Kaufland macht beim Thema Selbstbedienung ernst: Der Lebensmittelhändler hat angekündigt, sämtliche Filialen in Deutschland mit Selbstbedienungskassen (SB-Kassen) und dem Handscanner-System K-Scan auszustatten. Damit soll das Einkaufen schneller, flexibler und digitaler werden – ohne dabei auf klassische Kassen mit Personal zu verzichten.
8.000 SB-Kassen bis zum Ende des Rollouts
Aktuell sind bei Kaufland bereits rund 2.000 SB-Kassen in etwa 300 Filialen im Einsatz. Jetzt soll die Technik flächendeckend auf alle deutschen Standorte ausgeweitet werden. Allein im Jahr 2026 ist die Umrüstung von 220 weiteren Filialen geplant – das entspricht einem Tempo von durchschnittlich vier neuen Standorten pro Woche. Nach Abschluss des Rollouts sollen bundesweit über 8.000 SB-Kassen zur Verfügung stehen, bis zu zwölf pro Standort.
Die Zahlen sprechen für die Akzeptanz des Systems: In Filialen, die bereits mit SB-Kassen ausgestattet sind, nutzen durchschnittlich rund 40 Prozent der Kunden den Self-Checkout. Die neuen Kassenmodule setzen auf Displays im Hochformat, was die Bedienung beim Bezahlen erleichtern soll. Bezahlen kann man per Bargeld, Karte, App oder Kaufland Pay – Bargeldfunktionen sind damit bewusst integriert, während viele Wettbewerber auf rein bargeldlose Systeme setzen.
K-Scan: Einkaufen ohne Aus- und Einräumen
Parallel zu den SB-Kassen wird K-Scan flächendeckend ausgerollt – das Handscanner-System, das Kaufland bereits seit einigen Jahren in ausgewählten Filialen erprobt. Voraussetzung für die Nutzung ist die Kaufland Card XTRA. Mit dieser kann man sich am Filialeingang entweder einen Handscanner ausleihen oder das eigene Smartphone nutzen.
Der Ablauf: Artikel werden direkt am Regal gescannt und in den Einkaufswagen gelegt. An der SB-Kasse muss dann nichts mehr auf ein Band gepackt werden – stattdessen wird ein QR-Code gescannt und der Betrag beglichen. Das lästige Aus- und Einräumen entfällt komplett, was gerade bei größeren Einkäufen viel Zeit spart.
Interessant dabei: Neun von zehn K-Scan-Kunden greifen lieber zum dedizierten Handscanner als zum eigenen Smartphone. Kaufland fährt damit bewusst zweigleisig und lässt den Kunden die Wahl – im Gegensatz zu Schwester-Unternehmen Lidl, das beim eigenen Scan-&-Go-System ausschließlich auf die Lidl-Plus-App setzt.
Klassische Kassen bleiben erhalten
Wer lieber an einer klassischen Kasse mit Personal bezahlt, muss sich keine Sorgen machen: Bedienkassen bleiben an allen Standorten ein fester Bestandteil des Angebots. Kaufland verfolgt damit eine hybride Strategie – Automatisierung zur Effizienzsteigerung, ohne den persönlichen Kundenkontakt aufzugeben.
Die Entwicklung steht im Einklang mit einem breiteren Trend im deutschen Einzelhandel. Laut einer aktuellen Erhebung des EHI Retail Institutes können Kunden mittlerweile in über 11.000 Geschäften selbst kassieren. Innerhalb der letzten zwei Jahre ist die Zahl der Geschäfte mit stationären Self-Checkout-Systemen in Deutschland um 143 Prozent gestiegen.
Heiko Koch, Geschäftsleiter Vertrieb bei Kaufland Deutschland, wird in der offiziellen Pressemitteilung mit den Worten zitiert, Selbstbedienungskassen seien für viele Kunden längst Teil des Einkaufs geworden – besonders bei kleineren Einkäufen würden sie gerne zum schnellen Bezahlen genutzt.
Fazit
Kaufland setzt beim Einkaufserlebnis auf Tempo und Technologie. Mit dem flächendeckenden Rollout von SB-Kassen und K-Scan wird das Einkaufen für all jene schneller, die keine Lust auf lange Kassenschlangen haben. Das Nebeneinander von digitaler Selbstbedienung und klassischer Bedienkasse ist dabei ein kluger Schachzug: Kaufland schließt niemanden aus – weder technikaffine Kunden noch diejenigen, die den menschlichen Kontakt beim Einkauf schätzen.