Lexar Muse: Die dünnste tragbare SSD der Welt debütiert auf der IFA 2026

Philipp Briel
Philipp Briel · 4 Min. Lesezeit
Lexar Muse
Bild: Lexar

Lexar hat auf der IFA 2026 in Berlin mit der Muse Ultra-Slim Portable SSD die nach eigenen Angaben dünnste tragbare SSD der Welt vorgestellt. An der dicksten Stelle misst das Gehäuse gerade einmal 3,8 mm, zum Rand hin verjüngt es sich sogar auf 1 mm. Möglich wird das durch ein einteiliges Metallgehäuse und eine magnetische PogoPin-Verbindung, die komplett ohne klassischen USB-C-Port am Laufwerk auskommt.

Passend zum 30-jährigen Firmenjubiläum nutzt Lexar die Messe, um gleich mehrere Neuheiten zu zeigen: neben der Muse auch den sogenannten AI Storage Core mit neuer Gen5-SSD und Gen5-Speicherstick für KI-Workloads sowie Speicherlösungen für Elektrofahrzeuge und Geschäftskunden.

Lexar Muse Ultra-Slim Portable SSD: Design und technische Daten

Die Muse wiegt laut Hersteller rund 26,5 Gramm und ist in den Kapazitäten 512 GB und 1 TB erhältlich. Statt eines herkömmlichen USB-C-Anschlusses sitzt am Laufwerk eine magnetische PogoPin-Datenverbindung, die über das mitgelieferte SnapLink-Magnetkabel mit USB-C-Geräten verbunden wird. N52-Neodym-Magnete sorgen dabei für die Ausrichtung und einen festen Sitz.

Maße 80 × 48 × 1–3,8 mm
Gewicht ca. 26,5 g
Kapazitäten 512 GB, 1 TB
Lesegeschwindigkeit bis zu 1.050 MB/s
Schreibgeschwindigkeit bis zu 1.000 MB/s
Anschluss PogoPin + SnapLink-Magnetkabel (USB-C)
Kompatibilität iPhone (ab iPhone 15), iPad, Mac, weitere USB-C-Geräte
Marktstart Q4 2026, Preis noch offen

MagSafe-Hülle und ProRes-Aufnahme direkt aufs Laufwerk

Zum Lieferumfang gehört eine magnetische Schutzhülle, die sich per MagSafe an der Rückseite kompatibler iPhones befestigen lässt. Auf unterstützten iPhone-Modellen nimmt die Muse damit externe 4K-Videos im Apple-ProRes-Format bei 120 fps direkt vom Handy auf. Praktisch für Vlogger und alle, die unterwegs größere Rohdateien produzieren und dabei den internen Speicher schonen wollen. Worauf es bei externem Speicher grundsätzlich ankommt, haben wir bereits am Beispiel externer Festplatten für die PS5 zusammengefasst.

Erste Hands-on-Berichte loben vor allem die Verarbeitung. Ein Kritikpunkt taucht aber mehrfach auf: Das SnapLink-Kabel selbst fällt spürbar dicker aus als das Laufwerk. Am Smartphone relativiert das den Slim-Vorteil ein Stück weit. Ob ein DRAM-Cache verbaut ist, hat Lexar bislang nicht bestätigt.

Lexar AI Storage Core: Gen5-Speicher für lokale KI-Modelle

Neben der Muse zeigt Lexar mit dem AI Storage Core eine neue Plattform aus Gehäusetechnologie, Chip-Hardware und der hauseigenen Luma-Bridge-Software. Kernstück ist eine neue Gen5-SSD sowie ein Gen5-Speicherstick, die beide auf Bandbreiten von bis zu 11 GB/s kommen sollen. Damit richtet sich Lexar an Anwendungsfälle wie den lokalen Betrieb größerer KI-Modelle, schnellere Modellwechsel und Datenzugriffe mit geringer Latenz.

Lexar AI Storage Core
Bild: Lexar

Technisch basiert das Ganze auf einem im 5-nm-Verfahren gefertigten SPU-Controller (Storage Processing Unit) von Longsys ohne eigenen DRAM-Baustein. Die Luma-Bridge-Software übernimmt stattdessen intelligentes Workload-Scheduling, vorausschauendes Prefetching und Cache-Management. Laut Lexar senkt das den DRAM-Bedarf für große Mixture-of-Experts-Modelle und erweiterten KV-Cache um rund 40 Prozent.

Speicher für Elektrofahrzeuge und Geschäftskunden

Für Systemhersteller stellt Lexar zudem ein Client-SSD-Portfolio mit PCIe-Gen3- und Gen4-Varianten vor, das je nach Budget und Leistungsanspruch skaliert. Dazu kommt eine eigene USB-Stick-Serie für Dashcams und Multikamera-Setups in Elektrofahrzeugen, ausgelegt auf dauerhafte Loop-Aufnahmen, ein flaches Gehäuse und Betrieb über einen größeren Temperaturbereich. Genau in diesem Segment will Lexar sein Europa-Geschäft nach eigener Aussage in den kommenden Monaten gezielt ausbauen.

Einordnung: Was die Muse von anderen tragbaren SSDs unterscheidet

Zum Vergleich: Lexars eigenes TouchLock-Modell misst 7 mm, Samsungs T7/T9-Serie liegt bei rund 8 mm Dicke. Mit 3,8 mm unterbietet die Muse beide deutlich. Bei der Geschwindigkeit bleibt sie mit rund 1.000 MB/s dagegen im für USB 3.2 Gen 2 üblichen Rahmen und stellt keine PCIe-Gen4-Rekorde auf. Der eigentliche Clou ist also weniger das Tempo als das Formfaktor- und Anschlusskonzept rund um SnapLink und MagSafe.

Auch Lexars junge Consumer-Marke Pexar war auf der Messe aktiv: Mit dem PexarBolt Ultra Thunderbolt-5-Dock und dem VivKeep-Pro-Bilderrahmen zeigt der Konzern, dass er auf der IFA 2026 nicht nur bei Speicherlösungen breit aufgestellt ist. Wer sich für weitere Technik-Neuheiten der Messe interessiert, findet außerdem in unserer Übersicht zur Hohem-Eyepic-Gimbal-Kamera und zur Even-Realities-G2-Smartbrille zwei weitere Vorstellungen, die ebenfalls auf kompakte, mobile Hardware setzen.

Fazit

Mit der Muse Ultra-Slim Portable SSD zeigt Lexar zur IFA 2026, dass bei tragbarem Speicher im wörtlichen Sinn noch Luft nach unten ist. Wer regelmäßig unterwegs mit dem iPhone filmt oder einfach ein möglichst unauffälliges Backup-Laufwerk sucht, sollte den Marktstart im vierten Quartal 2026 im Auge behalten. Bis Preis und finale Verfügbarkeit feststehen, bleibt aber abzuwarten, ob sich das ungewöhnliche Kabelkonzept im Alltag bewährt.