Nothing Headphone (1) Pro: Over-Ear-Kopfhörer mit Flat-EQ-Schalter, Dreifach-Treiber und 46 dB ANC für 349 Euro

Philipp Briel
Philipp Briel · 5 Min. Lesezeit
Nothing Headphone (1) Pro
Bild: Nothing

Nothing hat mit dem Headphone (1) Pro sein bislang teuerstes Kopfhörer-Modell vorgestellt: ein Over-Ear-Kopfhörer mit Dreifach-Treiber-System, bis zu 46 dB aktiver Rauschunterdrückung und einem physischen Flat-EQ-Schalter, der zusammen mit den Londoner Metropolis Studios entwickelt wurde. Das Nothing Headphone (1) Pro kostet 349 Euro und ist seit dem 29. September 2026 in Deutschland und Österreich erhältlich.

Nothing positioniert sich damit erstmals oberhalb der eigenen Ear- und Phone-Produkte im Premium-Segment und tritt direkt gegen etablierte ANC-Schwergewichte wie die Bose QuietComfort Ultra oder Apples AirPods an. Der Zusatz „Pro“ ersetzt dabei nicht das reguläre Headphone (1), sondern ergänzt es als teureres Flaggschiff.

Dreifach-Treiber-System und Klang

Statt eines einzelnen dynamischen Treibers verbaut Nothing im Headphone (1) Pro gleich drei separate Treiber pro Ohrmuschel. Ein 40-mm-Treiber mit PET-Membran und Metall-Keramik-Beschichtung kümmert sich um den Bass, ein 13×8-mm-Treiber mit PEN-Membran übernimmt die Mitten und sorgt laut Nothing für klarere Stimmen, und ein xMEMS-Festkörpertreiber mit Silizium-Membran deckt den Hochtonbereich ab.

Die Silizium-Membran soll rund 95-mal steifer sein als vergleichbare Kunststoff-Membranen und dadurch schneller auf Transienten reagieren. Der Frequenzgang wird mit 20 bis 40.000 Hertz angegeben, die Wiedergabe erfolgt kabellos per Bluetooth 6.1 mit LDAC oder kabelgebunden per USB-C mit 24 Bit/192 kHz.

Flat-EQ-Schalter und die Zusammenarbeit mit Metropolis Studios

Das auffälligste Alleinstellungsmerkmal ist ein physischer Schalter am Gehäuse, der jegliche Klangbearbeitung deaktiviert und ein neutrales, unverfälschtes Klangbild liefert. Entwickelt wurde dieser Flat-EQ-Modus gemeinsam mit den Metropolis Studios in London, einem Tonstudio, in dem unter anderem zahlreiche preisgekrönte Alben abgemischt wurden. Die Idee dahinter: Wer Musik produziert oder abmischt, soll auf dem Kopfhörer genau das hören, was tatsächlich aufgenommen wurde, ohne dass Nothing das Signal zusätzlich einfärbt.

Nothing Headphone (1) Pro

Neben dem Flat-EQ-Modus bringt das Headphone (1) Pro einen räumlichen Klangmodus namens „Studio B“ mit, der die Akustik eines Abhörraums nachbilden soll, sowie fünf vorprogrammierte Equalizer-Profile für britische Musikgenres wie Neo-Jazz, UK Rap/Grime und Electronica. Studio-Tuning ist bei Kopfhörern kein grundsätzlich neues Konzept: Etablierte Marken wie beyerdynamic setzen seit Jahren auf Referenzklang, neu ist aber, dass Nothing das Konzept über einen physischen Schalter direkt zugänglich macht, statt es in einer App zu verstecken.

