Leica erweitert sein SL-System um die Leica SL3-P, eine Vollformatkamera mit 44-Megapixel-BSI-Sensor, hybridem Autofokus und 8K-Video. Sie kostet 5.990 Euro und ist ab dem 25. Juni 2026 erhältlich. Damit schiebt sich das neue Modell mitten in die SL3-Familie und schließt die Auflösungslücke zwischen der 24-MP-SL3-S und der 60-MP-SL3.
Begleitet wird die Kamera von zwei neuen Objektiven: dem Summilux-SL 1:1,4/50 ASPH. und dem APO-Macro-Elmarit-SL 1:2,8/100. Was die SL3-P kann, wo sie sich einordnet und für wen sie sich lohnt, steht hier.
Das Wichtigste in Kürze
- 44-MP-BSI-Vollformatsensor, bis zu 176 MP im Multishot-Modus, 14 Blendenstufen Dynamikumfang
- Hybrid-Autofokus aus Phasendetektion, Tiefenkarte und Kontrasterkennung, 819 AF-Punkte, bis zu 40 Bilder/s
- Video bis 8K, darunter 8.1K Open Gate, 5.9K/60p und 4K/120p, dazu Apple ProRes bis 5.8K
- Reduziertes Design ohne rotes Leica-Logo, Ganzmetallgehäuse, IP54-Schutz, gefertigt in Deutschland
- Preis: 5.990 Euro, Marktstart 25. Juni 2026, drei Kit-Varianten mit Vario-Objektiven
Sensor und Bildqualität
Im Zentrum der SL3-P sitzt ein neuer BSI-Vollformatsensor mit 44 Megapixeln. Leica beschreibt die Auflösung als Mittelweg zwischen Detailreichtum und handhabbaren Dateigrößen, und genau das ist auch der Punkt: 60 Megapixel wie in der SL3 füllen die Festplatte rasend schnell, 24 Megapixel wie in der SL3-S sind für manche Studio- und Printjobs zu knapp. 44 Megapixel treffen dazwischen.
Der Dynamikumfang liegt bei bis zu 14 Blendenstufen, der ISO-Bereich reicht von 50 bis 200.000. Wer maximale Auflösung braucht, aktiviert den Multishot-Modus, der mehrere Aufnahmen zu einem Bild mit bis zu 176 Megapixeln zusammensetzt. Das ist klassisches Stativ-Terrain für Reproduktion, Architektur oder Produktfotografie.
Wie schon bei der SL3-S kommt eine BSI-Bauweise zum Einsatz, also ein rückseitig belichteter Sensor, der das Licht effizienter einfängt. Details zur Bildqualität in der Praxis liefern erst unabhängige Tests, das Datenblatt liest sich aber stark.
Autofokus und Geschwindigkeit
Der Autofokus war bei Leica lange die Schwachstelle, und genau hier legt die SL3-P nach. Das hybride System kombiniert Phasendetektion (PDAF), Tiefenkarte und Kontrasterkennung und arbeitet mit 819 AF-Punkten. Dazu kommt eine intelligente Motiverkennung, die bei bewegten Motiven scharf nachführt.
Die Serienbildrate liegt bei bis zu 40 Bildern pro Sekunde mit voller Autofokus-Unterstützung. Das ist ein ordentlicher Sprung gegenüber den 30 Bildern/s der SL3-S und bringt die SL3-P in Reichweite dessen, was Sport- und Reportagefotografen von Sony, Canon oder Nikon gewohnt sind. Ob der Autofokus in der Praxis mit der Konkurrenz mithält, muss sich zeigen, auf dem Papier hat Leica aber kräftig aufgeholt.
Video: 8K trotz Foto-Fokus
Vorab kursierte das Gerücht, die SL3-P würde bei Video sparen. Die fertige Kamera widerlegt das deutlich. Sie nimmt bis zu 8K auf, darunter 8.1K Open Gate im 3:2-Format mit bis zu 24p bei voller Sensorausnutzung, HDMI-RAW in 8K Open Gate sowie 8K bei 30p. Für flüssigere Bewegungen gibt es 5.9K mit bis zu 60p, Zeitlupen sind in 4K bei 120p möglich.
