Google hat am 30. Juni 2026 zwei neue generative KI-Modelle veröffentlicht: Nano Banana 2 Lite, das schnellste und günstigste Bildmodell der Nano-Banana-Reihe, sowie Gemini Omni Flash, ein Modell für Videogenerierung und Videobearbeitung per Sprache. Beide sind ab sofort über Google AI Studio, die Gemini API und die Gemini Enterprise Agent Platform nutzbar. Nano Banana 2 Lite erzeugt ein Bild in rund vier Sekunden und kostet 0,034 US-Dollar pro 1K-Bild, Omni Flash liegt bei 0,10 US-Dollar pro generierter Videosekunde.
Das Wichtigste in Kürze
- Nano Banana 2 Lite (technisch: Gemini 3.1 Flash Lite Image) ist auf Tempo und Masse ausgelegt und soll das ursprüngliche Nano-Banana-Modell ablösen.
- Gemini Omni Flash kommt zum ersten Mal für Entwickler und erstellt sowie bearbeitet Videos aus Text-, Bild- und Video-Eingaben.
- Preise: 0,034 US-Dollar pro 1K-Bild (Nano Banana 2 Lite), 0,10 US-Dollar pro Videosekunde (Omni Flash, gleich teuer wie Veo 3.1 Fast).
- Verfügbar in Google AI Studio, der Gemini API und der Gemini App; Nano Banana 2 Lite zusätzlich im AI Mode der Suche, in NotebookLM, Google Photos und Google Ads.
- Alle Ausgaben tragen ein unsichtbares SynthID-Wasserzeichen.
Was ist Nano Banana 2 Lite?
Nano Banana 2 Lite ist Googles neues Einstiegsmodell für die KI-Bildgenerierung mit Gemini. Es richtet sich an alle, die viele Bilder in kurzer Zeit brauchen und dabei auf Kosten achten. Der offizielle Modellname lautet Gemini 3.1 Flash Lite Image, „Nano Banana“ ist der eingängige Codename, den Google inzwischen offen für seine nativen Bildfunktionen verwendet.
Zwei Werte stechen heraus. Erstens die Geschwindigkeit: Aus einem Text-Prompt entsteht ein Bild in etwa vier Sekunden. Das macht das Modell praktisch für schnelles Ausprobieren, für Entwürfe und für Anwendungen, in denen Nutzer live zusehen. Zweitens der Preis: 0,034 US-Dollar pro Bild in 1K-Auflösung. Wer Bilder im großen Stil generiert, merkt diesen Unterschied schnell auf der Rechnung.

Trotz des Fokus auf Tempo verspricht Google, dass die Basics stimmen. Das Modell soll Prompts zuverlässig umsetzen, Charaktere über mehrere Bilder hinweg konsistent halten und Text im Bild lesbar darstellen. Genau an diesem letzten Punkt sind viele Bild-KIs lange gescheitert. Wer bisher noch das erste Nano-Banana-Modell (Gemini 2.5 Flash Image) im Einsatz hat, kann laut Google direkt umsteigen und bekommt bessere Qualität, mehr Tempo und niedrigere Kosten.
Die Nano-Banana-Familie im Überblick
Mit dem neuen Lite-Modell besteht die Nano-Banana-Reihe jetzt aus vier Varianten. Welche du nimmst, hängt davon ab, ob dir Geschwindigkeit, Ausgewogenheit oder maximale Kontrolle wichtiger ist.
| Modell | Technischer Name | Ausgelegt auf |
|---|---|---|
| Nano Banana 2 Lite | Gemini 3.1 Flash Lite Image | Tempo und Masse, sehr niedrige Latenz |
| Nano Banana 2 | Gemini 3.1 Flash Image | Allrounder mit gutem Verhältnis aus Qualität, Tempo und Preis |
| Nano Banana Pro | Gemini 3 Pro Image | Komplexe, professionelle Aufgaben mit viel Kontrolle und Reasoning |
| Nano Banana (Legacy) | Gemini 2.5 Flash Image | Erstes Modell der Reihe, Umstieg empfohlen |
Die Logik dahinter ist simpel: Lite für schnelle Entwürfe und hohe Stückzahlen, das reguläre Modell für den Alltag, Pro dann, wenn Genauigkeit wichtiger ist als Geschwindigkeit. Neben dem Entwickler-Zugang rollt Nano Banana 2 Lite auch in Googles Endkundenprodukten aus, darunter der AI Mode in der Suche, die Gemini App, NotebookLM, Google Photos, Stitch, Google Flow und Google Ads.
