Mercedes C-Klasse EQ: Mittelklasse mit Langstrecken-Ambitionen

Jens Scharfenberg
Jens Scharfenberg · 3 Min. Lesezeit
Mercedes C-Klasse

Mercedes setzt seine Elektrooffensive fort und bringt mit der Mercedes C-Klasse EQ ein rein elektrisches Modell in eines der wichtigsten Segmente der Marke. Die neue Limousine kombiniert hohe Reichweite mit starken Leistungswerten und moderner Technik – und soll zeigen, dass elektrische Mobilität in der Mittelklasse alltagstauglich und attraktiv sein kann. Besonders interessant sind die Reichweite, Ladeleistung und die vielfältigen Assistenzfunktionen, die das Modell zu einem ernsthaften Wettbewerber im Premium-EV-Segment machen.

Highlights

  • Bis zu 760 km WLTP-Reichweite und schnelle Ladezeiten
  • Allradantrieb mit 360 kW Leistung und 0–100 km/h in rund 4,1 s
  • Modernes Infotainment- und Assistenzsystem (MB.OS)
  • Preis-Erwartung bei etwa 65 000 € (noch nicht offiziell)

Starke Reichweite und Ladedynamik

Im WLTP-Testzyklus gibt Mercedes für die C-Klasse EQ eine Reichweite von bis zu 760 km an – ein Wert, der für viele Pendler und Langstreckenfahrer attraktiv ist und die „Reichweitenangst“ vieler potenzieller Käufer deutlich reduziert. Die Startversion „C 400 4Matic“ nutzt eine 94,5-kWh-Netto-Batterie, die mit bis zu 330 kW DC-Ladeleistung geladen werden kann.

Unter optimalen Bedingungen lässt sich so innerhalb von nur 10 Minuten Strom für rund 320 km Reichweite nachladen, was auf langen Fahrten spürbare Vorteile bringt. Mercedes setzt beim Lade-Setup auf eine 400-Volt-Architektur, wie sie auch in anderen Modellen der EQ-Familie verwendet wird. Serienmäßig ist AC-Laden mit 11 kW, optional 22 kW möglich – praktisch für längere Aufenthalte etwa beim Shopping oder beim Schwimmbad-Stopp.

Performance und Antriebstechnik

Die C-Klasse EQ tritt mit einem leistungsstarken Allradantrieb an, dessen Systemleistung rund 360 kW erreicht. In Kombination mit einem Drehmoment von 800 Nm beschleunigt sie in etwa 4,1 Sekunden von 0 auf 100 km/h – ein Wert, der auch sportlich orientierte Fahrer anspricht. Interessant ist dabei das Zweigang-Getriebe an der Hinterachse, das Mercedes einsetzt. Es soll sowohl dynamische Beschleunigung im unteren Geschwindigkeitsbereich als auch Effizienz auf der Autobahn unterstützen.

Im Vergleich zur Verbrennerversion der C-Klasse hat die elektrische Variante nicht nur ein eigenständiges Antriebs- und Fahrwerkskonzept, sondern profitiert auch von einer größeren Innenraum-Effizienz dank des längeren Radstands und flacher liegender Batterieplattform. Der Kofferraum hinten fasst rund 470 Liter, dazu kommt ein vorderer Stauraum von etwa 101 Litern unter der Fronthaube.

Technik-Highlights und Assistenzfunktionen

Mercedes stattet die C-Klasse EQ mit dem modernen MB.OS-Betriebssystem aus, das nicht nur ein großes Infotainment-Display und vernetzte Funktionen bietet, sondern auch zukünftige Software-Updates und Assistenzpakete unterstützt. Einige der Fahrerassistenzsysteme lassen sich auch nachträglich buchen, darunter ein proaktiver Spurwechselassistent und spezielle Kameraperspektiven zum Schutz der Felgen oder im Stadtverkehr.
In Sachen Interieur fällt das Display-Konzept auf – eine große, nahtlose Anzeigefläche prägt das Cockpit und soll für ein modernes, digital fokussiertes Nutzererlebnis sorgen.

Fazit

Mit der C-Klasse EQ bringt Mercedes eine serienreife, reichweitenstarke und leistungsfähige elektrische Limousine in ein zentrales Segment der Mittelklasse-Premiumfahrzeuge. Die Kombination aus hoher Reichweite, schneller Ladeleistung, kräftigem Antrieb und modernen Assistenz- sowie Infotainment-Funktionen macht das Modell zu einem attraktiven Angebot für alle, die auf der Suche nach einem praktischen und zugleich premium-orientierten Elektroauto sind. Erwartet wird ein Einstiegspreis von rund 65 000 €, wobei weitere Varianten und stärkere oder effizientere Motorisierungen in den kommenden Monaten folgen könnten. Insgesamt markiert die neue C-Klasse EQ einen wichtigen Schritt für Mercedes in Richtung breite Elektromobilität im Kernbereich der Marke – und könnte vielen Skeptikern den Umstieg auf ein Elektrofahrzeug erleichtern.

Bilder: Mercedes