Meta VR-Brille vorgestellt: 100 Gramm leicht, 1.299 Dollar teuer, direkter Angriff auf die Apple Vision Pro

Philipp Briel
Philipp Briel · 5 Min. Lesezeit
Meta VR-Brille
Bild: Meta

Meta hat auf der Connect 2026 seine neue VR-Brille vorgestellt: Mit rund 100 Gramm Gewicht, einem 5K-Display und einem Preis von 1.299,99 US-Dollar tritt sie direkt gegen Apples Vision Pro an. Verfügbar sein soll das Gerät ab Frühjahr 2027, zunächst nur in den USA.

Kurz zusammengefasst:

  • Gewicht: ca. 100 Gramm, damit fünfmal leichter als die Meta Quest 3
  • Display: 5K Micro-OLED mit 37 Pixel pro Grad, Dolby Vision und Dolby Atmos, IMAX-Enhanced-zertifiziert
  • Chip: Qualcomm Snapdragon Reality Elite, Rechenleistung sitzt in einem separaten Puck am Gürtel oder in der Tasche
  • Preis: 1.299,99 US-Dollar, Marktstart Frühjahr 2027
  • Akkulaufzeit: bis zu drei Stunden, 45-Watt-Schnellladung

Design: eine Brille, die wie eine Brille aussieht

Das auffälligste Merkmal der neuen Meta VR-Brille ist ihr Gewicht. Mit etwa 100 Gramm bringt sie in etwa so viel auf die Waage wie ein Kartenspiel und wiegt damit rund ein Fünftel einer Meta Quest 3. Möglich macht das ein Gestell aus Magnesiumlegierung in Kombination mit sogenannten Pancake-Linsen, die deutlich flacher bauen als klassische VR-Optiken.

Den Kompromiss zahlt man beim Sichtfeld: Laut ersten Hands-on-Berichten kommt die Brille auf etwa 70 Grad, die Meta Quest 3 schafft 110 Grad. Wer aus der Quest-Reihe kommt, dürfte den schmaleren Ausschnitt zumindest am Anfang bemerken.

Meta VR-Brille
Bild: Meta

Damit das Gewicht auf der Nase niedrig bleibt, wandert die eigentliche Rechenleistung in einen externen, tragbaren Puck, der am Gürtel, im Rucksack oder in der Hosentasche Platz findet und per Kabel mit der Brille verbunden ist. Auf derselben Connect-2026-Keynote hat Meta außerdem drei neue Ray-Ban-Meta-KI-Brillen vorgestellt, die deutlich leichter und alltagstauglicher sind, aber ohne die volle VR-Funktionalität der neuen Brille auskommen.

Display und Bildqualität: IMAX-zertifiziert fürs Wohnzimmer

Herzstück der Brille sind zwei Micro-OLED-Panels mit einer Auflösung, die Meta mit „5K“ beziffert, bei 37 Pixel pro Grad. Zum Vergleich: Je höher dieser Wert, desto weniger sichtbares Pixelraster nimmt das Auge wahr. Dazu kommen Unterstützung für Dolby Vision und Dolby Atmos sowie eine Zertifizierung durch IMAX Enhanced, laut Meta die erste für ein VR-Gerät überhaupt.

Road to VR, das die Brille bereits ausprobieren konnte, beschreibt die Farb-Passthrough-Ansicht als „die beste, die ich bislang an einem eigenständigen VR-Headset gesehen habe“, ganz ohne sichtbare Nahtstellen oder Verzerrungen im Bild. Kritisiert wird dagegen der Ton: Die Brille setzt auf Off-Ear-Lautsprecher statt Kopfhörer, was laut ersten Eindrücken vor allem im Bassbereich Abstriche bedeutet.

