MOZA kündigt Cockpit-Displays an – Preise jetzt offiziell

Simon Lüthje
Simon Lüthje · 5 Min. Lesezeit

MOZA wächst über Sticks und Yokes hinaus: Der chinesische Simulationsspezialist macht jetzt offiziell, was viele in der Community schon seit dem FSWeekend in Lelystad erwartet haben – vollständige Cockpit-Displays und Avionik-Panels mit konkreten Preisen. Die fünf neuen Produkte richten sich an Airline-Piloten, General-Aviation-Fans und Kampfjet-Enthusiasten gleichermaßen und sollen noch im Q3 2026 erhältlich sein.

Von Joystick und Yoke zum vollintegrierten MOZA Cockpit

Seit dem Einstieg in den Flugsimulationsmarkt 2024 hat MOZA das Steuergeräte-Segment konsequent ausgebaut: Force-Feedback-Bases, Flightsticks, Throttle Quadrants, Ruderpedale – alles vorhanden. Was gefehlt hat, waren die Displays und Panels, die das echte Cockpit-Gefühl erst komplett machen. Genau diese Lücke schließt MOZA jetzt mit einem Schlag.

Technologisch setzt das Unternehmen dabei auf einen cleveren Ansatz: Alle display-bestückten Produkte laufen über DisplayLink via USB statt HDMI. Das bedeutet, keine zusätzliche Grafikkarte und keine freien GPU-Ausgänge – der PC-USB-Port reicht. Wer ein großes Home-Cockpit baut, wird das zu schätzen wissen.

Die neue Hardware integriert sich nahtlos in das bestehende Ökosystem. Wir hatten bereits über MOZAs Flight-Sim-Ökosystem von der FlightSimExpo 2025 berichtet sowie über die AB6 FFB Flight Base und den MTQ Throttle Quadrant – die neuen Panels sind die logische Fortsetzung davon.

MA3F Electronic Flight Control Module – Airbus-Feeling für zuhause

Das Herzstück der neuen Lineup ist das MA3F Electronic Flight Control Module (EFCM) – MOZAs Version des Airbus FCU und EFIS-Systems. Wer schon mal einen A320 von innen gesehen hat, kennt die charakteristischen Push-Pull-Drehknöpfe des Flight Control Unit. MOZA hat dafür einen eigens entwickelten Dual-Rail-Push-Pull-Mechanismus konstruiert, der das taktile Verhalten der echten Airbus-Steuerung nachbilden soll.

Das EFCM gibt es in drei Konfigurationen: FCU-only, FCU mit linkem EFIS oder als komplettes FCU+EFIS-Set. Die segmentierten Displays und vollständig konfigurierbare Beleuchtung runden das Bild ab. Für Sim-Piloten, die ihre A320- oder A380-Simulation bislang per Mausklick gesteuert haben, dürfte das ein erheblicher Immersions-Sprung sein.

Preise MA3F EFCM:

  • MA3F EFCM (komplett, FCU + beide EFIS): 159 €
  • MA3F EFCM L (linkes EFIS): 109 €
  • MA3F EFCM R (rechtes EFIS): 109 €

MA3F und MB7F Flight Computer Displays – FMC für Airbus und Boeing

Neben dem EFCM bringt MOZA zwei Flight Computer Displays auf den Markt, die sich an unterschiedliche Cockpit-Philosophien richten: Das MA3F FCD adressiert Airbus-Piloten, das MB7F FCD die Boeing-Fraktion. Beide kosten identisch 209 Euro und teilen sich weitgehend dieselbe Hardware-Basis: hochauflösendes IPS-Display, beleuchtetes Keypad und ein Frontpanel aus Druckguss-Metall.

Funktional bieten beide Einheiten echte Flugsimulations-Workflows: Routeneingabe, Navigationsmanagement, Flugzeugkonfiguration, Betriebsplanung sowie integrierte Checklisten- und Notizbuchseiten für komplexe Flugoperationen. Zusammen mit dem EFCM entsteht damit ein vollständig physischer Flight-Management-Workflow – kein Maus-Herumgeklicke im Simulator mehr.

