Meta Glasses: KI-Brille ohne Ray-Ban-Logo ab 309 Euro gestartet

Philipp Briel
Philipp Briel · 7 Min. Lesezeit
Meta Glasses
Bild: Meta

Meta hat zusammen mit EssilorLuxottica die Meta Glasses vorgestellt, die erste KI-Brille des Konzerns, die ohne Ray-Ban- oder Oakley-Logo auskommt. Sie startet ab 309 Euro (299 US-Dollar), kommt mit Sehstärke-Option und ist ab sofort auch in Deutschland erhältlich. Angekündigt wurde sie am 23. Juni 2026.

Der Clou ist nicht nur der niedrigere Preis, sondern das Branding: Erstmals steht der Name Meta selbst auf der Brille statt einer etablierten Modemarke. Dahinter steckt eine klare Strategie, und mit der neuen Meta AI auf Basis des hauseigenen Modells Muse Spark gibt es auch technisch etwas Neues. Wir haben die wichtigsten Punkte zusammengefasst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Meta Glasses sind die erste KI-Brille von Meta unter eigener Marke, weiterhin gemeinsam mit EssilorLuxottica entwickelt.
  • Preis: ab 309 Euro (299 US-Dollar), die Kylie-Jenner-Edition liegt höher (rund 399 US-Dollar).
  • Drei Designs zum Start: Meta Adventurer, Meta Fury und Meta Glasses by Kylie, dazu 26 Stil-Varianten.
  • Erstmals startet Meta AI mit dem Modell Muse Spark aus den Meta Superintelligence Labs ab Tag eins.
  • Ab sofort verfügbar, unter anderem über Meta.com und ausgewählte Händler.

Was die Meta Glasses besonders macht

Über fünf Jahre lief Metas Smart-Glasses-Geschäft eng verzahmt mit Ray-Ban und Oakley. Mit den Meta Glasses emanzipiert sich der Konzern teilweise von diesen Marken. Design, Fertigung und Vertrieb laufen weiter über EssilorLuxottica, den weltgrößten Brillenhersteller, aber das Branding gehört jetzt Meta. Das Muster erinnert an Apple, das mit Apple Watch und AirPods eigene Hardware-Kategorien direkt an das eigene Ökosystem koppelt.

Der Preis ist dabei Programm. Mit 309 Euro liegt die neue Brille rund 70 bis 80 Euro unter der aktuellen Ray-Ban Meta Wayfarer der zweiten Generation. Meta-CTO Andrew Bosworth machte deutlich, dass der niedrigere Preis ein bewusster Schritt war, um ein breiteres Publikum zu erreichen. Wer im Markt überall präsent sein will, kommt eben nicht nur über Design und Stil, sondern auch über den Preis.

Drei Designs, 26 Varianten und Kylie Jenner

Eine Erkenntnis der letzten Jahre lautet: Smart Glasses verkaufen sich nicht primär über Technik, sondern über Design. Darauf reagiert Meta mit drei Modellreihen:

  • Meta Adventurer – ein klares, rechteckiges Design für einen zeitlosen Look, verfügbar in Standard und Large.
  • Meta Fury – eine kantigere, auffälligere Fassung als Fashion-Statement.
  • Meta Glasses by Kylie – eine schlanke, ovale Form, die gemeinsam mit Kylie Jenner gestaltet wurde. Es ist ihr erster Ausflug in tragbare Technik.

Insgesamt stehen zum Start 26 verschiedene Stil-Kombinationen aus Farben, Gläsern und Fassungen bereit, dazu Optionen wie getönte, polarisierte oder Transitions-Gläser. Alle Modelle sind mit Korrekturgläsern kompatibel. Praktisch: Mit dem neuen Rx Lens Swap lassen sich Sehstärke-Gläser auch nach dem Kauf beim Optiker einsetzen, ohne die Garantie zu verlieren. Die Kylie-Edition hat sogar einen eigenen Sound beim Aufsetzen und eine optionale, KI-generierte Stimme auf Basis von Jenners echter Stimme.

Technische Daten der Meta Glasses

Merkmal Meta Glasses
Kamera 12 Megapixel, Video bis 3K bzw. 1080p mit 60 fps
Audio Open-Ear-Lautsprecher
Mikrofone Multi-Mikrofon-Array mit Windgeräusch-Reduktion
Akkulaufzeit über 8 Stunden
Ladecase faltbar, bis zu 40 Stunden zusätzliche Laufzeit
Display kein Display (displaylos)
KI Meta AI mit Muse Spark, dedizierte Action-Taste
Sehstärke kompatibel, Rx Lens Swap nach Kauf möglich
Anpassung 3-fach verstellbare Nasenpads, justierbare Bügelenden
Preis ab 309 Euro (299 US-Dollar)
Quelle: Meta, Angaben teils aus Medienberichten zum Launch

Auffällig ist, dass Meta weiterhin auf ein displayloses Konzept setzt. Anders als bei vielen AR-Brillen werden keine Informationen direkt ins Sichtfeld eingeblendet. Die Bedienung läuft vor allem über Sprache und Audio. Das senkt Kosten, Gewicht und Stromverbrauch und macht die Brille alltagstauglicher. Wer eine Variante mit echtem Display sucht, muss weiter auf die teureren Display-Modelle schauen, wie wir sie etwa rund um die Meta Hypernova beschrieben haben.