Der Apple-ProRes-Codec mit bis zu 5.8K ist intern integriert. Zusammen mit den neuen In-Camera-LUTs Leica Pure und Leica Cine für den L-Log-Farbraum eignet sich die SL3-P damit auch für ernsthafte Filmproduktionen und hybride Workflows. Die Open-Gate-Aufnahme nutzt die volle Sensorfläche und erlaubt es, den Bildausschnitt nachträglich ohne Qualitätsverlust für Hoch- oder Querformat festzulegen, praktisch für alle, die parallel für YouTube und Social bespielen.
Design, Gehäuse und Bedienung
Optisch gibt sich die SL3-P bewusst zurückhaltend. Es gibt kein rotes Leica-Logo, die Bedienelemente sind schwarz gehalten. Das kennt man bereits von Modellen wie der SL3-S oder der M11-P, und es ist bei der Press- und Reportagefotografie durchaus erwünscht, wenn die Kamera nicht sofort als teures Leica-Stück auffällt.
Das Ganzmetallgehäuse ist nach IP54 gegen Staub und Spritzwasser geschützt und wird in Deutschland gefertigt. Bedient wird über ein aufgeräumtes Interface mit strikter Trennung von Foto- und Video-Modus, farblich unterschieden durch Rot für Foto und Gelb für Video. Die Benutzeroberfläche dreht sich automatisch mit der Kameraausrichtung, der hochauflösende Monitor ist neigbar. Über das L-Mount-Bajonett stehen sämtliche Objektive der L-Mount-Allianz von Leica, Panasonic und Sigma offen.
Anschlüsse, App und Content Credentials
Bei der Konnektivität setzt Leica auf WiFi, Bluetooth und USB-C. Die Leica FOTOS App übernimmt Datentransfer und Fernsteuerung und spielt Firmware-Updates ein. Profis profitieren von nativem Tethering für Lightroom Classic und Capture One sowie von Camera-to-Cloud über Adobe frame.io, das Aufnahmen direkt in die Cloud schiebt.
Ebenfalls an Bord ist die Content-Credentials-Technologie gemäß der Content Authenticity Initiative, mit der sich Fotos manipulationssicher signieren lassen. Leica hatte diese Funktion mit der M11-P eingeführt und baut sie nun im SL-System weiter aus.
Leica SL3-P, SL3-S und SL3 im Vergleich
Mit der SL3-P besteht die SL3-Familie aus drei Modellen mit klar getrennten Schwerpunkten. Die Übersicht ordnet die wichtigsten Eckdaten ein:
| Modell | Auflösung | Serienbild | Video | UVP |
|---|---|---|---|---|
| Leica SL3-S | 24 MP | bis 30 Bilder/s | bis 6K Open Gate | ca. 5.200 Euro |
| Leica SL3-P | 44 MP | bis 40 Bilder/s | bis 8K Open Gate | 5.990 Euro |
| Leica SL3 | 60 MP | bis 15 Bilder/s | bis 8K/30p | ca. 6.800 Euro |
Spannend ist, dass die SL3-P bei der Geschwindigkeit sogar an der SL3 vorbeizieht und beim Video mit dem Topmodell gleichzieht. Wer die maximale Auflösung für große Prints braucht, bleibt bei der SL3. Wer auf hohe Burst-Raten und Low-Light-Performance setzt, ist mit der SL3-S gut bedient. Die SL3-P ist der Allrounder dazwischen. Wer die Unterschiede der günstigeren Schwester im Detail sehen will, findet sie in unserem Beitrag zur Leica SL3-S.
Ein offenes Geheimnis bleibt die technische Verwandtschaft: Die SL3-P teilt sich Sensor und einige Hardware-Grundlagen mit der Panasonic Lumix S1R II, die im selben L-Mount deutlich günstiger zu haben ist. Wer ausschließlich auf die Specs schaut, fährt mit der Panasonic preislich besser. Wer das Leica-Erlebnis, die Haptik, die Bedienung und den Bildlook will, zahlt den Aufpreis bewusst. Das war bei Leica noch nie anders.