Was die Meta VR-Brille können soll

Meta positioniert das Gerät weniger als Gaming-Headset und mehr als Allzweckgerät für Unterhaltung, Sport und Arbeit. Für Kinoabende gibt es 3D-Filme in IMAX-Enhanced-Qualität über Partner wie Disney+, Prime Video, YouTube, AMC+, Crunchyroll, HBO Max und Paramount+, dazu eine Kooperation mit Regisseur James Cameron und dessen Firma Lightstorm Vision. Sportfans sollen über 100 immersive Live-Übertragungen pro Jahr sehen können, unter anderem von ESPN, TNT Sports, MLB, NBC Sports und der UFC.

Meta VR-Brille
Bild: Meta

Fürs Arbeiten bringt die Brille einen virtuellen Multi-Monitor-Arbeitsplatz sowie Hologramm-Anrufe für Dienste wie WhatsApp oder Zoom mit. Und für alle, die einfach nur zocken wollen, stehen zum Marktstart mehr als 75 Spiele bereit, dazu Unterstützung für Xbox Cloud Gaming. Ergänzt wird das Ganze durch einen in die Brille integrierten Meta-KI-Assistenten, der sich per Sprache steuern lässt, und eine Vollfarb-Passthrough-Kamera für die Sicht auf die reale Umgebung.

Preis und Verfügbarkeit

Die Meta VR-Brille kostet 1.299,99 US-Dollar und soll im Frühjahr 2027 auf den Markt kommen. Einen Preis oder ein Datum für den deutschen Markt hat Meta bislang nicht genannt. Zum Vergleich: Apples Vision Pro startete in den USA bei 3.499 Dollar, ist also deutlich teurer als Metas neues Gerät.

Technische Daten im Überblick

Spezifikation Meta VR-Brille
Gewicht ca. 100 Gramm
Display 5K Micro-OLED, 37 ppd, Pancake-Linsen
Sichtfeld ca. 70 Grad
Chip Qualcomm Snapdragon Reality Elite (im externen Puck)
Audio Dolby Atmos, Off-Ear-Lautsprecher
Akkulaufzeit bis zu 3 Stunden, 45-Watt-Schnellladung
Kamera Vollfarb-Passthrough
Spiele zum Start 75+, inkl. Xbox Cloud Gaming
Preis 1.299,99 US-Dollar
Marktstart Frühjahr 2027 (USA)

Meta VR-Brille gegen Apple Vision Pro

Der Vergleich mit Apples Vision Pro drängt sich auf, und Meta scheint ihn bewusst zu suchen. Beide Geräte setzen auf hochauflösende Passthrough-Kameras, unterstützen holografische Avatare für Videotelefonate und wollen als Produktivitätswerkzeug für PC und Mac taugen. Der Unterschied liegt vor allem im Ansatz: Während Apple alles in einem Gerät verbaut und dafür mit Gewicht und Preis bezahlt, lagert Meta die Rechenleistung aus und kommt dadurch auf ein deutlich leichteres, günstigeres Produkt mit kleinerem Sichtfeld.

Nach ersten Eindrücken von Road to VR wirkt die Meta-Brille kompakter und alltagstauglicher als die klobigere Vision Pro, die zudem mit den sogenannten „Birdbath“-Optiken älterer VR-Generationen zu kämpfen hat, während Metas Passthrough als nahtloser beschrieben wird.

Fazit

Mit ihrer neuen VR-Brille zielt Meta auf eine Lücke zwischen sperrigen Gaming-Headsets und der teuren, aber vielseitigen Vision Pro. 100 Gramm Gewicht, ein IMAX-zertifiziertes Display und ein Preis von 1.299,99 Dollar sind eine interessante Kombination, auch wenn das kleinere Sichtfeld und die noch unklare Verfügbarkeit außerhalb der USA Fragen offen lassen. Wer bereits mit einer AR-Brille oder einem VR-Headset liebäugelt, sollte den Marktstart im Frühjahr 2027 im Auge behalten, ehe eine Kaufentscheidung ansteht.

Quellen: Meta,