MediaTek hat mit dem Dimensity CX C10 Max seinen ersten echten Notebook-Chip für Googles neue Googlebook-Plattform vorgestellt. Der 3-nm-Chip kombiniert einen Cortex-X925-Kern mit sieben weiteren ARM-Kernen, eine Immortalis-G925-GPU und eine NPU mit bis zu 55 TOPS, mehr als das Doppelte der von Google geforderten Mindestleistung. Lenovo hat bereits zugesagt, den Chip als erster Hersteller einzusetzen.
Kurz zusammengefasst:
- Dimensity CX C10 Max: 3-nm-Prozess, 8 Kerne (1× Cortex-X925, 3× Cortex-X4, 4× Cortex-A720)
- NPU 890 mit bis zu 55 TOPS, GPU Immortalis-G925 MC11 mit Raytracing-Hardware
- LPDDR5X mit 9.600 MT/s, UFS 4.0, Wi-Fi 7 und Bluetooth 6.0
- Dritter Chip-Partner fürs Googlebook neben Intel und Qualcomm
- Lenovo bringt den Chip als Erster, vermutlich in einem weiteren Googlebook-Modell neben dem bereits bekannten Lenovo Googlebook 15
MediaTek steigt beim Googlebook ein
Bislang war die Sache klar verteilt: Wer sich ein Googlebook kaufen wollte, hatte die Wahl zwischen Intels Core Ultra Series 3 und Qualcomms Snapdragon X Elite, etwa im HP Googlebook 14. Mit dem Dimensity CX C10 Max mischt MediaTek nun als dritter Anbieter mit, und zwar mit einem Chip, den der Hersteller selbst als Flaggschiff seiner neuen Notebook-Sparte bezeichnet.
Auffällig ist, wie MediaTek den Chip positioniert: nicht als Zubehör für günstige Einsteigergeräte, sondern als Antwort auf die Premium-Ambitionen, die Google mit dem Googlebook verfolgt. Passend dazu bringt Lenovo den Chip nach eigener Aussage als Erster in einem eigenen Gerät unter, offenbar zusätzlich zum bereits erhältlichen, Intel-basierten Lenovo Googlebook 15. Laut ersten Berichten könnte es sich dabei um ein Tablet-ähnliches Format handeln, das schon vor der offiziellen Vorstellung geleakt war.
Technische Daten des Dimensity CX C10 Max
Der Chip setzt auf ein reines Big-Core-Design ohne die sonst bei MediaTek üblichen Energiesparkerne. Das ist im Notebook-Segment nicht unüblich, verlangt aber ein entsprechend großzügiges Akku- und Kühlkonzept.
| Komponente | Dimensity CX C10 Max |
|---|---|
| Fertigung | TSMC N3, zweite 3-nm-Generation |
| CPU | 1× Cortex-X925 (bis 3,73 GHz), 3× Cortex-X4, 4× Cortex-A720, 12 MB L3-Cache, 10 MB SLC |
| GPU | Arm Immortalis-G925 MC11 (11 Kerne) mit dedizierter Raytracing-Hardware |
| NPU | MediaTek NPU 890, bis zu 55 TOPS (INT8/INT16/FP16/BF16) |
| Arbeitsspeicher | LPDDR5X mit bis zu 9.600 MT/s |
| Speicher | UFS 4.0 |
| Konnektivität | Wi-Fi 7 (bis 7,3 Gbit/s), Bluetooth 6.0 |
| Kamera/ISP | Imagiq 1090, bis 32 MP, HDR, elektronische Bildstabilisierung |
| Displays | Intern bis 4K60, extern zwei zusätzliche 4K-Monitore |
Auf dem Papier liegt der C10 Max damit klar über der von Google fürs Googlebook vorgeschriebenen Mindestanforderung von 40 TOPS NPU-Leistung. MediaTek nennt außerdem eine Akkulaufzeit von bis zu 19 Stunden, allerdings nur für eine Referenzplattform mit 16 GB RAM und einem 60-Wh-Akku, also unter Idealbedingungen, die ein fertiges Endgerät kaum eins zu eins erreichen dürfte.
Wie stark ist der Chip wirklich?
Hier wird es interessant, denn nicht alle Reaktionen fallen so euphorisch aus wie MediaTeks eigene Pressemitteilung. Tom’s Hardware weist darauf hin, dass CPU, GPU und NPU des C10 Max in der Grundarchitektur kaum vom älteren Kompanio Ultra 910 abweichen, der bereits in bestehenden Chromebook-Plus-Geräten steckt. Der auffälligste Unterschied liegt beim Speichertakt: 9.600 statt 8.533 MT/s. Laut Tom’s Hardware lagen zum Testzeitpunkt trotz der Bezeichnung als „Flaggschiff der Reihe“ noch nicht alle Spezifikationen des Chips vor.
Auch bei den Performance-Vergleichen, die MediaTek zieht, mahnt die Redaktion zur Vorsicht. Die Werte gegenüber Qualcomms älterem Snapdragon X1E Elite (15 Prozent mehr Multi-Thread-Leistung, 50 Prozent weniger Verbrauch im Single-Thread-Betrieb) stammen aus Tests mit unterschiedlichen Geräten und Betriebssystemversionen, was einen direkten Vergleich erschwert. Vereinfacht gesagt: MediaTeks Zahlen sind ein guter Ausgangspunkt, aber kein Ersatz für unabhängige Benchmarks am fertigen Gerät.
Lenovo als erster Partner, aber noch ohne Termin
Wann genau das erste Gerät mit dem Dimensity CX C10 Max auf den Markt kommt, hat weder MediaTek noch Lenovo bislang konkret beziffert. Sicher ist nur, dass Lenovo den Chip als Erster verbaut, offenbar in einem zusätzlichen Googlebook-Modell, das sich vom bereits gestarteten Lenovo Googlebook 15 unterscheidet. Ob es sich dabei tatsächlich um das zuvor geleakte, tablet-ähnliche Format handelt und wann ein Marktstart in Deutschland ansteht, ist damit weiterhin offen.
Was das für Googlebook-Käufer bedeutet
Für alle, die aktuell zwischen den ersten Googlebook-Modellen entscheiden, ändert sich vorerst wenig. Die zum Marktstart am 5. Oktober erhältlichen Geräte laufen weiterhin mit Intel- oder Qualcomm-Chips. Der Dimensity CX C10 Max zeigt aber, dass Google seine neue Plattform bewusst nicht auf zwei Chip-Anbieter beschränken will, sondern von Anfang an offen für weitere ARM-Partner hält. Wer ohnehin auf ein zweites oder drittes Googlebook-Gerät wartet, etwa in einem kompakteren oder günstigeren Format, sollte MediaTeks Angebot im Hinterkopf behalten, allerdings mit der gebotenen Skepsis gegenüber den bislang unabhängig ungeprüften Leistungsversprechen.
Fazit
Mit dem Dimensity CX C10 Max bringt MediaTek einen dritten Chip-Anbieter in Googles neue Googlebook-Familie, technisch solide ausgestattet mit 3-nm-Fertigung, potenter NPU und modernem Speicheranschluss. Ob der Chip tatsächlich das eigenständige Flaggschiff ist, als das MediaTek ihn verkauft, oder eher eine aufgebohrte Version des bekannten Kompanio Ultra 910, muss sich erst noch in unabhängigen Tests zeigen. Sobald Lenovo ein konkretes Gerät und einen Termin nennt, aktualisieren wir diesen Artikel.
Quellen: MediaTek