OpenAI plant KI-Lautsprecher mit Jony-Ive-Design: Preis, Termin und alle Infos

Philipp Briel
Philipp Briel · 5 Min. Lesezeit
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OpenAI will eine Alternative zu anderen Smart Speakern wie dem HomePod bieten (Bild: Apple)

OpenAI baut einem neuen Bloomberg-Bericht zufolge einen eigenen KI-Lautsprecher. Das Unternehmen entwickelt das Gerät zusammen mit LoveFrom, dem Designstudio von Ex-Apple-Chefdesigner Jony Ive. Der Preis soll bei 300 bis 400 Dollar liegen, ein Marktstart ist frühestens 2027 geplant. Damit würde OpenAI zum ersten Mal eigene Hardware verkaufen und nicht nur ChatGPT als Software anbieten.

Kurz zusammengefasst: OpenAI und LoveFrom arbeiten laut Bloomberg an einem donutförmigen, tragbaren KI-Lautsprecher aus Metall. Preis: 300 bis 400 Dollar, Start frühestens 2027. Ein früherer Bericht aus dem Februar 2026 ging noch von 200 bis 300 Dollar und einer eingebauten Kamera aus. Die Spezifikationen scheinen sich also noch zu verschieben.

Das ist über den OpenAI-Lautsprecher bekannt

Laut TechCrunch, das sich auf den Bloomberg-Bericht beruft, soll der Lautsprecher aus hochwertigem Metall gefertigt sein und bewegliche Teile besitzen. Er ist explizit als tragbares Gerät gedacht, das man zum Beispiel morgens vom Nachttisch in die Küche mitnimmt. OpenAI beschreibt das Produkt intern offenbar als „physische Manifestation“ von ChatGPT: ein Sprachassistent, der einen im Alltag begleitet, statt fest an einem Ort zu stehen.

Zum Vergleich: Amazons Echo-Reihe kostet je nach Modell zwischen 40 und 240 Dollar. OpenAI würde mit seinem Gerät also deutlich über dem üblichen Preisniveau für Smart Speaker einsteigen.

Design: ein Donut aus Metall statt Zylinder

Die Formgebung ist das auffälligste Detail. Statt der bekannten Zylinder- oder Kugelform von Echo und Google Home setzt OpenAI auf eine ringförmige, donutartige Gestalt. Das passt zur bisherigen Linie von LoveFrom: Das Studio hat unter anderem gemeinsam mit Ferrari den Elektrosportwagen Luce gestaltet und legt erkennbar Wert auf ungewöhnliche, reduzierte Formen statt auf klassische Unterhaltungselektronik-Optik.

Wie stark sich das Konzept in den letzten Monaten verändert hat, zeigt der Vergleich der bisherigen Berichte:

Merkmal Bericht Februar 2026 Bericht August 2026
Preis 200 bis 300 US-Dollar 300 bis 400 US-Dollar
Form Kompakt, mit Kamera Donutförmig, tragbar
Kamera / Gesichtserkennung Ja, inklusive Face-ID-ähnlicher Erkennung In aktuellen Berichten nicht mehr im Fokus
Marktstart Frühestens Anfang 2027 Irgendwann 2027

Ob die Kamera am Ende Teil des fertigen Geräts ist, lässt sich aus den aktuellen Berichten nicht sicher ableiten. Offizielle Angaben von OpenAI oder Jony Ive gibt es bislang nicht, sämtliche Details stammen aus Bloomberg-Recherchen und darauf aufbauender Berichterstattung.

Zeitplan: Warum es noch bis 2027 dauert

Ein fertiges Produkt ist frühestens für 2027 vorgesehen, laut früheren Berichten möglicherweise nicht vor Februar dieses Zieljahres. Ein Prototyp soll bereits im November 2025 existiert haben. Bis zur Serienreife bleibt aber typischerweise viel Zeit für Änderungen an Preis, Funktionsumfang und Design, wie der Vergleich der beiden Berichte oben zeigt.

