NVIDIA auf der gamescom 2026 – Alle Ankündigungen im Überblick

Philipp Briel
Philipp Briel · 8 Min. Lesezeit
Nvidia

NVIDIA hat zur gamescom 2026 ein ganzes Paket an Neuheiten vorgestellt: DLSS 4.5 Ray Reconstruction ist ab sofort verfügbar, die Windows-KI-Plattform RTX Spark bekommt prominente Publisher-Unterstützung, und über ein Dutzend neuer Spiele setzen künftig auf DLSS 4.5. Dazu kommen Neuerungen bei GeForce NOW, RTX Remix und den ersten G-SYNC-Pulsar-Monitoren. Wir haben alle Ankündigungen für euch sortiert.

  • DLSS 4.5 Ray Reconstruction ist ab sofort per NVIDIA-App-Update verfügbar (Early Access, finale Version im September)
  • RTX Spark startet im Herbst mit Unterstützung von EA, Ubisoft, Embark Studios, KRAFTON, Riot Games und Xbox
  • Elf neue Spiele bekommen DLSS 4.5, darunter Gears of War: E-Day (6. Oktober) und CONTROL Resonant (24. September)
  • RTX Remix unterstützt jetzt DLSS 4.5, Painkiller RTX und Morrowind RTX erhalten größere Updates
  • GeForce NOW bekommt DLSS-4.5-Einstellungen, Steam-Machine-Support und GOG-Single-Sign-On
  • G-SYNC Pulsar debütiert mit dem AGON AGP327KG als erstem 5K-Monitor der Technik

DLSS 4.5 Ray Reconstruction: Was ist neu, und wo läuft es schon?

Los geht es mit der wichtigsten Neuerung: DLSS 4.5 Ray Reconstruction steht ab sofort per Update in der NVIDIA App für alle GeForce-RTX-Karten bereit, zunächst als Early-Access-Beta, die finale Version soll im September folgen. Kern der Neuerung ist ein Transformer-Modell der zweiten Generation, das laut NVIDIAs offizieller Ankündigung mit 35 Prozent mehr Rechenleistung arbeitet und rund 20 Prozent mehr Parameter verarbeitet als sein Vorgänger.

Technisch übernimmt Ray Reconstruction die Aufgabe klassischer, von Hand abgestimmter Denoiser: Statt eines starren Regelwerks bewertet ein auf NVIDIA-Supercomputern trainiertes Netz, wie die noch verrauschten Bildbereiche eines Raytracing-Frames am plausibelsten aufgefüllt werden. Denoising und Super Resolution laufen dabei in einem Schritt, das Modell zieht sowohl zeitliche als auch räumliche Engine-Daten heran, um Kanten und Lichtreflexe stabiler darzustellen.

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Zum Start unterstützen rund 30 Spiele das neue Modell über die NVIDIA App, darunter Alan Wake 2, Call of Duty: Black Ops 7, Crimson Desert, Cyberpunk 2077, DOOM: The Dark Ages, Half-Life 2 RTX, Hogwarts Legacy, Indiana Jones und der Große Kreis, Marvel’s Spider-Man 2 und PRAGMATA. Wichtig zu wissen: Der App-Override funktioniert nur bei Spielen, die bereits eine kompatible DLSS-Infrastruktur mitbringen. Ein Titel ohne bestehende Implementierung wird dadurch nicht nachträglich DLSS-fähig, dafür müssen Entwickler das Update über ein offizielles Patch einbauen.

RTX Spark: NVIDIAs Windows-Plattform für KI-Agenten und Gaming

RTX Spark ist NVIDIAs neue Plattform für eine kommende Generation von Windows-PCs und -Notebooks, die lokale KI-Agenten, Content-Erstellung und Gaming auf einer Basis vereinen soll. Für Spieler bedeutet das vor allem eines: RTX Spark bringt DLSS und Reflex mit auf Geräte, die primär als KI-Notebooks vermarktet werden.

Mehrere große Publisher haben inzwischen Unterstützung zugesagt. Electronic Arts, Embark Studios und Ubisoft bringen unter anderem EA SPORTS F1 25, Apex Legends, Anno 117: Pax Romana, ARC Raiders und THE FINALS auf die Plattform. Sie reihen sich ein hinter KRAFTON, NetEase, Riot Games und Xbox, die ihre Unterstützung bereits im Mai zur COMPUTEX angekündigt hatten.

Damit Multiplayer-Titel auf RTX Spark überhaupt sauber laufen, hat NVIDIA außerdem mit EA an einer nativen Unterstützung für den Javelin-Anticheat gearbeitet, der etwa in EA SPORTS F1 25 zum Einsatz kommt.

