Metal 1.0 3D-Drucker: Revolution im Metall-3D-Druck für Profis und Maker?

Philipp Briel
Philipp Briel · 3 Min. Lesezeit
Metal 1.0
Bild: Metal-Base

Mit dem Metal 1.0 sorgt ein neuer 3D-Drucker aktuell für Aufmerksamkeit in der Tech-Szene. Das Gerät soll erstmals erschwinglichen Metall-3D-Druck in kompakter Form ermöglichen und damit Anwendungen erschließen, die bisher industriellen Anlagen vorbehalten waren. Besonders spannend: Statt klassischer Heiztechnologie setzt das System auf einen leistungsstarken Diodenlaser. Damit könnten robuste Bauteile aus Metall direkt im eigenen Workspace entstehen – zumindest laut Hersteller.

  • Metall-3D-Druck mit Diodenlaser (60 Watt) statt klassischem Hotend
  • Unterstützt Materialien wie Edelstahl, Bronze und Inconel 718
  • Kompakter Bauraum (128 × 100 mm) mit feinen Schichtdicken
  • Crowdfunding-Preis von rund 8.500 Euro

Metal 1.0 3D-Drucker: Neue Technik für Metallverarbeitung im Desktop-Format

Der Metal 1.0 3D-Drucker verfolgt einen Ansatz, der sich deutlich von klassischen FDM- oder Resin-Druckern unterscheidet. Während herkömmliche Geräte Kunststoffe schmelzen oder Harze aushärten, nutzt dieses System einen Diodenlaser mit 60 Watt Leistung, um Metallpulver gezielt zu verschmelzen. Dieses Verfahren erinnert an industrielles Laser-Pulverbett-Schmelzen (LPBF), wird hier jedoch in ein deutlich kompakteres Format übertragen.

Metal 1.0
Bild: Metal-Base

Technisch betrachtet ist der Ansatz plausibel, allerdings mit Einschränkungen. Industrielle Metall-3D-Drucker arbeiten meist mit deutlich höheren Laserleistungen und streng kontrollierten Umgebungen. Der Metal 1.0 reduziert diese Anforderungen offenbar auf ein Minimum, setzt jedoch weiterhin auf ein Inertgas – konkret Stickstoff –, um Oxidation während des Druckprozesses zu verhindern. Der Verbrauch von etwa 10 ml pro Minute wirkt dabei realistisch, könnte im Alltag aber eine zusätzliche Hürde darstellen.

Mit einer Schichtdicke von 0,05 bis 0,1 Millimetern bewegt sich das System im üblichen Bereich für präzise Druckverfahren. Der vergleichsweise kleine Bauraum von 128 × 100 Millimetern zeigt jedoch klar, dass sich das Gerät eher für kleinere Bauteile oder Prototypen eignet als für großflächige Konstruktionen.

Möglichkeiten, Materialien und Grenzen der neuen Generation

Besonders interessant ist die Materialvielfalt, die der Metal 1.0 unterstützen soll. Neben Edelstahl (316) werden auch Bronze und Inconel 718 genannt – Materialien, die üblicherweise in der Industrie für hochbelastbare Komponenten eingesetzt werden. Sollte dies in der Praxis zuverlässig funktionieren, könnten Anwender funktionale Bauteile wie Halterungen, Werkzeuge oder mechanische Komponenten selbst herstellen.

Allerdings bleibt ein kritischer Blick wichtig. Die Präsentation erfolgt im Rahmen einer Crowdfunding-Kampagne, was grundsätzlich mit Unsicherheiten verbunden ist. Angaben zur tatsächlichen Druckqualität, Langzeitstabilität und Sicherheit im Betrieb sind bislang begrenzt. Gerade beim Umgang mit Metallpulvern und Lasertechnologie spielen Schutzmaßnahmen eine zentrale Rolle, die im Desktop-Bereich nicht unterschätzt werden sollten.

Ein weiterer Aspekt ist die Zielgruppe: Der Preis von rund 8.500 Euro sowie die Anforderungen an Gasversorgung und technisches Verständnis deuten klar darauf hin, dass sich das Gerät eher an professionelle Anwender, Werkstätten oder ambitionierte Maker richtet. Für Einsteiger dürfte der Einstieg in den Metall-3D-Druck weiterhin komplex bleiben.

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Mehr Informationen

Dennoch zeigt der Metal 1.0 eine spannende Entwicklung im Markt. Die Miniaturisierung industrieller Technologien könnte langfristig dazu beitragen, Metall-3D-Druck zugänglicher zu machen und neue Einsatzbereiche zu erschließen.

Fazit

Der Metal 1.0 3D-Drucker bringt einen vielversprechenden Ansatz in den Bereich des Metall-3D-Drucks, bleibt jedoch mit gewissen Einschränkungen verbunden. Die Technik wirkt grundsätzlich plausibel, erfordert aber weiterhin spezielles Know-how und Infrastruktur. Mit einem Einstiegspreis von etwa 8.500 Euro und geplanter Auslieferung über eine Crowdfunding-Kampagne richtet sich das System klar an erfahrene Nutzer. Sollte die Umsetzung gelingen, könnte dies ein wichtiger Schritt in Richtung erschwinglicher Metallfertigung sein.