OLED-Monitor-Boom: Auslieferungen wachsen 2025 um 92%

Philipp Briel
Philipp Briel · 3 Min. Lesezeit
ASUS ROG Strix OLED Gaming-Monitore
Bild: ASUS ROG

OLED-Monitore sind längst kein Nischenprodukt mehr für High-End-Enthusiasten. Laut aktuellen Marktdaten von TrendForce sind die weltweiten Auslieferungsmengen im Jahr 2025 um beeindruckende 92% gestiegen. Sinkende Panelpreise, eine wachsende Modellvielfalt und das gestiegene Interesse aus dem Gaming-Segment befeuern diesen Trend – und das dürfte erst der Anfang sein.

  • 92% Wachstum bei OLED-Monitor-Auslieferungen weltweit im Jahr 2025 gegenüber dem Vorjahr
  • Sinkende Panelpreise durch höhere Produktionsvolumina machen OLED für breitere Käuferschichten erschwinglich
  • Gaming als Haupttreiber: Spieler profitieren von nahezu perfektem Kontrast, extrem schnellen Reaktionszeiten und satten Farben
  • Steigende Modellvielfalt von mehreren Herstellern erhöht den Wettbewerb und drückt die Preise weiter

Warum OLED bei Monitoren jetzt durchstartet

Der Durchbruch von OLED bei Fernsehern liegt bereits einige Jahre zurück – bei Monitoren hat die Technologie hingegen erst kürzlich an Fahrt gewonnen. Der entscheidende Wendepunkt ist die Preissituation: OLED-Panels waren lange Zeit so teuer in der Herstellung, dass sie nur in absoluten Premium-Produkten jenseits der 1.000-Euro-Marke auftauchten.

Mit steigenden Produktionsvolumina und neuen Fertigungsverfahren – insbesondere QD-OLED von Samsung Display und WOLED von LG Display – sind die Herstellungskosten in den vergangenen zwei Jahren deutlich gesunken. Das ermöglicht es Herstellern wie Samsung, LG, ASUS, MSI und anderen, OLED-Monitore zu Preisen anzubieten, die zunehmend konkurrenzfähig gegenüber hochwertigen IPS-Alternativen sind.

Alienware 27 4K QD-OLED Gaming-Monitor
Bild: Alienware

Hinzu kommt die technologische Überlegenheit von OLED in zentralen Bereichen: Da jedes Pixel selbst leuchtet und sich individuell abschalten kann, erreichen OLED-Panels einen theoretisch unendlichen Kontrast – Schwarz ist echtes Schwarz, nicht ein dunkleres Grau wie bei LED-Hinterleuchtung. Für Gaming bedeutet das: lebendige Farben, keine Halos um helle Objekte auf dunklem Hintergrund und Reaktionszeiten im Sub-Millisekunden-Bereich, die selbst schnelle IPS-Panels nicht erreichen.

Gaming als stärkster Wachstumstreiber

Der Gamingbereich ist laut TrendForce der mit Abstand wichtigste Markt für OLED-Monitore. Spieler sind bereit, für messbar bessere Bildqualität und schnellere Reaktionszeiten höhere Preise zu zahlen – und OLED liefert beides. Curved-Ultrawide-Modelle im Format 21:9 oder sogar 32:9 mit OLED-Panel haben sich als besonders begehrt erwiesen, da sie Gaming-Immersion und visuelle Präzision kombinieren. Modelle wie der Samsung Odyssey OLED G8 oder der LG UltraGear OLED haben gezeigt, dass sich diese Kombination gut verkauft.

Dazu kommt, dass Burn-in – lange Zeit das größte Argument gegen OLED bei Monitoren – durch verbesserte Pixelschutz-Algorithmen und regelmäßige Panel-Selbstreinigungsroutinen deutlich weniger ein Problem darstellt als noch vor einigen Jahren. Die Bedenken unter potenziellen Käufern schwinden, während die Vorteile immer deutlicher wahrgenommen werden.

Ausblick: Der Markt hat noch viel Luft nach oben

Trotz des enormen Wachstums macht OLED bei Monitoren insgesamt noch immer nur einen kleinen Bruchteil des Gesamtmarkts aus – der nach wie vor von LCD-Technologien dominiert wird. Das Wachstumspotenzial ist daher erheblich. TrendForce geht davon aus, dass die Auslieferungsmengen auch 2026 weiter zulegen werden, getragen von neuen Modellen im mittleren Preissegment und einer zunehmenden Akzeptanz auch außerhalb der Gaming-Community – etwa im professionellen Kreativbereich, wo Farbgenauigkeit und Kontrast ebenfalls entscheidend sind.

Weitere Impulse könnten von neuen Panel-Generationen kommen, die höhere Helligkeitswerte bei gleichzeitig reduziertem Burn-in-Risiko versprechen. Auch Micro-LED steht langfristig als Alternative im Raum, ist aber auf absehbare Zeit noch deutlich teurer in der Herstellung.

Fazit

Das 92-%-Wachstum bei OLED-Monitorauslieferungen im Jahr 2025 ist kein Zufall, sondern das Ergebnis gesunkener Preise, besserer Technologie und wachsender Nachfrage aus dem Gaming-Segment. OLED-Einstiegsmodelle sind inzwischen ab rund 400–500 Euro erhältlich, Premium-Modelle im Ultrawide-Format kosten weiterhin über 1.000 Euro. Wer auf der Suche nach einem neuen Monitor ist, findet 2026 so viel OLED-Auswahl wie nie zuvor.