Nvidia App 11.0.9: DLSS 4.5 Ray Reconstruction und Resizable BAR pro Spiel im Update

Philipp Briel
Philipp Briel · 4 Min. Lesezeit
Nvidia App 11.0.9
Bild: Nvidia

Die Nvidia App 11.0.9 ist da und bringt zwei handfeste Neuerungen für alle Besitzer einer GeForce-RTX-Grafikkarte: DLSS 4.5 Ray Reconstruction steht jetzt für sämtliche RTX-Generationen zur Verfügung, und Resizable BAR lässt sich ab sofort für jedes Spiel einzeln ein- oder ausschalten. Wir zeigen, was die beiden Features bringen und wie ihr sie aktiviert.

Was ist neu in der Nvidia App 11.0.9?

Nvidia hat die App Anfang September 2026 auf Version 11.0.9 aktualisiert. Im Mittelpunkt stehen ein verbessertes KI-Modell für Ray Reconstruction sowie eine granularere Kontrolle über Resizable BAR. Daneben wächst die Liste der Spiele mit DLSS-Override- und Optimal-Settings-Support, und ein paar hartnäckige Bugs wurden ausgebügelt.

DLSS 4.5 Ray Reconstruction: ein Modell für alle RTX-Generationen

Ray Reconstruction ersetzt den klassischen Denoiser in Raytracing- und Pathtracing-Spielen durch ein KI-Modell, das Bildrauschen und Artefakte deutlich reduzieren soll. Mit DLSS 4.5 nutzt Nvidia dafür laut eigenen Angaben einen transformerbasierten Ansatz, der zu saubereren Reflexionen, Schatten und Lichtstimmungen führt als die bisherige CNN-Variante.

Der Unterschied zu früheren Rollouts: Das neue Modell steht nicht nur für die aktuelle RTX-50-Serie bereit, sondern für alle GeForce-RTX-Grafikkarten, von der Turing-Generation (RTX 20) über Ampere (RTX 30) und Ada Lovelace (RTX 40) bis Blackwell (RTX 50). Wer noch mit der alten CNN-Variante von Ray Reconstruction unterwegs war, dürfte den Unterschied vor allem in dunklen Szenen mit vielen Spiegelungen bemerken.

GPU-Generation Serie DLSS 4.5 Ray Reconstruction
Turing RTX 20 Unterstützt
Ampere RTX 30 Unterstützt
Ada Lovelace RTX 40 Unterstützt
Blackwell RTX 50 Unterstützt

So aktiviert ihr DLSS 4.5 Ray Reconstruction

Die Umstellung erfolgt zentral über die Nvidia App und muss nicht mehr in jedem Spiel einzeln vorgenommen werden:

  1. Nvidia App öffnen und zu Grafik → Programmeinstellungen wechseln
  2. Das gewünschte Spiel auswählen und Treibereinstellungen öffnen
  3. Unter DLSS Override / Model Presets die Option „Empfohlen“ wählen

Damit übernimmt Nvidia automatisch das jeweils aktuellste empfohlene Modell für Super Resolution, Frame Generation und eben Ray Reconstruction. Ein manuelles Nachpflegen bei jedem DLSS-Update entfällt so.

Resizable BAR jetzt pro Spiel einstellbar

Resizable BAR (kurz ReBAR) erlaubt der CPU den direkten Zugriff auf den kompletten VRAM der Grafikkarte statt nur auf kleine Speicherblöcke, was in etlichen Titeln spürbar mehr Performance bringt. Das Problem: In manchen Spielen sorgt ReBAR stattdessen für Einbrüche bei der Framerate. Bislang ließ sich die Funktion in der Nvidia App nur global umschalten. Jetzt könnt ihr sie für jedes Spiel einzeln aktivieren oder deaktivieren, was genau dieses Problem umgeht.

So konfiguriert ihr Resizable BAR pro Titel

  1. Grafik → Programmeinstellungen öffnen
  2. Spiel auswählen, dann Treibereinstellungen aufrufen
  3. Den Schalter bei Resizable BAR setzen

Voraussetzung ist weiterhin passende Hardware: Mainboard und CPU müssen ReBAR unterstützen, und die Funktion muss im UEFI/BIOS aktiviert sein. Nvidia pflegt außerdem eine Whitelist, sodass die Option in wenig getesteten oder inkompatiblen Spielen standardmäßig deaktiviert bleibt.

Weitere Neuerungen im Update

Neben den beiden Hauptfeatures bringt Version 11.0.9 einige kleinere, aber praktische Ergänzungen:

  • DLSS-Override-Unterstützung wächst auf über 35 Titel, darunter Halo: Campaign Evolved, Subnautica 2 und NBA 2K27
  • Optimal-Playable-Settings-Profile für 10 weitere Spiele, unter anderem Painkiller RTX und Onimusha: Way of the Sword
  • Neuer Benachrichtigungs-Badge für frisch verfügbare Funktionen sowie Schnellzugriffe in der Sidebar
  • Ein Umschalter für den Windows-Rechtsklick-Kontextmenüeintrag auf dem Desktop
  • Support für den Borderless-Windowed-Modus in den Optimal Playable Settings
  • Bugfixes unter anderem für Spielfilter in Battlefield 4, die Multi-GPU-Videowiedergabe, die Farbausgabe des Photo-Mode-Super-Resolution-Features und das Image Sharpening pro Anwendung

Nvidia bündelt mit dem Update erneut Funktionen, die früher über GeForce Experience, den Treiber selbst und diverse Zusatzprogramme verteilt waren, in einer einzigen App. Diese Linie zeigte sich zuletzt auch, als Nvidia den Support für ältere 32-Bit-Treiber strich und den Fokus stärker auf die App-Plattform legte.

Fazit

Das eigentlich Bemerkenswerte an diesem Update ist nicht DLSS 4.5 selbst, sondern dass Nvidia es allen RTX-Generationen zugänglich macht, statt es wie sonst üblich als Kaufargument für die neueste Serie zu reservieren. Wer noch eine RTX 2070 oder 3060 im Rechner hat, bekommt also ein echtes Bildqualitäts-Upgrade, ganz ohne neue Grafikkarte. Die pro Spiel einstellbare Resizable-BAR-Option ist die unspektakulärere, aber im Alltag ebenso nützliche Änderung: Sie beseitigt genau den Kompromiss, den die globale Einstellung bisher erzwungen hat.

Nach dem Update lohnt sich ein kurzer Blick in die Treibereinstellungen der wichtigsten Spiele, die neuen Presets sind in wenigen Klicks aktiviert. Wer gerade über ein Upgrade der eigenen Gaming-Hardware nachdenkt oder Nvidias Software-Ökosystem ohnehin im Blick behält, etwa nach den jüngsten Änderungen bei GeForce Now, findet in der Nvidia App inzwischen die meisten relevanten Einstellungen an einem Ort.

Wer die App noch nicht installiert hat, findet sie zum Download direkt über die offizielle Nvidia-App-Seite. Bestehende Installationen bekommen das Update auf 11.0.9 automatisch angeboten.

Quellen:  Nvidia Release Highlights