB nutzbarer Speicher bereit, per microSD lässt sich auf bis zu 1 TB erweitern.

Technische Daten der Insta360 Luna Ultra

Merkmal Insta360 Luna Ultra
Hauptsensor 1 Zoll, Leica Summicron-Objektiv
Telekamera 1/1,3 Zoll, f/2,0
Zoom bis 12x (6x verlustfrei), 5 Brennweiten
Video 8K/30 fps, 4K/120 fps, 1080p/240 fps
Farbe & HDR Dolby Vision, 10-Bit I-Log, bis 14 Blendenstufen
Foto 37 MP UltraPhoto, 200 MP Panorama
Display abnehmbar, 2 Zoll OLED, Reichweite bis 20 m
Stabilisierung 3-Achsen-Gimbal + EIS, Deep Track 5.0
Akku 1.550 mAh, bis 4 h, 80 % in ca. 23 Min.
Speicher 47 GB intern, microSD bis 1 TB
Gewicht ca. 233 g
Farben Cosmic Black, Stellar White

Leica-Farben und professioneller Workflow

Die Leica-Partnerschaft besteht seit sechs Jahren und umfasst inzwischen fünf gemeinsam entwickelte Produkte. An Bord sind die Leica-Farbprofile Leica Natural, Leica Vivid und Leica Chrome, dazu cineastische Filter direkt in der Kamera. Wer professionell arbeitet, dürfte sich vor allem über die ACES-Unterstützung und den integrierten Timecode für Mehrkamera-Synchronisierung freuen. Die Bearbeitung läuft etwa in Final Cut Pro und Adobe Premiere Pro.

Über QR Color Share lassen sich Farbeinstellungen zwischen Geräten teilen. In der Insta360-App erkennt eine KI-gestützte Bearbeitung wichtige Momente und erstellt direkt teilbare Clips. Beim Ton hilft ein integrierter Windschutz, und für besseren Sound lässt sich die Insta360 Mic-Serie drahtlos koppeln. Wie gut Insta360s aktuelles Flaggschiff-Mikrofon klingt, haben wir uns im Test des Insta360 Mic Pro angeschaut. Genau dieses steckt übrigens im Creator-Bundle.

Ein eigenes Zubehörsortiment erweitert die Möglichkeiten zusätzlich, darunter ein POV-Kopf-Tracker für freihändige Aufnahmen, Black-Mist-Filter, ein Weitwinkelobjektiv mit bis zu 108° Sichtfeld und ND-Filter.

Luna Ultra gegen DJI Osmo Pocket

Insta360 positioniert die Luna Ultra direkt gegen DJIs kommende Osmo Pocket 4P. Der wichtigste Trumpf: natives 8K bei 30 fps, während DJIs einlinsige Osmo Pocket 4 bei 4K endet. Dazu kommen der 1-Zoll-Sensor mit Leica-Optik, die echte Telekamera und das abnehmbare Display, für das es bei DJI bislang kein Gegenstück gibt.

Insta360 Luna Ultra
Bild: Insta360

Allerdings ist nicht alles entschieden. DJI hat für die Pocket 4P bis zu 17 Blendenstufen Dynamikumfang in Aussicht gestellt, drei mehr als die 14 der Luna Ultra. Preis und genaues Erscheinungsdatum der DJI hält der Hersteller bislang aber zurück. Ein direkter Vergleich bleibt damit vorerst offen.

Preis und Verfügbarkeit

In Deutschland startet die Luna Ultra ab dem 30. Juni, unter anderem über den Insta360-Store. Das Standard-Bundle kostet 729 Euro, das Creator-Bundle mit Insta360 Mic Pro liegt bei 929 Euro. Erhältlich ist die Kamera in Cosmic Black und Stellar White. International war sie bereits zum US-Preis von 769,99 US-Dollar gestartet.

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Fazit zur Insta360 Luna Ultra

Mit der Insta360 Luna Ultra liefert der Hersteller einen selbstbewussten Einstieg in die Gimbal-Kamera-Klasse. Das Dual-Objektiv mit Leica-Optik, 8K-Video und das abnehmbare Display sind echte Argumente, gerade für Solo-Creator und mobile Filmer. Ob sie sich gegen DJIs Osmo Pocket 4P durchsetzt, hängt davon ab, was DJI bei Preis und Dynamikumfang nachlegt. Ein erster ausführlicher Praxistest muss zudem zeigen, ob die Kamera im Alltag hält, was die Datenblätter versprechen.

Häufige Fragen zur Insta360 Luna Ultra

Was kostet die Insta360 Luna Ultra?

Das Standard-Bundle kostet in Deutschland 729 Euro, das Creator-Bundle mit Insta360 Mic Pro 929 Euro. International startete die Kamera bei 769,99 US-Dollar.

Ab wann ist die Luna Ultra in Deutschland verfügbar?

Der deutsche Start erfolgt ab dem 30. Juni, unter anderem über den Insta360-Store. Eine breitere Verfügbarkeit im Handel folgt nach und nach.

Filmt die Luna Ultra wirklich in 8K?

Ja. Die Luna Ultra nimmt in 8K mit 30 Bildern pro Sekunde auf, inklusive Dolby Vision und 10-Bit I-Log. Damit ist sie die erste Pocket-Gimbal-Kamera mit nativer 8K-Aufnahme.

Worin unterscheidet sie sich von der DJI Osmo Pocket?

Die Luna Ultra setzt auf ein Dual-Objektiv-System mit echter Telekamera, einen 1-Zoll-Sensor mit Leica-Optik, 8K-Aufnahme und ein abnehmbares OLED-Display. DJIs einlinsige Osmo Pocket 4 endet bei 4K, das Dual-Kamera-Modell Osmo Pocket 4P ist noch nicht vollständig vorgestellt.