Poco bringt mit dem F9 Pro und dem F9 Ultra zwei neue Ober-Mittelklasse-Smartphones nach Europa. Laut aktuellen Leaks starten die Modelle ab 799 beziehungsweise 999 Euro und bringen einen Snapdragon 8 Elite Gen 5, ein bis zu 185 Hz schnelles OLED-Display und eine 200-MP-Hauptkamera mit optischem Bildstabilisator mit. Technisch handelt es sich um die europäischen Ableger der chinesischen Redmi-K100-Serie, allerdings mit kleineren Akkus.
Kurz zusammengefasst:
- Poco F9 Pro: ab 799 Euro, 6,59-Zoll-OLED, 6.330-mAh-Akku, 100 Watt Laden
- Poco F9 Ultra: ab 999 Euro, 6,85-Zoll-OLED, 8.050-mAh-Akku, 5-fach optischer Zoom
- Beide mit Snapdragon 8 Elite Gen 5, 185-Hz-Display, IP69 und Bose-Lautsprecher
- Noch kein offizieller Launch-Termin, Angaben stammen aus geleakten Herstellerunterlagen
Poco F9 Pro und F9 Ultra: Rebrand der chinesischen Redmi-K100-Serie
Wer sich beim Blick auf die Datenblätter an die Redmi Note 17 Pro oder andere aktuelle Xiaomi-Modelle erinnert fühlt, liegt nicht ganz falsch: Poco F9 Pro und F9 Ultra sind laut Roland Quandt von WinFuture technisch nahezu identisch mit dem Redmi K100 Pro und K100 Pro Max, die Xiaomi bereits am 11. August 2026 in China vorgestellt hat. Dieses Vorgehen ist bei Poco Tradition: Schon frühere Modelle der F-Reihe waren im Kern umgelabelte Redmi-Flaggschiffe für den internationalen Markt.
Der auffälligste Unterschied zu den chinesischen Originalen betrifft den Akku. Während die K100-Modelle in China mit deutlich größeren Zellen ausgestattet sind, müssen die EU-Versionen mit kleineren Kapazitäten auskommen, offenbar ein Kompromiss aus Zulassungs- oder Kostengründen. Bezahlen sollen Käufer für die abgespeckte Ausstattung trotzdem mehr. WinFuture merkt dazu an, dass selbst ein auf günstige Preise getrimmter Hersteller wie Xiaomi die gestiegenen Speicherkosten am Markt inzwischen nicht mehr vollständig ausgleichen kann. Ein Trend, den man bei so ziemlich jedem Smartphone-Hersteller gerade beobachten kann.
Preise und Verfügbarkeit in Europa
Die europäischen Preise sind laut übereinstimmenden Berichten so gestaffelt:
- Poco F9 Pro (12/256 GB): ab 799 Euro
- Poco F9 Ultra (16/512 GB): ab 999 Euro
Beide Speichervarianten sind nicht erweiterbar, eine microSD-Karte lässt sich also nicht nachrüsten. Einen offiziellen Vorstellungstermin hat Poco bislang nicht bestätigt, laut den vorliegenden Leaks dürfte der Launch aber zeitnah erfolgen, da die chinesischen Schwestermodelle bereits verkauft werden.
Display: Plastic-OLED mit bis zu 185 Hz von TCL CSOT
Beim Bildschirm setzen beide Modelle auf ein Plastic-OLED-Panel mit einer Bildwiederholrate von bis zu 185 Hz. Das Poco F9 Pro misst 6,59 Zoll in QHD-Auflösung, das F9 Ultra kommt mit 6,85 Zoll und 2608 x 1200 Pixeln etwas größer daher. Laut WinFuture hat der chinesische Zulieferer TCL CSOT die Panels eigens für Xiaomi entwickelt, inklusive eigener Materialkompositionen für bessere Bildqualität. Wer schon einmal ein Mittelklasse-Display wie im Redmi Note 15 Pro genutzt hat, darf hier also nochmal einen spürbaren Sprung nach oben erwarten.
Kamera: 200-MP-Hauptsensor mit optischem Zoom
Beide Modelle teilen sich einen Hauptsensor mit rund 200 Megapixeln, Blende F/1.68 und optischem Bildstabilisator (OIS). Bei den übrigen Linsen unterscheiden sich Pro und Ultra jedoch deutlich:
- Das F9 Pro kombiniert den Hauptsensor mit einem 8-MP-Ultraweitwinkel und einer 50-MP-Telelinse mit 3-fachem optischen Zoom (60 mm Brennweite, F/2.0, OIS).