Meta AI mit Muse Spark als Herzstück

Technisch basiert die Brille auf der bekannten Smart-Glasses-Plattform, wurde aber bei der KI deutlich aufgewertet. Muse Spark ist das erste Modell aus den Meta Superintelligence Labs und wurde speziell für Metas Produkte gebaut. Es treibt eine neu aufgebaute Meta AI mit besseren multimodalen Fähigkeiten an. Die Meta Glasses sind die ersten Brillen von Meta, die damit ab Tag eins starten. Bestehende Ray-Ban Meta- und Oakley Meta-Brillen bekommen das Update in den USA und Kanada per Software nachgereicht.

In der Praxis soll die KI klügere Antworten liefern, etwa zu Sportergebnissen oder Restaurant-Tipps, besser verstehen, was man gerade sieht, und im Alltag bei Kalender und Terminen helfen. CNN konnte bei einem Test vorab unter anderem Kalorien in einer Schüssel Erdbeeren schätzen und ein arabisches Schild ins Englische übersetzen lassen. Spannend, aber im Kern vergleichbar mit dem, was Metas bisherige Brillen schon können. Wie weit Meta die KI-Funktionen treibt, zeigt auch das kürzlich vorgestellte Ernährungstracking per KI für die Ray-Ban-Modelle.

Dazu kommen neue Software-Features fürs gesamte Portfolio: Dynamic Photo schießt automatisch mehrere Frames und empfiehlt den besten Schnappschuss. Eine Fußgänger-Navigation mit Turn-by-Turn-Ansagen ist für displaylose Brillen angekündigt. Und die Live-Übersetzung wird um 14 weitere Sprachen erweitert, darunter Japanisch, Mandarin, Hindi und Koreanisch.

Datenschutz: LED, Manipulationsschutz und keine Gesichtserkennung

Beim Thema Privatsphäre bleibt Meta bei den bekannten Mitteln. Eine LED signalisiert, wenn Fotos oder Videos aufgenommen werden. Laut Meta gibt es eine Manipulationserkennung, die den Kamerazugriff blockiert, falls jemand versucht, die Anzeige zu überlisten. Eine Gesichtserkennung ist nach Angaben des Unternehmens nicht geplant. Meta räumt selbst ein, dass sich die Regeln und Normen rund um kameragestützte Brillen im öffentlichen Raum noch entwickeln.

Konkurrenz und Marktposition

Der Smart-Glasses-Markt zieht spürbar an. Laut der International Data Corporation wurden im vergangenen Jahr weltweit rund 9,6 Millionen Smart Glasses ausgeliefert, etwa 76 Prozent davon entfielen auf Meta. Der Erfolg lockt die Konkurrenz: Apple arbeitet an einer eigenen Brille, die 2027 erwartet wird, mehr dazu in unserem Überblick zu den Apple Smart Glasses. Snap hat erst kürzlich eine AR-Brille für 2.195 US-Dollar vorgestellt, und auch chinesische Hersteller wie Alibaba mischen mit.

Verfügbarkeit und Preis

Die Meta Glasses sind ab sofort in mehreren Ländern erhältlich, darunter Deutschland. Verkauft werden sie über Meta.com sowie über Händler wie Best Buy, Amazon, Lenscrafters und Sunglass Hut. Der Einstiegspreis liegt bei 309 Euro beziehungsweise 299 US-Dollar, die Kylie-Edition kostet mehr (rund 399 US-Dollar). Wer ein Modell anprobieren will, kann das in einem Meta Lab oder bei ausgewählten Optikern tun.

FAQ zu den Meta Glasses

Was kosten die Meta Glasses?
Der Einstiegspreis liegt bei 309 Euro (299 US-Dollar). Die Kylie-Jenner-Edition ist teurer und liegt bei rund 399 US-Dollar.

Was ist der Unterschied zu den Ray-Ban Meta Glasses?
Die Meta Glasses tragen erstmals ausschließlich die Marke Meta statt Ray-Ban oder Oakley, sind günstiger und starten ab Werk mit Meta AI auf Basis von Muse Spark. EssilorLuxottica bleibt aber als Partner für Design und Fertigung an Bord.

Haben die Meta Glasses ein Display?
Nein. Die Brille setzt bewusst auf ein displayloses Konzept. Die Bedienung läuft vor allem über Sprache, Audio und die Action-Taste.

Sind die Meta Glasses mit Sehstärke erhältlich?
Ja. Alle Modelle sind mit Korrekturgläsern kompatibel. Über den neuen Rx Lens Swap lassen sich passende Gläser auch nach dem Kauf beim Optiker einsetzen, ohne die Garantie zu verlieren.

Fazit

Mit den Meta Glasses verfolgt Meta eine klare Doppelstrategie: günstiger werden und die eigene Marke nach vorne stellen. Technisch ist die Brille keine Revolution gegenüber den Ray-Ban-Modellen, der Schritt zur eigenen Marke plus Muse Spark ab Tag eins ist aber strategisch bedeutsam. Für alle, die mit dem Gedanken an eine KI-Brille spielen, aber bisher der Preis abgeschreckt hat, sind die 309 Euro ein interessanter Einstieg. Ob die KI im Alltag wirklich überzeugt, muss ein Praxistest zeigen.