Offiziell: OnePlus zieht sich aus Europa und den USA zurück – das bedeutet der ColorOS-Wechsel für Nutzer

Philipp Briel
Philipp Briel · 4 Min. Lesezeit
OnePlus 15
Bild: OnePlus

OnePlus stellt sein Geschäft in Europa und Nordamerika ein. Der chinesische Hersteller bestätigte am 16. Juli 2026 offiziell, dass keine neuen Smartphones mehr in diesen Regionen erscheinen werden. Bestehende Geräte sollen zwar weiter Updates erhalten, aber künftig auf Oppos ColorOS statt auf OxygenOS laufen.

Auf einen Blick

  • OnePlus launcht keine neuen Produkte mehr in Europa und Nordamerika.
  • Restbestände wie das OnePlus 15 werden noch verkauft, danach ist Schluss.
  • OxygenOS wird eingestellt, Geräte wechseln zu Oppos ColorOS.
  • Garantie, Support und bereits zugesagte Updates bleiben laut OnePlus bestehen.
  • In Indien und China läuft das Geschäft unverändert weiter, auch Realme baut in China ab.

Was OnePlus offiziell bestätigt hat

Nach monatelangen Gerüchten und mehreren Dementis ist es nun offiziell: OnePlus zieht sich komplett aus Europa und den USA zurück. Mutterkonzern Oppo bestätigte den Schritt gegenüber internationalen Medien wie The Verge und Android Authority. Sobald die aktuellen Lagerbestände etwa des OnePlus 15 abverkauft sind, wird es keine neuen OnePlus-Geräte mehr in diesen Märkten geben.

Für Käufer in Deutschland und Österreich heißt das konkret: Wer sich noch ein aktuelles Modell wie das OnePlus 12 zulegen möchte, sollte nicht zu lange warten. Ein für Ende 2026 erwartetes OnePlus 15T dürfte hierzulande gar nicht mehr offiziell erscheinen.

Warum steigt OnePlus aus?

OnePlus selbst spricht von einer langfristig geplanten Entscheidung und keiner überstürzten Reaktion. Weder habe Oppo den Rückzug diktiert, noch habe OnePlus ihn im Alleingang beschlossen, hieß es bei einem Medien-Briefing. Stattdessen ordnet der Hersteller den Schritt in eine globale Produktstrategie ein, bei der Ressourcen künftig auf die Märkte konzentriert werden sollen, in denen OnePlus seine Nutzer am besten bedienen kann.

Der technische Grund liegt näher, als es das offizielle Statement vermuten lässt: OxygenOS und ColorOS teilen sich schon länger dieselbe Codebasis. Mit inzwischen über 740 Millionen ColorOS-Nutzern weltweit zieht Oppo die naheliegende Konsequenz und lässt OxygenOS als eigenständiges System auslaufen. Auch realme trifft es: Die Oppo-Tochter zieht sich aus ihrem chinesischen Heimatmarkt zurück und konzentriert sich künftig auf internationale Märkte. Realme UI wird dabei ebenfalls durch ColorOS ersetzt.

Was sich für bestehende OnePlus-Nutzer ändert

Wer bereits ein OnePlus-Smartphone besitzt, muss laut Hersteller nichts befürchten: Garantie, After-Sales-Support und bereits zugesagte Software-Updates sollen unverändert weiterlaufen. Die spürbarste Änderung betrifft das Betriebssystem: Geräte, die noch mindestens ein großes Android-Update erhalten, werden in den kommenden Monaten von OxygenOS auf ColorOS umgestellt.

Oppo-Manager Elvis Zhou stellte in Aussicht, dass Nutzer optional zu OxygenOS zurückwechseln können sollen. Wer das tut, muss dafür aber wohl auf künftige Updates verzichten. Auf konkrete Nachfragen zum genauen Zeitplan blieb OnePlus bislang eine klare Antwort schuldig und verwies auf zukünftige offizielle Ankündigungen.

Ein Nachteil für Nutzer in den USA: Da Oppo dort selbst nicht offiziell vertreten ist, dürfte die Abwicklung von Garantiefällen künftig länger dauern als in Europa, wo Oppo weiterhin präsent bleibt.

Wie es für OnePlus weitergeht

Trotz des Rückzugs aus Europa und den USA ist für OnePlus nicht Schluss. In Indien bleibt der Hersteller aktiv, der Markt hat dort weiterhin Priorität, wie zuletzt der Launch des OnePlus N6 zeigte. Ob künftige Flaggschiffe wie das OnePlus 16 auch dort erscheinen, ließ das Unternehmen offen. Auch in China soll sich am Produkt-Fahrplan von OnePlus nichts ändern. Berichten von Bloomberg zufolge könnte die Marke ab 2027 sogar exklusiv auf den chinesischen Markt beschränkt bleiben.

Für Europa betont Oppo, den Rückzug von OnePlus nicht als Rückzug aus der Region misszuverstehen. Im Gegenteil: Der Konzern will hier stärker investieren, vor allem im Flaggschiff-Segment, mit mehr Handelspartnern und einem breiteren Produktangebot, etwa über einen neuen Online-Shop in Großbritannien. Für den US-Markt hat Oppo dagegen keinen offiziellen Markteintritt angekündigt, sodass amerikanische Kunden ohne klaren Nachfolger dastehen.

Fazit

Mit dem Rückzug aus Europa und den USA endet für OnePlus eine über zehnjährige Erfolgsgeschichte, die 2014 mit dem „Flaggschiff-Killer“ OnePlus One begann. Wer aktuell ein Gerät der Marke besitzt, muss vorerst keine Nachteile bei Support oder Updates fürchten, wird aber schrittweise mit ColorOS statt OxygenOS leben müssen. Wer über einen Neukauf nachdenkt, sollte den weiteren Verlauf im Auge behalten, insbesondere ob und wie Oppo hierzulande als Ersatzmarke stärker in Erscheinung tritt. Bei Oppo selbst zeichnet sich in Europa jedenfalls eine Offensive statt eines Rückzugs ab.


Quellen: TheVerge