Hintergrund: wie OpenAI zu Jony Ive kam

Die Partnerschaft geht auf die Übernahme der Hardware-Firma io zurück, die OpenAI im Mai 2025 abgeschlossen hat. Jony Ive war dort als Mitgründer beteiligt und hat seither laut Berichten die finale Design-Entscheidungsgewalt für OpenAIs Hardware-Projekte. An Bord sind außerdem mehrere ehemalige Apple-Größen: Tang Tan, der zuvor das iPhone-Produktdesign leitete, Evans Hankey, frühere Design-Chefin bei Apple, sowie Paul Meade, der bei Apple an der Vision Pro und an Smart-Glasses-Prototypen gearbeitet hat.

Neben dem Lautsprecher soll OpenAI intern bereits an weiteren Geräten arbeiten, etwa einer smarten Lampe und einer KI-Brille. Beide Produkte befinden sich Berichten zufolge in einem frühen Stadium und dürften nicht vor 2028 erscheinen.

Die Apple-Klage im Hintergrund

Das Projekt steht unter keinem guten Stern: Apple hat OpenAI im Juli 2026 wegen angeblichen Diebstahls von Geschäftsgeheimnissen verklagt und wirft dabei auch io-Mitarbeitern vor, vertrauliche Hardware-Informationen mitgenommen zu haben. OpenAI weist die Vorwürfe zurück. Für Details und den vollständigen Verlauf lohnt sich ein Blick in die Berichterstattung von TechCrunch zur Klage. Wie sich das Verfahren auf Zeitplan oder Funktionsumfang des Lautsprechers auswirkt, ist offen.

Kann ein 300-Dollar-Lautsprecher gegen Alexa und Google Home bestehen?

Genau das ist die eigentlich spannende Frage. Smart Speaker gelten in der Branche seit Jahren als schwer profitabel: Amazon hat mit der Echo-Reihe jahrelang draufgezahlt, um Marktanteile zu sichern, und auch Google Home musste sich das Vertrauen der Nutzer erst über günstige Einstiegspreise erarbeiten. OpenAI geht hier den entgegengesetzten Weg und positioniert sein Gerät als Premium-Produkt, das drei- bis zehnmal so teuer ist wie ein Einsteiger-Echo.

Ob Nutzer bereit sind, für einen Lautsprecher ohne Bildschirm einen Premiumpreis zu zahlen, nur weil ChatGPT drinsteckt, bleibt abzuwarten. Die Sprachbefehle bei Alexa etwa haben sich über Jahre eingespielt, und ein Wechsel des gewohnten Assistenten ist für viele Haushalte eine höhere Hürde als der reine Anschaffungspreis. Hinzu kommt: In der EU könnten KI-gestützte Geräte wie dieses künftig unter zusätzliche Vorgaben fallen, etwa im Rahmen der KI-Kennzeichnungspflicht, die ab 2026 für bestimmte KI-Inhalte und -Interaktionen gilt.

Spannend wird außerdem, wie sich OpenAIs Ansatz von dem der etablierten Konkurrenz unterscheidet, die zunehmend auf Sprachassistenten mit KI-Anbindung setzt, etwa wenn Google seine Gemini-Modelle tiefer in eigene Produkte integriert. OpenAI hat mit ChatGPT zwar die bekanntere Marke, aber keinerlei Erfahrung mit Hardware-Vertrieb, Service oder Rückgabeprozessen im Consumer-Bereich.

Fazit

Der OpenAI Smart Speaker ist aktuell noch reines Bloomberg-Gerücht, wenn auch ein gut bestätigtes: Design, Preisrahmen und Zeitplan decken sich über mehrere unabhängige Berichte hinweg. Fest steht schon jetzt, dass OpenAI mit Jony Ive an einem ungewöhnlich geformten, deutlich teureren Gegenentwurf zu Alexa und Google Home arbeitet. Ob daraus 2027 tatsächlich ein Kaufprodukt wird und wie es dann tatsächlich aussieht, ist trotz aller Details noch offen. Wir aktualisieren diesen Artikel, sobald OpenAI oder Jony Ive selbst etwas dazu sagen.