Pixel 11 Pro XL: Tensor G6 zeigt im Benchmark-Leak 80 Prozent mehr GPU-Power

Philipp Briel
Philipp Briel · 5 Min. Lesezeit
Pixel 11 Pro
Bild: Google

Ein neuer Geekbench-Leak zeigt zum ersten Mal handfeste GPU-Werte für den Tensor G6, der ab morgen offiziell im Pixel 11 Pro XL stecken soll. Der Sprung fällt happig aus: Im Compute-Test liegt der neue Chip rund 80 Prozent vor dem Tensor G5 aus dem Pixel 10. Gegen Qualcomms Snapdragon 8 Elite Gen 5 reicht das trotzdem nicht, denn dessen Adreno-840-Grafikeinheit ist weiterhin etwa dreimal so schnell.

Kurz und knapp:

  • Ein Geekbench-7-Eintrag zeigt das Pixel 11 Pro XL mit Tensor G6 und 16 GB RAM.
  • Die GPU legt im Compute-Test um rund 80 Prozent gegenüber dem Tensor G5 zu, 7.757 statt 4.315 Punkte.
  • Neu ist eine PowerVR-C-Series-GPU von Imagination Technologies, die aber über eine Vulkan-Übersetzungsschicht läuft.
  • Bei der CPU stehen sieben statt acht Kernen mehr Single-Core-Leistung, aber weniger Multi-Core-Leistung gegenüber.
  • Die offizielle Vorstellung folgt am 12. August beim Made-by-Google-Event in New York.

Was der Benchmark-Leak zeigt

Der Eintrag stammt aus der öffentlichen Geekbench-7-Datenbank und listet ein Google-Gerät mit der Modellbezeichnung des Pixel 11 Pro XL, ausgestattet mit 16 GB RAM und Android 17. Im GPU-Compute-Test, der die Rohleistung der Grafikeinheit über OpenGL misst, erreicht das Gerät 7.757 Punkte. Der Tensor G5 aus dem aktuellen Pixel 10 kam im selben Test auf 4.315 Punkte, das Pixel 11 Pro XL legt damit gut 80 Prozent zu.

Pixel 11 Pro XL
Bild: Geekbench

Für Google ist das ein ordentlicher Sprung, auch wenn er dringend nötig war. Die GPU-Leistung der Tensor-Chips galt seit Jahren als größte Schwachstelle gegenüber Qualcomms Snapdragon-Reihe, gerade beim Gaming und bei rechenintensiven Kamerafunktionen.

Neue GPU von Imagination, aber mit Vulkan-Umweg

Den Leistungsschub verdankt der Tensor G6 einer komplett neuen Grafikeinheit. Statt der PowerVR-D-Series-GPU aus dem Tensor G5 kommt laut Leaks von 9to5Google eine PowerVR C-Series CXTP-48-1536 GPU von Imagination Technologies zum Einsatz, getaktet mit rund 1.286 MHz. Sie läuft allerdings nicht nativ mit OpenGL ES, sondern über ANGLE, eine Übersetzungsschicht, die OpenGL-ES-Aufrufe in Echtzeit in Vulkan umwandelt. Das kostet Leistung, das gemessene Ergebnis dürfte also noch unter dem liegen, was der Chip nativ leisten könnte.

Mehrere Leaker weisen zudem darauf hin, dass die GPU-Architektur selbst schon einige Jahre alt ist und nicht auf dem neuesten Stand von Imaginations Portfolio liegt. Für ein Pro-Modell, das auch Vielspieler und Kreative ansprechen soll, ist das ein Wermutstropfen.

CPU: sieben statt acht Kerne, mehr Single-Core-Punch

Beim Prozessor geht Google einen ungewöhnlichen Weg: Statt der acht Kerne im Tensor G5 setzt der Tensor G6 laut GSMArena auf eine 7-Kern-Konfiguration mit drei Clustern. Ein einzelner Prime-Kern taktet mit 4,11 GHz, dazu kommen vier Performance-Kerne mit 3,38 GHz und zwei Effizienzkerne mit 2,65 GHz.