- Das F9 Ultra setzt auf ein deutlich potenteres 50-MP-Ultraweitwinkel sowie eine 50-MP-Telelinse mit 5-fachem optischen Zoom (120 mm Brennweite, F/3.0, OIS) und filmt zudem in 8K bei 30 fps.
Vorne sitzt bei beiden Geräten eine 32-MP-Frontkamera. Das F9 Ultra bekommt außerdem einen LED-Benachrichtigungsring rund um das Kameramodul spendiert, ein Feature, das man sonst eher aus Nothing-Smartphones kennt.
Akku, Laden und Ausstattung
Trotz der im Vergleich zu China kleineren Kapazitäten fallen die Akkus für europäische Verhältnisse immer noch groß aus: 6.330 mAh beim F9 Pro und 8.050 mAh beim F9 Ultra. Geladen wird bei beiden Modellen mit bis zu 100 Watt über USB Power Delivery. Für Wasser- und Staubschutz sorgt eine IP69-Zertifizierung, die auch Hochdruckreiniger und heißes Wasser übersteht. Diesen Schutzgrad kannte man bislang eher von Outdoor-Geräten als von schicken Flaggschiff-Smartphones.
Als Schutzglas kommt Corning Gorilla Glass 7i zum Einsatz, das Gehäuse besteht aus einem Metallrahmen mit glasfaserverstärktem Kunststoff auf der Rückseite. Beide Modelle verfügen zudem über einen eigens abgestimmten Bose-Lautsprecher, der auf der Rückseite neben dem Kameramodul verbaut ist. Farblich stehen Schwarz, Weiß, Grün und Rot zur Wahl.
Poco F9 Pro vs. F9 Ultra im Vergleich
| Spezifikation | Poco F9 Pro | Poco F9 Ultra |
|---|---|---|
| Display | 6,59 Zoll, Plastic-OLED, QHD, bis 185 Hz | 6,85 Zoll, Plastic-OLED, 2608 x 1200 Pixel, bis 185 Hz |
| Prozessor | Snapdragon 8 Elite Gen 5 | Snapdragon 8 Elite Gen 5 |
| RAM / Speicher | 12 oder 16 GB / 256 oder 512 GB | 16 GB / 512 GB |
| Hauptkamera | ~200 MP, F/1.68, OIS | ~200 MP, F/1.68, OIS |
| Ultraweitwinkel | 8 MP | 50 MP |
| Telelinse | 50 MP, 3x optisch, F/2.0, OIS | 50 MP, 5x optisch, F/3.0, OIS |
| Frontkamera | 32 MP | 32 MP |
| Akku | 6.330 mAh | 8.050 mAh |
| Laden | 100 Watt (USB PD) | 100 Watt (USB PD) |
| Schutzklasse | IP69 | IP69 |
| Video | bis 4K/60 fps | bis 8K/30 fps |
| Gewicht | 206 g | 235 g |
| Preis | ab 799 Euro | ab 999 Euro |
Einordnung: Lohnt sich der Wechsel zur F9-Serie?
Auf dem Papier liest sich die F9-Serie wie ein klassisches Poco-Flaggschiff: viel Leistung, große Displays und ein aggressiv wirkendes Kamera-Setup zu einem Preis, der unterhalb der etablierten Top-Modelle von Samsung oder Apple liegt. Wer bislang eher im Bereich der günstigeren Poco-Modelle unterwegs war, bekommt mit F9 Pro und F9 Ultra erstmals waschechte Flaggschiff-Hardware von Poco geboten, inklusive Snapdragon-Topchip und potenter Kamera-Ausstattung.
Gleichzeitig zeigt der Vergleich mit den chinesischen Redmi-K100-Modellen aber auch, dass Poco in Europa Kompromisse eingehen muss: kleinere Akkus bei gleichzeitig höheren Preisen. Ob sich das am Ende lohnt, lässt sich erst nach der offiziellen Vorstellung und einem ausführlichen Test seriös beurteilen. Bis dahin bleiben die genannten Daten Leak-Informationen, die zwar aus einer als zuverlässig geltenden Quelle stammen, aber noch keine offizielle Bestätigung von Poco haben.

