PS5-Jailbreak: Interesse an Raubkopien steigt nach Disc-Aus

Jens Scharfenberg
Jens Scharfenberg · 3 Min. Lesezeit
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Ein PS5-Jailbreak rückt für immer mehr PlayStation-Fans in den Fokus. Grund dafür ist Sonys Ankündigung, ab Januar 2028 keine neuen Spiele mehr auf physischen Discs auszuliefern. Laut einem Bericht von Polygon ist das Suchinteresse rund um PS5-Piraterie seit der Ankündigung spürbar gestiegen – auch bei Nutzern, die ihre Konsole bislang nie modifiziert hätten.

Sony beendet physische PS5-Spiele ab 2028

Sony hat im offiziellen PlayStation Blog bestätigt, dass ab Januar 2028 sämtliche neuen Titel für PlayStation-Konsolen nur noch digital erscheinen. Bereits veröffentlichte Disc-Spiele sind davon nicht betroffen, wie auch heise online berichtet. Käufer sollen Spiele im Handel künftig zwar noch als Box kaufen können, darin liegt dann aber nur noch ein Download-Code statt einer Blu-ray.

Für viele Sammler und Kritiker digitaler Marktplätze ist das ein Alarmsignal. Sie befürchten, langfristig keine Kontrolle mehr über gekaufte Spiele zu haben – ein Thema, das auch beim Teilen von PSN-Accounts und digitalen Käufen immer wieder eine Rolle spielt.

Was ein PS5-Jailbreak technisch ermöglicht

Ein Jailbreak nutzt eine Schwachstelle in der PS5-Hardware oder -Software aus, um eigenen Code einzuschleusen und Sicherheitsmechanismen zu umgehen. Erfolgreich umgesetzt, öffnet das die Tür für Homebrew-Apps, Emulatoren und lokale Backups einiger digitaler Spiele. Ähnliche Schwachstellen wurden in der Vergangenheit bereits mehrfach öffentlich gemacht, etwa bei einer zuvor entdeckten Sicherheitslücke in der PS5-Firmware, die Root-Zugriff auf den Kernel ermöglichte.

Wer eigene Spielstände oder Backups digitaler Käufe lokal sichern möchte, hat dafür im legalen Rahmen ohnehin Optionen – etwa über eine externe Festplatte an der PS5. Ein Jailbreak geht deutlich weiter, bringt aber auch erhebliche Nachteile mit sich: Die Konsole verliert die Verbindung zum PlayStation Network, Mehrspielerfunktionen fallen weg, und der Exploit funktioniert meist nur auf älteren, nicht mehr aktuellen Firmware-Versionen.

Rechtliche Lage: Jailbreak ja, Raubkopie nein

In vielen Ländern, auch in Deutschland, ist ein Jailbreak an sich nicht illegal, solange damit keine urheberrechtlich geschützten Inhalte kopiert oder verbreitet werden. Sobald der Exploit jedoch genutzt wird, um Raubkopien aktueller Spiele zu starten, wird die rechtlich unbedenkliche Grauzone verlassen. Beschaffung, Anfertigung und Verbreitung von Raubkopien sind strafbar und können mit Geld- oder Freiheitsstrafen geahndet werden. Zusätzlich verstößt ein Jailbreak gegen die Nutzungsbedingungen von Sony, was den Garantieanspruch kosten und im schlimmsten Fall zur Sperrung des PSN-Accounts führen kann.

Kritiker der Entwicklung führen dennoch ins Feld, dass Sony erst kürzlich mehr als 550 Filme und Serien aus Nutzerkonten entfernt hat – ein Beispiel dafür, wie wenig Kontrolle Käufer über rein digitale Inhalte tatsächlich behalten.

Fazit: Kein akutes Problem, aber ein wachsender Trend

Aktuell dürfte Sony wegen des gestiegenen Interesses an PS5-Jailbreaks noch nicht in Sorge geraten, da entsprechende Exploits meist nur auf veralteter Firmware laufen und die Installation alles andere als trivial ist. Wer sich für die besten PS5-Spiele interessiert, kommt also weiterhin am offiziellen Kauf kaum vorbei. Bis der Übergang zu rein digitalen PlayStation-Spielen 2028 abgeschlossen ist, dürfte sich an der PS5-Jailbreak-Szene allerdings noch einiges tun – größere Fortschritte bei Exploits gelingen Hackern erfahrungsgemäß erst spät im Lebenszyklus einer Konsole.