Gemini Omni Flash: Videos per Sprache erstellen und bearbeiten
Der zweite Neuzugang ist das spannendere. Gemini Omni Flash ist ein Modell für Videogenerierung und, das ist der eigentliche Clou, für konversationelle Videobearbeitung. Du kannst also mit normaler Sprache beschreiben, was sich in einem Clip ändern soll, statt in einer Timeline zu schneiden. Vorgestellt wurde Omni bereits auf der Google I/O 2026, wo Google die Gemini App insgesamt deutlich agentischer aufgestellt hat. Jetzt kommt das Flash-Modell erstmals auch für Entwickler über die Gemini API und Google AI Studio.
Als Eingabe akzeptiert Omni Flash eine Kombination aus Text, Bild und Video. Vier Fähigkeiten hebt Google besonders hervor:
- Konversationelle Bearbeitung: Videos per natürlicher Sprache anpassen, ohne klassisches Schnittprogramm.
- Multimodale Referenzen: Bilder, Text und Video kombinieren, um eine Szene konsistent zu halten.
- Weltwissen: Das Modell greift auf Geminis Wissen zu, etwa zu Geschichte, Biologie oder Erzähllogik.
- Synchronisation: Text und Grafik lassen sich per Prompt direkt an Bewegungen im Video koppeln.
Beim Preis liegt Omni Flash bei 0,10 US-Dollar pro generierter Videosekunde, laut Google genauso viel wie Veo 3.1 Fast. Ganz ohne Haken kommt der Start aber nicht. Aktuell erzeugt das Modell nur Clips von zehn Sekunden Länge, längere Videos sollen folgen. Audio-Referenzen und das Verlängern von Szenen unterstützt die API noch nicht. Video-Referenzen bis drei Sekunden nimmt die Schnittstelle zwar an, verarbeitet sie momentan aber nicht korrekt. Und bei Szenenwechseln oder Kameraschwenks hält das Modell Charaktere noch nicht immer sauber konsistent. Für einen Public-Preview ist das nachvollziehbar, planen solltest du damit trotzdem.
Beide Modelle kombinieren
Interessant wird es, wenn man die zwei Modelle hintereinanderschaltet. Der von Google vorgeschlagene Ablauf: Erst generierst du mit Nano Banana 2 Lite blitzschnell ein Bild, dann übergibst du es als Referenz an Gemini Omni Flash und lässt es zu einem Video animieren. Über die Interactions API bleibt dabei der Kontext einer Sitzung erhalten, sodass Nutzer bis zu drei Bearbeitungen aufeinander aufbauen können.
Zum Ausprobieren stellt Google drei Demo-Apps in AI Studio bereit, die genau dieses Zusammenspiel zeigen: „Anywhere“ versetzt ein hochgeladenes Foto an bekannte Orte und animiert das Ergebnis, „Space Lift“ gestaltet Räume neu und zeigt sie als kurzen Clip, und „Omni product studio“ macht aus statischen Produktbildern kleine E-Commerce-Videos. Für alle, die eigene KI-Anwendungen bauen, ist das eine praktische Vorlage.
Was bedeutet das für dich in Deutschland?
Die kurze Antwort: Nutzbar ja, mit ein paar Einschränkungen. Nano Banana 2 Lite und Omni Flash laufen über Google AI Studio, die Gemini API und die Gemini App, und diese Wege stehen auch hierzulande offen. Die reine Bildgenerierung mit Nano Banana ist in allen Ländern verfügbar, in denen es die Gemini App gibt.
