PS6 Preis: Warum die nächste PlayStation und Xbox teurer werden als die Steam Machine

Philipp Briel
Philipp Briel · 6 Min. Lesezeit
PlayStation 5 Pro Leak

Der PS6 Preis dürfte nach Einschätzung mehrerer Branchenanalysten deutlich über 1.000 Euro liegen. Schuld daran sind vor allem die stark gestiegenen Kosten für Chips, RAM und Speicher. Auch Microsofts kommende Xbox mit dem Codenamen Project Helix bekommt dieses Problem zu spüren. Den Anlass für die Prognosen liefert ausgerechnet ein Gerät, das gar keine Konsole im klassischen Sinn ist: Valves Steam Machine, deren Preis gerade für lange Gesichter gesorgt hat.

Das Wichtigste in Kürze

  • Analysten rechnen damit, dass PlayStation 6 und die nächste Xbox die 1.000-Euro-Marke überschreiten, sofern die Komponentenpreise hoch bleiben.
  • Valves Steam Machine startet bei 1.039 Euro für das 512-GB-Modell, weil Valve die Hardware bewusst nicht subventioniert.
  • Hauptursache ist die Speicherkrise: Die Nachfrage nach DRAM und NAND aus dem KI-Sektor treibt die Preise nach oben.
  • Ein Release der nächsten Konsolengeneration wird frühestens 2027, möglicherweise erst 2028 erwartet.

Die Steam Machine setzt den Maßstab und der ist hoch

Anfang dieser Woche hat Valve endlich die Preise für seine lang erwartete Steam Machine genannt. Der kompakte Wohnzimmer-PC mit SteamOS kostet 1.039 Euro in der Basisversion mit 512 GB. Wer 2 TB Speicher will, zahlt 1.359 Euro. Im Bundle mit dem neuen Steam Controller landet man bei 1.428 Euro. Reservieren kann man die Konsole über ein Losverfahren, die ersten Bestätigungen sollen ab dem 29. Juni rausgehen.

Spannend ist die Begründung. Valve hatte ursprünglich einen Einstiegspreis von rund 650 Euro angepeilt, das sei aber wegen gestiegener Speicher- und Datenspeicherkosten schlicht nicht mehr machbar gewesen. Damit kostet die Steam Machine grob das Doppelte einer gängigen Wohnzimmerkonsole. Wer wissen will, wie das Gerät technisch aufgebaut ist, findet die Hintergründe in unserem Bericht dazu, dass Valve an einer eigenen Heimkonsole arbeitet.

Kurios: Trotz des hohen Preises zeigten sich viele Analysten eher erleichtert. Mat Piscatella von Circana hatte mit einem noch höheren Preis gerechnet und hält die aufgerufene Summe angesichts der Umstände für angemessen. Emmanuel Rosier von Newzoo sieht im Einstiegspreis vor allem ein Abbild der aktuellen Marktlage bei Komponenten, keine bewusste strategische Positionierung. Aldora-Chef Joost van Dreunen war ohnehin nicht überrascht, weil er den Tausender schon Monate vorher prognostiziert hatte.

Warum der PS6 Preis trotzdem höher liegen dürfte

Hier kommt der eigentlich interessante Teil. Valve subventioniert seine Hardware nicht. Der Listenpreis spiegelt also ziemlich direkt wider, was die verbauten Komponenten gerade kosten. Sony und Microsoft gehen traditionell anders vor: Sie verkaufen die Konsole oft knapp kalkuliert oder mit leichtem Verlust und holen das Geld später über Spiele, Abos und Online-Dienste rein.

Genau dieser Spielraum wird gerade enger. Joost van Dreunen brachte es deutlich auf den Punkt: Bei diesem Tempo könnte die nächste Generation erst 2028 erscheinen, und selbst dann werde der Preis klar über 1.000 Euro liegen. Auch wenn die Basismodelle weiter subventioniert werden, der Druck durch die Materialkosten verschwindet nicht einfach.

Rosier ist etwas optimistischer. Er geht davon aus, dass die Einstiegsvarianten der nächsten Generation weiterhin unter 999 Euro angeboten und subventioniert werden, um Early Adopters einen vergleichsweise günstigen Einstieg zu ermöglichen. Analyst Piers Harding-Rolls betont zudem, dass Sony und Microsoft über die Lieferketten und die Software-Umsätze verfügen, um hohe Hardwarekosten abzufedern. Etwas, das Valve in dieser Form fehlt. Vollständig entkommen werden aber auch die beiden Großen dem Kostendruck nicht.