MGX1000 Instrument Panel – G1000 Glass Cockpit per USB

Für General-Aviation-Enthusiasten ist das MGX1000 Instrument Panel der spannendste neue Baustein. Die Einheit orientiert sich am Garmin G1000, dem meistverbreiteten Glasscockpit in der allgemeinen Luftfahrt. Im Zentrum steht ein echter 10,4-Zoll-IPS-Display in Originalgröße – nicht irgendein Screen, sondern speziell auf die G1000-Darstellung ausgelegt.

Präzise Drehgeber, dedizierte Steuerflächen und NavigationsFunktionen erlauben natürliche Interaktion mit den Fluginstrumenten – ganz ohne Mausklicks. Besonders interessant: Mehrere MGX1000-Einheiten lassen sich kombinieren, um vollständige Primary Flight Display + Multi-Function-Display-Setups zu bauen. Und dank DisplayLink läuft das alles über USB, ohne einen einzigen HDMI-Ausgang zu belegen. Preis: 469 Euro.

FMP18 Panel Bundle – das Kampfjet-Cockpit

Den kampfsportierten Abschluss der Lineup bildet das FMP18 Panel Bundle, das sich klar vom zivilen Segment abhebt. Inspiriert vom F/A-18 Hornet, dem ikonischen Carrier-Based-Fighter der US-Navy, bündelt es mehrere integrierte Displays, authentische Steuerlayouts und eine modulare Architektur.

Besonders praktisch für Cockpit-Bauer: Das FMP18 verwendet eine magnetische Wechselblende mit Pogo-Pin-Verbindung, die schnelle Rahmenwechsel für flugzeugspezifische Layouts ermöglicht. Wer heute in der F/A-18 fliegt und morgen in einem anderen Jet sitzen will, kann die Panels entsprechend rekonfigurieren. Das Bundle kostet 889 Euro – und ist damit das teuerste, aber auch umfangreichste Produkt der neuen Palette.

Alle Preise im Überblick

Produkt USD EUR GBP AUD JPY
MA3F EFCM (komplett) $149 159 € £139 AUD 279 ¥25.900
MA3F EFCM L oder R (einzeln) $99 109 € £99 AUD 189 ¥16.900
MA3F Flight Computer Display $199 209 € £189 AUD 369 ¥33.900
MB7F Flight Computer Display $199 209 € £189 AUD 369 ¥33.900
MGX1000 Instrument Panel $449 469 € £419 AUD 829 ¥75.900
FMP18 Panel Bundle $849 889 € £799 AUD 1.599 ¥149.900

Software-Integration: MOZA Cockpit und Pit House

Alle neuen Produkte laufen über die bestehende MOZA-Software-Plattform – konkret über MOZA Cockpit für die Flight-Sim-Produkte, ergänzt durch die bekannte MOZA Pit House-Software. Zentrales Konfigurationsinterface, synchronisierte Lichteffekte, Telemetrie-Integration und Geräte-Management landen damit in einer einzigen Anlaufstelle. Wer bereits eine AB9, AB6 oder andere MOZA-Hardware betreibt, muss keine neue Software-Infrastruktur aufbauen.

Zuletzt hatte MOZA auf der CES 2026 mit den MRP Rudder Pedals das Flight-Lineup weiter ausgebaut. Mit den jetzt angekündigten Cockpit-Displays und Panels schließt sich der Kreis zu einem vollintegrierten Home-Cockpit-System.

Fazit: MOZA Cockpit-Lineup macht ernst

Die neuen MOZA-Produkte sind kein Marketing-Versprechen mehr – die Preise liegen auf dem Tisch, Q3 2026 als Release-Zeitraum ist bestätigt. Was MOZA hier aufbaut, ist ein ernstzunehmendes Ökosystem für Home-Cockpit-Bauer, das vom Force-Feedback-Stick bis zum vollständigen Avionik-Panel alles aus einer Hand liefert. Die Einstiegspreise ab 109 Euro für das MA3F EFCM-Modul sind dabei überraschend zugänglich – genau wie MOZA es angekündigt hatte.

Wer sich für die Einzelkomponenten interessiert, findet weitere Informationen direkt auf der MOZA Flight-Website.