Anders sieht es bei der stark personalisierten Bilderstellung aus. Die verknüpft Nano Banana mit Googles Personal Intelligence und greift dafür auf Google Photos, Gmail und deinen Suchverlauf zu. Diese Funktion ist bislang auf die USA beschränkt und in Europa, der Schweiz und Großbritannien nicht freigeschaltet, vermutlich aus Datenschutzgründen. Wir haben uns angeschaut, warum Europa bei den personalisierten Nano-Banana-Bildern außen vor bleibt.
Zur Transparenz: Jedes mit den neuen Modellen erzeugte Bild oder Video bekommt ein unsichtbares SynthID-Wasserzeichen. Ob ein Inhalt von Googles KI stammt, kannst du über die Gemini App, Gemini in Chrome oder die Suche prüfen. Perfekt ist das nicht, weil SynthID nur bei Google-eigenen Modellen greift, aber immerhin ein Ansatz gegen die wachsende Flut KI-generierter Medien.
Einordnen lässt sich der Doppel-Launch auch im größeren KI-Wettrennen. Während Google Bild und Video ausbaut, liefern sich die Chatbot-Anbieter parallel ihr eigenes Duell, siehe etwa Anthropics Claude Sonnet 5, das preislich an das Spitzenmodell heranrückt. Der Takt, in dem neue Modelle erscheinen, hat sich 2026 spürbar erhöht.
Häufige Fragen zu Nano Banana 2 Lite und Gemini Omni Flash
Was ist Nano Banana 2 Lite?
Nano Banana 2 Lite ist Googles schnellstes und günstigstes KI-Bildmodell aus der Nano-Banana-Familie. Es erzeugt Bilder in rund vier Sekunden und kostet 0,034 US-Dollar pro 1K-Bild. Der technische Name lautet Gemini 3.1 Flash Lite Image.
Was kann Gemini Omni Flash?
Gemini Omni Flash erstellt und bearbeitet Videos aus Text-, Bild- und Video-Eingaben. Die Bearbeitung funktioniert per natürlicher Sprache. Aktuell erzeugt das Modell Clips von bis zu zehn Sekunden Länge.
Was kosten die neuen Modelle?
Nano Banana 2 Lite kostet 0,034 US-Dollar pro 1K-Bild. Gemini Omni Flash liegt bei 0,10 US-Dollar pro generierter Videosekunde, genauso viel wie Veo 3.1 Fast.
Sind Nano Banana 2 Lite und Omni Flash in Deutschland verfügbar?
Ja. Beide Modelle laufen über Google AI Studio, die Gemini API und die Gemini App, die auch in Deutschland zugänglich sind. Nur die personalisierte Bilderstellung über Personal Intelligence bleibt vorerst auf die USA beschränkt.
Woran erkenne ich KI-Bilder von Google?
Alle mit den Modellen erzeugten Inhalte tragen ein unsichtbares SynthID-Wasserzeichen. Prüfen kannst du das über die Gemini App, Gemini in Chrome oder die Google-Suche.
Fazit
Mit Nano Banana 2 Lite und Gemini Omni Flash setzt Google konsequent auf schnelle, bezahlbare Bausteine für kreative KI-Anwendungen. Das Lite-Bildmodell ist vor allem für Entwickler und Vielnutzer spannend, weil vier Sekunden pro Bild und drei Cent Kosten neue Anwendungen erst wirtschaftlich machen. Omni Flash ist der eigentliche Blickfang, kommt aber als Preview mit sichtbaren Grenzen: zehn Sekunden Clips, ein paar noch fehlende API-Funktionen und Schwächen bei der Konsistenz. Wer heute schon experimentieren will, findet in den Demo-Apps einen guten Einstieg. Und wer abwarten möchte, dürfte in den nächsten Monaten ohnehin das nächste Update sehen, so schnell wie sich die Nano-Banana-Reihe gerade weiterdreht.
Quellen und weiterführende Infos: Google Keyword Blog, Google DeepMind zu Gemini Omni und die Gemini-API-Dokumentation.