Was wir über die PlayStation 6 bisher wissen

Konkrete Zahlen zum PS6 Preis nennt Sony offiziell noch nicht. Als wahrscheinlichster Release-Zeitraum gilt 2027, gestützt unter anderem auf Aussagen von Sonys Chef-Konsolenarchitekt Mark Cerny. Beim Chip wird ein semi-custom AMD-SoC erwartet, ähnlich wie schon bei der PS5. Sollten sich die Bauteilpreise bis dahin nicht beruhigen, dürfte das den Endpreis spürbar nach oben treiben.

Gerät Aktueller / erwarteter Preis Status
PlayStation 5 (Slim) ab ca. 555 Euro im Handel
PlayStation 5 Pro ab ca. 829 Euro im Handel
Xbox Series X ab ca. 599 Euro im Handel
Steam Machine (512 GB) 1.039 Euro Vorbestellung
Steam Machine (2 TB) 1.359 Euro Vorbestellung
PlayStation 6 erwartet > 1.000 Euro Gerücht / ~2027
Xbox Project Helix noch offen Gerücht / ~2027

Xbox Project Helix steht vor demselben Problem

Bei Microsoft sieht die Lage ähnlich aus. Die nächste Xbox läuft intern unter dem Codenamen Project Helix und soll Xbox- und PC-Spiele auf einem Gerät vereinen. Als Herzstück gilt ein AMD-Chip mit dem Codenamen Magnus, der Zen-6-Kerne mit einer RDNA-5-Grafik kombiniert. Diese Leistung hat ihren Preis, sowohl beim Stromverbrauch als auch bei den Herstellungskosten. Wir haben die Details zu Strategie und Hardware bereits zusammengefasst, als Microsoft Project Helix offiziell bestätigt hat.

Auch der zeitliche Rahmen passt zur PS6: AMD-Chefin Lisa Su hat als möglichen Starttermin 2027 ins Spiel gebracht. Mehr dazu, was das für den Markt bedeutet, lest ihr in unserem Beitrag zum möglichen Starttermin der nächsten Xbox. Project Helix wird in der Branche bereits als Gerät diskutiert, das eventuell neue Geschäftsmodelle oder zusätzliche Hardwarepartner braucht, um überhaupt zu einem verbraucherfreundlichen Preis erscheinen zu können.

Die eigentliche Ursache: RAMageddon

Warum wird gerade jetzt alles teurer? Der Grund steckt im Speicher. Die Preise für DRAM- und NAND-Bausteine sind massiv gestiegen, weil der KI-Sektor enorme Mengen an Arbeits- und Datenspeicher abgreift. In der Branche kursiert dafür längst der Spitzname RAMageddon. Berichten zufolge sind manche Speicherpreise um bis zu 60 Prozent geklettert.

Das trifft nicht nur Highend-Geräte. Nintendo hat eine Preiserhöhung von 50 Euro für die Nintendo Switch 2 ab dem 1. September 2026 bestätigt. Eine Konsole mit deutlich schwächerer Hardware, die trotzdem von der Speicherknappheit eingeholt wird. Bei PS5 und Xbox Series X zeigt sich der Druck eher indirekt, über schwankende Preise je nach Modell, Region und Bundle. Wer derzeit nach passender Hardware sucht, wirft am besten auch einen Blick auf unsere Empfehlungen für die besten Controller für PC und Konsole.

Häufige Fragen zum PS6 Preis

Wann kommt die PS6 raus?

Einen offiziellen Termin gibt es noch nicht. Branchenüblich wird 2027 als wahrscheinlichster Zeitraum gehandelt, einzelne Analysten halten wegen der Komponentenkosten sogar 2028 für möglich.

Wie viel wird die PlayStation 6 kosten?

Sony hat keinen Preis genannt. Analysten erwarten, dass der PS6 Preis über 1.000 Euro liegt, sofern sich die Speicherpreise nicht deutlich entspannen. Ein subventioniertes Einstiegsmodell unter 999 Euro gilt aber als denkbar.

Warum ist die Steam Machine so teuer?

Valve subventioniert die Hardware nicht und verkauft sie nicht mit Verlust. Der Preis von 1.039 Euro spiegelt daher die tatsächlichen Produktionskosten wider, die durch die Speicherkrise stark gestiegen sind.

Fazit: Der PS6 Preis wird wehtun

Die Steam Machine ist im Grunde eine Vorschau auf das, was uns bei der nächsten Konsolengeneration erwartet. Solange der KI-Boom den Speichermarkt leerräumt, bleibt Hardware teuer, und der PS6 Preis wird das zu spüren bekommen. Sony und Microsoft haben mehr Hebel als Valve, um die Kosten über Software und Abos abzufangen. Die Frage ist nur, wie viel davon am Ende trotzdem beim Käufer landet. Wer mit dem Kauf einer neuen Konsole liebäugelt, sollte sich also schon mal gedanklich auf einen Tausender oder mehr einstellen.