Elf neue DLSS-4.5-Spiele: Gears of War E-Day, CONTROL Resonant, 007 First Light und mehr

Neben den bereits unterstützten Titeln hat NVIDIA zur gamescom elf neue Spiele-Ankündigungen rund um DLSS 4.5 und RTX gemacht. Die wichtigsten Eckdaten in der Übersicht:

Spiel Features Release
Gears of War: E-Day DLSS 4.5, Reflex, RTX Mega Geometry (Raytracing-Nanite) 6. Oktober 2026
CONTROL Resonant DLSS 4.5, Ray Reconstruction, Dynamic Multi Frame Generation, Path Tracing 24. September 2026
007 First Light DLSS 4.5 Ray Reconstruction, Path Tracing (Update) ab 15. September 2026
AION 2 DLSS 4.5 30. September 2026 (Westmärkte)
ANANTA DLSS 4.5, Raytracing (Update) TBA
Aniimo DLSS 4.5, NVIDIA ACE ab 2027 TBA
Beautiful Light DLSS 4.5, Raytracing TBA
Black State DLSS 4.5 (Update) TBA
CINDER CITY DLSS 4.5, Reflex, Raytracing TBA
Fragmentary Order DLSS 4.5 Ray Reconstruction, Lumen/MegaLights TBA
Silver Palace DLSS 4.5, Raytracing-Reflexionen Vorregistrierung offen

Das technisch interessanteste Detail steckt in Gears of War: E-Day. Dort feiert RTX Mega Geometry Premiere, ein Ergebnis von sechs Jahren Entwicklungsarbeit. Die Unreal Engine 5 rendert Nanite-Geometrie normalerweise nur beim Rasterizing in voller Detailtiefe, für Raytracing griff die Engine bislang auf vereinfachte Meshes zurück, was zu sichtbaren Kanten-Artefakten führte. RTX Mega Geometry hebt diese Einschränkung auf und lässt Schatten und Reflexionen erstmals auf Basis der vollen Nanite-Geometrie berechnen. NVIDIA zufolge soll die Technik später auch in Microsofts kommenden DirectX-Raytracing-2.0-Standard einfließen, wovon dann alle UE5-Spiele profitieren könnten.

Bei CONTROL Resonant von Remedy Entertainment gibt es zum Release zusätzlich ein Bundle: Wer bestimmte Modelle der GeForce RTX 50-Serie kauft, bekommt das Spiel gratis dazu. Wer noch überlegt, ob sich der Umstieg auf eine RTX-50-Grafikkarte lohnt, findet unsere Kaufberatung dazu im Artikel zu unserem Basic-Tutorials-Gaming-PC.

RTX Remix: DLSS 4.5 für Modder, plus Updates zu Painkiller und Morrowind

NVIDIA RTX Remix ist die Modding-Plattform, mit der Fans alte Spiele per Pathtracing optisch generalüberholen. Über 240 Spiele werden inzwischen unterstützt, mehr als 100 davon kamen laut NVIDIAs Ankündigung allein 2026 dazu, zusammengerechnet kommen die Mods auf 3,8 Millionen Downloads. Ab sofort können Modder auch DLSS 4.5 Ray Reconstruction und Multi Frame Generation in ihre Projekte einbauen.

Zwei Community-Projekte zeigen, was das in der Praxis bedeutet. Merry Pencil Studios hat den Painkiller-RTX-Mod umfassend überarbeitet: Die ersten 15 Level bekommen neue, hochauflösende Texturen, eine über einen Neural-Radiance-Cache berechnete indirekte Beleuchtung mit Mehrfachreflexionen sowie Pathtracing-Volumetrik für dichteren, realistischeren Nebel. Dank RTX-IO-Komprimierung schrumpft die Installationsgröße gleichzeitig von 57 auf 45 GB.

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Bild: NVIDIA

Der Community-Modder Gokuwashere arbeitet parallel an The Elder Scrolls III: Morrowind RTX und überträgt Bethesdas RPG von 2002 mit Pathtracing-Beleuchtung, neuen Wasserreflexionen und dichterem Bewuchs in die Gegenwart. Bislang deckt das Projekt lediglich das Startdorf Seyda Neen und den Bezirk Balmora ab, für den Rest der Spielwelt sucht NVIDIA nach eigener Aussage noch weitere Mitwirkende. Wer also selbst modden möchte: Hier ist noch reichlich Platz.

