KIOXIA hat mit der CM10-Serie seine ersten Enterprise-SSDs mit PCIe 6.0 vorgestellt. Die Laufwerke setzen auf den 332-Layer-Speicher BiCS FLASH der 10. Generation, bieten Kapazitäten bis 61,44 TB und wurden gezielt für KI-Workloads wie Inferenz und Context Caching entwickelt. Angekündigt wurde die Serie am 30. Juli 2026.
Die erste PCIe-6.0-Enterprise-SSD von KIOXIA
Mit der CM10-Serie ist KIOXIA nach eigenen Angaben der erste Hersteller, der Enterprise-SSDs mit PCIe 6.0 an den Start bringt. Der Sprung auf die neue Schnittstelle zahlt sich vor allem beim Tempo aus: Gegenüber der Vorgängerserie CM9 legen die Laufwerke bis zu 92 Prozent bei der sequentiellen Lesegeschwindigkeit zu, beim Random Read sind es bis zu rund 85 Prozent. Für datenintensive Anwendungen im Rechenzentrum ist das ein spürbarer Unterschied.
Wer sich für die Vorgeschichte interessiert: Die Server-SSD-Linie reicht bis zur CM6-Serie mit PCIe 4.0 zurück, damals noch unter Toshiba-Flagge.
Gebaut für KI-Workloads und NVIDIA CMX
Der Zeitpunkt kommt nicht von ungefähr. KI-Modelle wachsen auf Billionen von Parametern, Kontextfenster reichen inzwischen in den Millionenbereich an Tokens. Das treibt den Bedarf an schnellem Speicher für Context Caching in die Höhe. Architekturen wie NVIDIA CMX erweitern die Speicherhierarchie über den GPU-Speicher hinaus und binden dafür schnellen Flash ein – genau hier setzt die CM10-Serie an, die KIOXIA ausdrücklich für den Einsatz mit NVIDIA CMX ausgelegt hat.
„SSDs sind heute ein essenzieller Bestandteil der KI-Inferenz-Pipeline“, erklärt Paul Rowan, Chief Marketing Officer & Vice President bei der KIOXIA Europe GmbH. Die CM10-Serie biete „genau die Leistung, Effizienz und Ausdauer, die für solche KI-Implementierungen der nächsten Generation erforderlich sind“.
332-Layer-BiCS-FLASH und Direct Liquid Cooling
Technisch basiert die CM10-Serie auf BiCS FLASH der 10. Generation mit 332 Layern in TLC-Bauweise. Der dichtere Speicher verbessert laut KIOXIA sowohl Leistung als auch Energieeffizienz. Ein interessantes Detail für moderne Data-Center-Konzepte: Die Formfaktoren E3.S und E1.S in 9,5 mm unterstützen Direct-Cold-Plate Liquid Cooling. Damit lassen sich SSDs direkt in die Flüssigkeitskühlung einer KI-Infrastruktur einbinden. Klassische Luftkühlung beherrschen weiterhin alle Formfaktoren.
Wenn du grundsätzlich wissen willst, wie SSDs funktionieren und worauf es bei Speichertechnik ankommt, lohnt ein Blick in unseren SSD-Ratgeber.
Technische Daten der CM10-Serie im Überblick
| Merkmal | KIOXIA CM10-Serie |
|---|---|
| Schnittstelle | PCIe 6.0, NVMe 2.1 |
| Speicher | BiCS FLASH 10. Generation (332 Layer, TLC) |
| Formfaktoren | E3.S, E1.S, 2,5 Zoll* |
| Kapazitäten | 1,60 TB bis 61,44 TB (je nach Formfaktor) |
| Ausdauer | 1 DWPD (leseintensiv), 3 DWPD (Mixed-Use) |
| Kühlung | Direct-Cold-Plate Liquid Cooling (E3.S, E1.S 9,5 mm) + Luftkühlung |
| Leistung ggü. CM9 | bis zu +92 % seq. Lesen, bis zu ~85 % Random Read |
| Standards | OCP Datacenter NVMe SSD Spec 2.7, NVMe FDP |
| Sicherheit | SIE, SED, SED FIPS 140-3 (geplant), Post-Quantum-Kryptografie (CNSA 2.0), SPDM 1.4 |
Verfügbarkeit
Aktuell liefert KIOXIA die CM10-Serie als Muster an ausgewählte Kunden aus. Öffentlich zu sehen sind die neuen SSDs auf der Messe FMS: The Future of Memory and Storage, die vom 4. bis 6. August in Santa Clara stattfindet. Einen konkreten Marktstart oder Preise nennt KIOXIA bislang nicht.
Passend dazu: Zur Zukunft von KIOXIA gibt es ohnehin einiges zu besprechen, etwa die mögliche Fusion mit Western Digital.
Fazit zur KIOXIA CM10-Serie
Die KIOXIA CM10-Serie ist ein klarer Fingerzeig, wohin sich Enterprise-Speicher entwickelt: PCIe 6.0, dichter 332-Layer-Flash und Flüssigkeitskühlung treffen auf einen Markt, der von KI-Rechenzentren getrieben wird. Für Endkunden ist die Serie zwar nicht gedacht, doch sie zeigt, welches Tempo künftig auch in kleineren Maßstäben ankommen dürfte. Spannend wird, wie schnell PCIe 6.0 den Weg vom Data Center in den Consumer-Bereich findet.
Quellen: KIOXIA Europe