Wer 2026 eine neue Grafikkarte kaufen will, muss mit spürbar höheren Grafikkarten-Preisen rechnen: Nvidia hebt die Preise für seine GeForce-RTX-GPUs laut einem Bericht der Economic Daily News aus Taiwan erneut um 20 bis 30 Prozent an. Es ist bereits die dritte Preiserhöhung in diesem Jahr – und anders als bisher trifft sie diesmal die komplette Modellpalette, nicht nur die teuren Topmodelle.
Dritte Preiserhöhung 2026 – und die breiteste
Angehoben werden die Preise für die sogenannten GPU-Packages, die Nvidia an seine Board-Partner verkauft. Ein solches Package enthält sowohl den Grafikchip als auch den passenden Grafikspeicher. Unterm Strich zahlen Hersteller wie ASUS, Gigabyte oder MSI damit fast ein Drittel mehr als zuvor. Zur Einordnung: Im Januar lag der Aufschlag bei rund 10 bis 15 Prozent, im Mai betraf eine weitere Erhöhung ausschließlich die RTX 5090. Jetzt gilt der neue Aufschlag für alle GeForce-RTX-Karten.
Bei den Endkundenpreisen ist die Entwicklung längst sichtbar. Die günstigste RTX 5080 kostet aktuell rund 1.200 Euro – im Winter war dasselbe Modell noch für etwa 950 Euro zu haben.
| Nvidia-Preiserhöhungen 2026 | Umfang | Betroffene Modelle |
|---|---|---|
| Januar | ca. 10–15 % | mehrere Modelle |
| Mai | Aufschlag | nur RTX 5090 |
| Juli | 20–30 % | gesamte GeForce-RTX-Reihe |
Der Grund: die DRAM-Krise beim Grafikspeicher
Hauptursache sind die steigenden Kosten für Grafikspeicher. Samsung ruft für das dritte Quartal 2026 rund 20 Prozent höhere DRAM-Preise auf, was sowohl GDDR6 der älteren Karten als auch GDDR7 der aktuellen Blackwell-Generation betrifft. Ein 3-GB-GDDR7-Modul kostet mittlerweile 60 bis 70 US-Dollar und damit rund dreimal so viel wie ein 2-GB-Baustein. Weil Karten mit viel Speicher dadurch überproportional teurer werden, geben die Board-Partner die Kosten weiter – spätestens dann, wenn die aktuellen Lagerbestände aufgebraucht sind.
Ein schnelles Ende ist nicht in Sicht. Die DRAM-Krise dürfte laut Marktbeobachtern mindestens bis 2028 andauern. Erst wenn zusätzliche Produktionskapazitäten die Versorgung entspannen, dürften die Preise wieder sinken.
Auch AMD, Intel und Konsolen betroffen
Nvidia steht mit dem Problem nicht allein da. AMD und Intel haben ihre GPU- und Speicherpreise in diesem Jahr ebenfalls erhöht. Und selbst außerhalb des PC-Marktes ist der Effekt zu spüren: Bei der PlayStation 5, dem Steam Deck und der Nintendo Switch 2 gab es bereits Preisaufschläge. Wer sich einen Überblick über die aktuelle GPU-Landschaft verschaffen will, findet in unserer Meldung zur ASRock Radeon RX 9070 XT Taichi White ein Beispiel für die Konkurrenz von AMD.
Was bedeutet das für Käufer?
Kurz gesagt: Wer ohnehin eine neue Karte braucht, fährt mit einem Kauf aus vorhandenen Lagerbeständen momentan oft besser als mit Warten. Aktuelle RTX-5080- und RTX-5090-Modelle sind noch zu den alten Konditionen gelistet, etwa die ASUS TUF Gaming GeForce RTX 5080 oder die Gigabyte RTX 5080 WINDFORCE OC. Im High-End-Segment stehen unter anderem die ASUS TUF Gaming RTX 5090 und die Gigabyte RTX 5090 Gaming OC bereit. Wer noch etwas Budget sparen will, sollte den Rest seines Systems im Blick behalten – Tipps dazu gibt es in unserem Guide zur Gaming-PC-Komponentenauswahl.
Fazit
Die dritte Preiserhöhung des Jahres macht deutlich, dass die hohen Grafikkarten-Preise bei Nvidia vorerst zur Normalität werden. Solange die DRAM-Krise anhält, bleibt Sparen schwierig – ein Kauf lohnt sich derzeit eher früher als später, zumindest solange die Händler noch alte Lagerbestände abverkaufen.
Quellen: Economic Daily News,