GeForce NOW: Mehr Kontrolle über DLSS 4.5, Steam-Machine-Support und neue Spiele

Auch beim Cloud-Gaming-Dienst GeForce NOW tut sich einiges. Mitglieder bekommen demnächst eigene DLSS-4.5-Einstellungen und damit mehr Einfluss darauf, wie unterstützte Spiele mit Super Resolution, Dynamic Frame Generation und Ray Reconstruction aussehen und laufen. Wie stark sich das auf die Bildqualität nach der Videokompression auswirkt, muss sich in der Praxis erst noch zeigen, angesichts der physikalischen Grenzen von Streaming-Latenz bleibt die Technik aber auf jeden Fall spannend.

Steam Deck und Steam Machines bekommen noch in diesem Jahr offizielle Unterstützung inklusive Steam Controller, Windows und macOS sollen später folgen. Dazu kommt eine GOG-Single-Sign-On-Funktion, mit der sich die eigene GOG-Bibliothek einmalig verknüpfen und danach mit einem Klick starten lässt. Auf der Hardware-Seite weitet NVIDIA die Unterstützung auf weitere Fire-TV-Sticks aus, darunter den neuen Fire TV Stick 4K Select, und Fire-TV-Nutzer können GeForce-NOW-Mitgliedschaften künftig direkt über ihr Amazon-Konto kaufen.

Bei den Spielen sind unter anderem CONTROL Resonant, Gears of War: E-Day, Onimusha: Way of the Sword, The Blood of Dawnwalker und Star Wars Zero Company von Tag eins an streambar. Falls euch das Thema grundsätzlich interessiert: Wir haben schon früher erklärt, wie volatil die Spielebibliothek von GeForce NOW sein kann, wenn sich Lizenzverträge ändern.

Neue G-SYNC-Monitore: 5K-Pulsar von AGON, dazu ASUS und LG

G-SYNC Pulsar pulst die Hintergrundbeleuchtung mit variabler Frequenz und soll dadurch die wahrgenommene Bewegungsschärfe deutlich über das hinausheben, was die reine Bildwiederholfrequenz hergibt. AGON by AOC zeigt dazu auf der gamescom mit dem AGP327KG den nach eigenen Angaben weltweit ersten 5K-G-SYNC-Pulsar-Monitor.

Monitor Panel Auflösung Bildwiederholfrequenz Besonderheit
AGON AGP327KG 31,5 Zoll 5120 × 2880 144 Hz Erster 5K-G-SYNC-Pulsar-Monitor, Ambient Adaptive Technology
ASUS ROG Swift OLED PG259QWS Ace Tandem-WOLED, 1080p 1920 × 1080 700 Hz G-SYNC-kompatibel
ASUS ROG Strix OLED XG259QDPG Ace QD-OLED 1920 × 1080 540 Hz G-SYNC-kompatibel
ASUS ROG Strix OLED XG259QDNS Ace QD-OLED 1920 × 1080 360 Hz G-SYNC-kompatibel
LG 25G590B-B IPS, 24,5 Zoll 1920 × 1080 1000 Hz (1100 Hz via DP 2.1) Ab September in den USA, 999 US-Dollar

Die Einstellungen für G-SYNC Pulsar sind bereits jetzt über die neueste Early-Access-Beta der NVIDIA App verfügbar, die finale Version soll im September folgen. Wer sich für die Technik grundsätzlich interessiert, findet in unserem Ratgeber zu G-SYNC auf FreeSync-Monitoren weiterführende Hintergründe zur Technologie.

Fazit: Viel Software, ein neues Ökosystem, und ein Preview auf DXR 2.0

NVIDIAs Ankündigungen zur gamescom 2026 laufen technisch fast alle auf dasselbe Ziel hinaus: DLSS 4.5 möglichst breit auszurollen, ob per Treiber-Override, über neue Spiele, in RTX Remix oder im Stream über GeForce NOW. Für RTX-Besitzer ist das erst einmal eine gute Nachricht, wenn auch mit der Einschränkung, dass der reale Bildqualitätsgewinn laut ersten unabhängigen Tests kleiner ausfällt als es die eigenen Marketingzahlen vermuten lassen. Spannender für die mittlere Frist ist RTX Mega Geometry: Sollte die Technik tatsächlich in DirectX Raytracing 2.0 landen, würde sie ein echtes, jahrelanges Problem bei Unreal-Engine-5-Spielen lösen und nicht nur ein einzelnes Feature in einem einzelnen Spiel bleiben.

Ob RTX Spark als eigenständige Gerätekategorie beim Publikum ankommt, ist dagegen offener. Die Publisher-Liste ist beeindruckend, aber ohne konkrete Preise, Testgeräte und Verkaufsdatum bleibt vieles davon vorerst Ankündigung. Wir behalten das Thema für euch im Auge und aktualisieren, sobald es handfeste Details, Preise oder erste Tests gibt.