Intel Panther Lake: Neuer Billig-Chip für Handhelds mit nur 4 Xe3-Kernen

Philipp Briel
Philipp Briel · 6 Min. Lesezeit
Intel

Intel könnte seine Handheld-Strategie zweiteilen: Einem aktuellen Leak zufolge bastelt der Chiphersteller an einer deutlich abgespeckten Panther-Lake-Variante mit gerade einmal vier Xe3-Grafikkernen. Die aktuellen Arc-G3-Chips mit ihren 10 beziehungsweise 12 Xe3-Kernen sollen davon unberührt bleiben. Der neue Chip zielt stattdessen auf eine andere Käufergruppe: Leute, die nicht über 1.000 Euro für ein Gaming-Handheld ausgeben wollen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Leaker @jaykihn0 beschreibt laut Wccftech einen neuen Panther-Lake-Chip mit vier Performance-Kernen, null Efficient-Kernen, vier LP-E-Kernen und nur vier Xe3-Grafikkernen.
  • Die bereits erhältlichen Arc-G3- und Arc-G3-Extreme-Chips mit 10 respektive 12 Xe3-Kernen sollen von diesem Einstiegsmodell unberührt bleiben.
  • Aktuelle Handhelds mit Intel-Hardware kosten meist über 1.000 Euro. Ein abgespeckter Chip könnte ein günstigeres Segment eröffnen.
  • Intel selbst hat sich zu dem Gerücht bislang nicht geäußert, eine offizielle Bestätigung fehlt.

Was der Leak zum neuen Panther-Lake-Chip verrät

Die Kernkonfiguration, die im Umlauf ist, liest sich wie ein deutlicher Rückschnitt gegenüber den bisherigen Handheld-Chips: „4+0+4+4“ bedeutet vier Performance-Kerne (P-Kerne), null reguläre Efficient-Kerne (E-Kerne), vier Low-Power-Efficient-Kerne (LP-E-Kerne) und vier Xe3-Grafikkerne. Macht in Summe acht CPU-Kerne, gegenüber 14 Kernen bei Arc G3 und Arc G3 Extreme also ein deutlicher Rückschritt bei der Kernzahl.

Bei der Grafikeinheit fällt der Unterschied noch größer aus: Nur vier Xe3-Kerne stehen den 10 Kernen von Arc G3 (Arc B370) beziehungsweise den 12 Kernen von Arc G3 Extreme (Arc B390) gegenüber. Zum Vergleich: Aktuelle Handhelds mit Intel-Chips kosten laut Wccftech, das den Leak zuerst aufgegriffen hat, in der Regel über 1.000 Euro. Ein kleiner dimensionierter Chip mit weniger GPU-Power würde also gezielt ein günstigeres Marktsegment adressieren, in dem AMD mit dem Steam Deck bislang kaum Konkurrenz kennt.

Wichtig dabei: Es handelt sich um einen unbestätigten Leak. Details zu Taktraten, TDP oder einem konkreten Marktnamen fehlen bislang komplett, und auch ein Zeitplan für eine mögliche Vorstellung ist nicht bekannt.

Arc G3 und Arc G3 Extreme: Das aktuelle Handheld-Lineup von Intel

Um den Leak einordnen zu können, lohnt sich ein Blick auf das, was Intel bereits offiziell im Handheld-Segment anbietet. Die Arc-G3-Serie basiert auf der Panther-Lake-Architektur und wird im Intel-18A-Verfahren gefertigt:

Chip CPU-Konfiguration Xe3-Grafikkerne GPU-Modell Max. GPU-Takt TDP
Arc G3 14 Kerne (2 P + 8 E + 4 LP-E) 10 Arc B370 2,2 GHz 8 bis 35 W
Arc G3 Extreme 14 Kerne (2 P + 8 E + 4 LP-E) 12 Arc B390 2,3 GHz 8 bis 35 W
Neuer Budget-Chip (Gerücht) 8 Kerne (4 P + 0 E + 4 LP-E) 4 unbekannt unbekannt vermutlich niedriger

Beide aktuellen Chips bringen bis zu 96 GB LPDDR5X-8533-Arbeitsspeicher, Wi-Fi 7 R2, Bluetooth 6 und Thunderbolt 4 mit 40 Gbit/s mit. Auf der Software-Seite setzt Intel auf XeSS 3 mit KI-Upscaling und Frame Generation, einen Xbox-Modus für Windows 11 sowie vorkompilierte Shader, die Ladezeiten in Spielen verkürzen sollen. Erste Partnergeräte wie der Acer Predator Atlas 8, der MSI Claw 8 EX AI+ und ein neues OneXPlayer-Modell sollen seit Juni 2026 nach und nach in den Handel kommen.