Die neuen Objektive: Summilux-SL 50 und APO-Macro-Elmarit-SL 100
Zum Marktstart bringt Leica zwei neue SL-Objektive. Das Summilux-SL 1:1,4/50 ASPH. ist laut Leica das weltweit kompakteste Autofokus-Objektiv mit dieser Brennweite und Lichtstärke. Mit 75,5 mm Länge und 584 Gramm bleibt es erstaunlich handlich. Die große Blende sorgt für weiches Bokeh und gute Ergebnisse bei wenig Licht, die Naheinstellgrenze liegt bei 50 cm. Preis: 4.500 Euro, erhältlich ab Ende 2026.
Das APO-Macro-Elmarit-SL 1:2,8/100 ist eine Hommage an das APO-Macro-Elmarit-R 1:2,8/100 von 1987. Es bietet einen Abbildungsmaßstab von 1:1, eine Naheinstellgrenze von 30 cm und apochromatische Korrektur bis in die Randbereiche. Mit 862 Gramm inklusive Gegenlichtblende eignet es sich für Makro ebenso wie als Porträt-Tele. Preis: 2.450 Euro, ebenfalls ab Ende 2026.
Preise und Kits
Die Leica SL3-P kostet als Body 5.990 Euro und ist ab dem 25. Juni 2026 in den Leica Stores, im Online Store und bei autorisierten Händlern erhältlich. Zum Start gibt es drei Kit-Varianten:
- SL3-P Vario Kit 28-70 mit Vario-Elmarit-SL 1:2,8/28-70 ASPH.: 6.990 Euro
- SL3-P Vario Kit 24-70 mit Vario-Elmarit-SL 1:2,8/24-70 ASPH.: 7.490 Euro
- SL3-P Vario Kit 24-70 & 70-200 mit beiden Objektiven: 9.790 Euro
Das passende Zubehör und weitere L-Mount-Optiken kann man direkt über den Leica-Webshop ergänzen. Wer ohnehin im Leica-Kosmos unterwegs ist, kennt das Preisniveau, und auch andere aktuelle Modelle wie die Leica Q3 Monochrom spielen in dieser Liga.
Fazit zur Leica SL3-P
Die Leica SL3-P ist die ausgewogenste Vollformatkamera, die das SL-System bisher zu bieten hat. 44 Megapixel, 40 Bilder/s und 8K-Video in einem Gehäuse, dazu der spürbar verbesserte Autofokus: Das ergibt einen echten Allrounder zwischen der schnellen SL3-S und der hochauflösenden SL3. Der Preis von 5.990 Euro ist für Leica-Verhältnisse fast schon moderat, bleibt aber deutlich über der technisch verwandten Panasonic. Wer das Leica-Erlebnis sucht und die Lücke zwischen den beiden Schwestermodellen füllen will, bekommt mit der SL3-P genau das richtige Werkzeug. Eine ausführliche Einordnung der ganzen SL-Reihe und weiterer Kameras gibt es in unserem Ratgeber zu den besten Kompaktkameras sowie auf der offiziellen Leica-SL-Seite.
Häufige Fragen zur Leica SL3-P
Was kostet die Leica SL3-P?
Die UVP für den Body liegt bei 5.990 Euro. Kits mit Vario-Objektiven kosten zwischen 6.990 und 9.790 Euro.
Wann erscheint die Leica SL3-P?
Die Kamera ist ab dem 25. Juni 2026 erhältlich. Die beiden neuen Objektive folgen ab Ende 2026.
Wie viele Megapixel hat die Leica SL3-P?
Der BSI-Vollformatsensor löst mit 44 Megapixeln auf, im Multishot-Modus sind bis zu 176 Megapixel möglich.
Worin unterscheidet sich die SL3-P von der SL3?
Die SL3 hat 60 Megapixel und ist auf maximale Auflösung ausgelegt, die SL3-P bietet 44 Megapixel, eine höhere Serienbildrate von bis zu 40 Bildern/s und ist günstiger.