MacBook Neo: Apple soll Produktion deutlich drosseln

Jens Scharfenberg
Jens Scharfenberg · 2 Min. Lesezeit
MacBook Neo
Bild: Apple

Das Apple MacBook Neo gilt als einer der größten Verkaufserfolge des Konzerns in den letzten Jahren. Trotzdem soll Apple die Produktion nun deutlich zurückfahren – der Grund liegt nicht an mangelnder Nachfrage, sondern an der globalen DRAM-Krise.

Produktionsziel um bis zu 40 Prozent reduziert

Bereits im April hatte ein Analyst darauf hingewiesen, dass die hohe Nachfrage nach dem MacBook Neo Apple vor ein Dilemma stellen könnte. Ursprünglich sollten fünf bis sechs Millionen Einheiten gefertigt werden, größtenteils unter Verwendung von Lagerbeständen teildefekter Apple-A18-Pro-Chips mit nur fünf statt sechs funktionsfähigen GPU-Kernen. Nachdem die Nachfrage die Erwartungen deutlich übertroffen hatte, erhöhte Apple das Ziel auf zehn Millionen Einheiten. Laut einem aktuellen Bericht von DigiTimes soll dieses Ziel nun aber um bis zu 40 Prozent gekürzt werden, auf nur noch sechs bis sieben Millionen Geräte bis Jahresende.

DRAM-Krise bremst Chip-Fertigung

Verantwortlich für die Kürzung ist nicht die Nachfrage, sondern eine Kapazitätsknappheit bei Apples Auftragsfertiger TSMC. Da teure KI-Chips bei der Produktion Priorität vor günstigeren Prozessoren wie dem A18 Pro genießen, wird die Fertigung des für das MacBook Neo benötigten Chips knapp. Apple steht damit vor der Wahl, entweder deutlich mehr für zusätzliche Chip-Kapazitäten zu bezahlen oder die Produktion zu drosseln. Diese Kapazitätsengpässe betreffen längst nicht nur Apple: Auch bei Arbeitsspeicher, SSDs und Akkus sind die Preise seit Monaten spürbar gestiegen, was den gesamten Laptop-Markt unter Druck setzt.

Apple wählt niedrigere Produktionszahlen statt Preiserhöhung

Berichten zufolge hat sich Apple für die zweite Option entschieden, um weder die Gewinnmargen des günstigen MacBooks zu schmälern noch den Preis nur wenige Monate nach dem Marktstart erneut anheben zu müssen. Für Käufer bedeutet das allerdings, dass das MacBook Neo in den kommenden Monaten häufiger ausverkauft und schwerer erhältlich sein dürfte, obwohl die Nachfrage weiterhin hoch bleibt.

Das MacBook Neo soll laut Marktanalysen bereits jetzt Apples gesamte Laptop-Verkäufe spürbar erhöht haben – ein Erfolg, der angesichts der DRAM-bedingt schrumpfenden Notebook-Branche umso bemerkenswerter ist. Wer sich für Apples aktuelle Notebook-Palette abseits des Neo interessiert, findet in unserem Beitrag zum MacBook Air mit M5 weitere Details.