Warum aktuelle Intel-Handhelds so teuer sind

Dass Handhelds mit Arc-G3-Chips locker vierstellig kosten, liegt nicht allein an der CPU. Speicher und Storage schlagen bei diesen Geräten überproportional zu Buche, gerade weil aktuell ohnehin die Preise für Arbeitsspeicher durch die Decke gehen. Ein kleinerer Chip mit weniger GPU-Kernen allein würde das Problem also nicht lösen. Dafür müsste Intel vermutlich auch bei Speicherausstattung und Gehäusequalität Kompromisse zulassen, um wirklich unter die 800-Euro-Marke zu kommen.

Intel gegen AMD: Der Handheld-Markt wird härter umkämpft

Mit Arc G3 will Intel dem bisherigen Platzhirsch AMD Paroli bieten. Ryzen-Chips stecken aktuell in praktisch jedem relevanten Gaming-Handheld, vom Steam Deck bis zum Asus ROG Ally X, und dominieren entsprechend den Markt. Ob das Steam Deck bald einen Nachfolger bekommt, ist ebenfalls ein Dauerthema. Wir haben die Gerüchte rund um das Steam Deck 2 im Überblick zusammengefasst. Ein zusätzlicher, günstigerer Intel-Chip würde die Konkurrenzsituation für AMD in genau dem Segment verschärfen, in dem bislang die meisten Handhelds verkauft werden: dem Einstiegsbereich.

Wie verlässlich ist der Leak?

Die Information stammt laut Wccftech von @jaykihn0, einem Leaker, dem in der Vergangenheit mehrfach zutreffende Hardware-Informationen zugeschrieben wurden. Bestätigt hat Intel den Chip bisher nicht, und angesichts dessen, wie frisch die offizielle Arc-G3-Serie überhaupt erst ist, wäre eine offizielle Ankündigung eines Budget-Ablegers ohnehin frühestens in einigen Monaten zu erwarten. Intel hat zuletzt ohnehin an mehreren Fronten gleichzeitig an seiner CPU-Roadmap gearbeitet, etwa an der übernächsten Generation Nova Lake, die perspektivisch Panther Lake ablösen soll. Ein zusätzlicher Handheld-Chip würde also gut ins Bild passen, sollte aber bis zur offiziellen Bestätigung mit der üblichen Vorsicht behandelt werden.

Was das für Handheld-Käufer bedeutet

Konkret heißt das für alle, die aktuell mit dem Kauf eines Gaming-Handhelds liebäugeln: Wer auf maximale GPU-Leistung Wert legt, ist mit Arc G3 Extreme oder einem vergleichbaren AMD-Ryzen-Modell weiterhin besser bedient. Wer dagegen hauptsächlich ältere oder weniger anspruchsvolle Spiele zocken will und vor allem auf den Preis schaut, könnte von einem günstigeren Intel-Chip profitieren, vorausgesetzt die Geräte kommen tatsächlich merklich unter die 800-Euro-Marke und die Grafikleistung reicht für flüssiges Spielen noch aus.

Häufige Fragen zum günstigen Intel-Panther-Lake-Chip

Wann kommt der günstige Intel-Handheld-Chip?
Ein konkretes Datum nennt der Leak nicht. Da die reguläre Arc-G3-Serie erst seit Juni 2026 ausgeliefert wird, ist mit einer offiziellen Vorstellung des Budget-Chips frühestens in den kommenden Monaten zu rechnen.

Was unterscheidet den neuen Chip von Arc G3 und Arc G3 Extreme?
Statt 14 CPU-Kernen und 10 bis 12 Xe3-Grafikkernen soll der neue Chip nur 8 CPU-Kerne und 4 Xe3-Grafikkerne bieten, eine deutliche Abspeckung, die vor allem günstigere Geräte ermöglichen soll.

Kann man mit dem neuen Chip aktuelle AAA-Spiele zocken?
Mit nur vier Xe3-Kernen dürfte die Grafikleistung spürbar unter der von Arc G3 liegen. Für aktuelle AAA-Titel in hohen Einstellungen ist der Chip damit eher nicht gedacht, für ältere oder genügsamere Spiele sollte es aber reichen.

Ob Intel diesen reduzierten Panther-Lake-Chip tatsächlich auf den Markt bringt, ist noch offen. Fest steht: Der Handheld-Markt wird enger umkämpft, und ein zusätzliches Einstiegsmodell würde Intel helfen, auch dort mitzumischen, wo AMD mit dem Steam Deck bislang kaum Konkurrenz kennt. Wir bleiben an dem Thema dran und aktualisieren diesen Artikel, sobald Intel sich offiziell dazu äußert.