Technische Daten im Überblick

Merkmal Nothing Headphone (1) Pro
Preis 349 Euro
Verfügbarkeit seit 29. September 2026, Deutschland und Österreich
Treiber 40-mm-Bass-Treiber, 13×8-mm-Mitteltontreiber, xMEMS-Hochtontreiber
Frequenzgang 20–40.000 Hz
Aktive Rauschunterdrückung bis zu 46 dB, 10 Mikrofone
Akkulaufzeit bis zu 68 Stunden (ANC aus), 30 Stunden (ANC an)
Schnellladung 5 Minuten = 2 Stunden Wiedergabe (mit ANC)
Konnektivität Bluetooth 6.1, LDAC, USB-C (24 Bit/192 kHz), 3,5-mm-Klinke, Auracast
Material Aluminiumrahmen, Titan-Bügel, Glas-Rückseiten (9H Panda-Glas)
Wasser-/Staubschutz IP52
Gewicht 327 Gramm

Akkulaufzeit, Konnektivität und ANC

Beim Akku verspricht Nothing bis zu 68 Stunden Wiedergabe ohne aktive Rauschunterdrückung und 30 Stunden mit eingeschalteter ANC. Eine fünfminütige Schnellladung soll für zwei weitere Stunden Musik bei aktiver ANC reichen. Für die Rauschunterdrückung selbst kommen zehn Mikrofone zum Einsatz, jeweils fünf pro Ohrmuschel, aufgeteilt in Feedforward- und Feedback-Mikrofone. Zusätzlich gibt es eine Geräuschunterdrückung für Telefonate, die laut Nothing mit rund 30 Millionen Szenarien trainiert wurde. Bei der Konnektivität setzt das Headphone (1) Pro auf Bluetooth 6.1 mit Multipoint-Unterstützung für zwei gleichzeitige Geräteverbindungen, LDAC für verlustarme kabellose Übertragung sowie Auracast, um Ton an mehrere kompatible Kopfhörer gleichzeitig zu senden.

Design und Verarbeitung

Optisch bleibt Nothing seiner halbtransparenten Designsprache treu und zeigt einen Teil des Dreifach-Treiber-Systems durch das Gehäuse hindurch. Der Rahmen besteht aus einem gefrästen Aluminiumblock, die Bügel aus Titanlegierung sollen laut Hersteller rund 45 Prozent leichter ausfallen als beim regulären Headphone (1), die Rückseiten der Ohrmuscheln bestehen aus kratzfestem 9H-Panda-Glas. Trotz des Titan-Anteils bringt das Headphone (1) Pro mit 327 Gramm noch immer spürbar mehr Gewicht auf die Waage als viele Konkurrenzmodelle im gleichen Preissegment. Wasser- und staubgeschützt ist der Kopfhörer nach IP52, die Ohrpolster sind laut Nothing austauschbar und rund 50 Prozent weicher gepolstert als beim Vorgängermodell.

Preis und Verfügbarkeit

Das Nothing Headphone (1) Pro kostet 349 Euro (unverbindliche Preisempfehlung) und ist seit dem 29. September 2026 in Deutschland und Österreich erhältlich, unter anderem direkt bei Nothing sowie über den Handel. Farblich gibt es den Kopfhörer in zwei Varianten, die Nothing je nach Markt als Weiß und Schwarz beziehungsweise als Silber und Grau vermarktet. Das reguläre Headphone (1) bleibt parallel im Sortiment und wird durch das Pro-Modell nicht ersetzt.

Fazit

Mit dem Headphone (1) Pro wagt sich Nothing erstmals in eine Preisklasse vor, in der sich sonst Bose, Sony und Apple tummeln – und untermauert den Anspruch mit einem Dreifach-Treiber-System, ordentlicher Akkulaufzeit und einem Flat-EQ-Schalter, der tatsächlich einen praktischen Nutzen für Musikproduzentinnen und -produzenten bietet. Ob sich die Zusammenarbeit mit den Metropolis Studios auch klanglich in einem spürbaren Vorteil gegenüber der etablierten Konkurrenz niederschlägt, lässt sich ohne ausführlichen Hörtest noch nicht abschließend beurteilen. Wer aber ohnehin ein neues Premium-Over-Ear-Modell sucht und Wert auf einen möglichst neutralen Referenzklang legt, sollte das Headphone (1) Pro auf die eigene Testliste setzen.