Im Single-Core-Test von Geekbench 7 erreicht das Pixel 11 Pro XL 2.112 Punkte, gut 7 Prozent mehr als der Tensor G5 mit 1.973 Punkten. Im Multi-Core-Test dreht sich das Bild: Mit 5.196 Punkten liegt der neue Chip rund 12 Prozent hinter dem Tensor G5, der auf 5.872 Punkte kommt. Der Grund dürfte schlicht der fehlende achte Kern sein.

Merkmal Tensor G5 (Pixel 10) Tensor G6 (Pixel 11, Leak)
CPU-Kerne 8 7 (1+4+2)
Prime-Kern-Takt k. A. 4,11 GHz
GPU PowerVR D-Series PowerVR C-Series CXTP-48-1536
Geekbench 7 Single-Core 1.973 2.112
Geekbench 7 Multi-Core 5.872 5.196
Geekbench 7 GPU Compute 4.315 7.757

Werte laut Geekbench-Datenbank und aktuellen Leaks, Stand August 2026. Offizielle Angaben von Google stehen noch aus.

Wie schlägt sich der Tensor G6 gegen Snapdragon und Co.?

Auch mit dem Zuwachs bleibt der Tensor G6 in der GPU-Disziplin klar Zweiter. Qualcomms Snapdragon 8 Elite Gen 5 mit seiner Adreno-840-GPU erzielt in vergleichbaren Compute-Tests etwa die dreifache Punktzahl. Wer also primär auf Spiele-Performance oder maximale GPU-Rohleistung schaut, bekommt mit einem Snapdragon-Flaggschiff nach wie vor mehr fürs Geld.

Das war bei den Tensor-Chips allerdings nie das Kernversprechen. Google baut seine eigenen SoCs seit dem ersten Tensor vor allem für KI- und Kamera-Funktionen wie Magic Eraser, Best Take oder die Live-Übersetzung, weniger für Benchmark-Rekorde. Der GPU-Sprung dürfte im Alltag also vor allem der Bildverarbeitung und neuen Gemini-Funktionen zugutekommen, nicht unbedingt der Framerate im nächsten Mobile-Game.

Launch-Termin: Made by Google startet morgen

Die offizielle Vorstellung des Pixel 11, Pixel 11 Pro, Pixel 11 Pro XL und der Pixel Watch 5 ist für den 12. August 2026 angesetzt. Google veranstaltet sein Made-by-Google-Event in New York, moderiert vom Comedian Trevor Noah, wie wir bereits berichtet haben. Für Deutschland bedeutet die Zeitverschiebung, dass die Keynote erst am späten Abend läuft. Erst kürzlich waren zudem Details zu kleineren Akkus und den finalen Preisen des Pixel 11 Pro XL aufgetaucht.

Neben dem Tensor G6 soll Google bei dem Event auch den Pixel Tag, seinen ersten eigenen Bluetooth-Tracker, sowie neue Kamera- und Softwarefunktionen zeigen. Beim Pixel 11 Pro ist zudem eine RGB-LED im Kamerabalken aufgetaucht, die Kontakten individuelle Leuchtfarben zuweisen kann. Bis zur Keynote bleiben alle Werte in diesem Artikel Leaks, die offizielle Bestätigung gibt es erst morgen.

Fazit

Der Tensor G6 zeigt im Pixel 11 Pro XL ein gemischtes Bild. Die GPU macht einen großen Schritt nach vorn, ohne dabei zum Klassenprimus zu werden. Bei der CPU tauscht Google Multi-Core-Leistung gegen einen schnelleren Einzelkern, was sich im Alltag vor allem bei kurzen, aber intensiven Aufgaben bemerkbar machen dürfte. Ob sich die Kompromisse lohnen, zeigt sich erst mit unabhängigen Tests nach dem Marktstart, der laut aktuellem Stand direkt im Anschluss an das morgige Event beginnen soll.