RAM-Preise 2026: ASUS erwartet im dritten Quartal kleinere PC-Preiserhöhungen

Philipp Briel
Philipp Briel · 5 Min. Lesezeit

Kurze Antwort vorweg: Die RAM-Preise 2026 bleiben hoch, aber der größte Schub ist laut ASUS durch. Für das dritte Quartal erwartet der Hersteller bei seinen PCs nur noch eine einstellige Preiserhöhung – also irgendwo zwischen einem und neun Prozent, intern wird mit rund fünf Prozent gerechnet. Das ist weit entfernt von den happigen Sprüngen der ersten Jahreshälfte.

Wer in den letzten Monaten einen neuen Rechner oder Arbeitsspeicher gekauft hat, kennt das Problem. Seit Ende 2025 sind viele PC-Produkte deutlich teurer geworden, getrieben von Engpässen bei Speicher, Prozessoren und SSDs. Jetzt gibt es zumindest einen kleinen Hoffnungsschimmer.

TL;DR: Das Wichtigste in Kürze

  • ASUS erwartet im dritten Quartal 2026 nur noch einstellige PC-Preiserhöhungen, etwa fünf Prozent.
  • Seit dem vierten Quartal 2025 sind einzelne ASUS-Produkte um rund 30 Prozent teurer geworden.
  • Grund für die Entspannung: Die Preise für Speicher und SSDs sind zuletzt etwas zurückgegangen.
  • Die Aussage gilt zunächst nur für den Markt in Taiwan. Für Europa und die USA gibt es keine konkrete Prognose.
  • Analysten rechnen 2026 mit 10 bis 15 Prozent weniger ausgelieferten PCs.

Warum die PC-Preise 2026 überhaupt gestiegen sind

Der Auslöser ist bekannt: der Hunger der KI-Branche nach Speicher. DRAM und NAND-Flash wandern in riesigen Mengen in Rechenzentren, und das lässt für den Consumer-Markt weniger übrig. Die Folge sind höhere Preise quer durch die gesamte Lieferkette. ASUS hatte deshalb bereits zum 5. Januar 2026 offiziell Preisanpassungen angekündigt und dabei direkt auf DRAM und SSDs verwiesen.

Laut ASUS-Manager Liao Yi-hsiang lagen die Preise einzelner Produkte im Mai bereits knapp 30 Prozent über dem Niveau des vierten Quartals 2025. Diese Steigerung verteilt sich über die ersten beiden Quartale des Jahres, in denen jeweils kräftig nachjustiert wurde.

RAM-Preise 2026: Warum die Aufschläge jetzt kleiner ausfallen

Der Grund für die erwartete Beruhigung ist einfach: Die Komponentenpreise haben sich zuletzt leicht nach unten bewegt. Speicher und Festplatten sind etwas günstiger geworden, und ASUS will die Spielräume nicht voll an die Endkundschaft weitergeben. Dahinter steckt auch ein nüchternes Kalkül – ein weiterer großer Aufschlag würde die Schmerzgrenze vieler Käufer überschreiten, und dann kauft schlicht niemand mehr.

Interessant ist die Formulierung des Managers. Sie klingt fast so, als würde ASUS die Preise gern stärker anheben, traut sich aber nicht, weil die Nachfrage schon jetzt schwächelt. Bei einem Blick auf die aktuellen Preise von High-End-Notebooks kann man das nachvollziehen.

Wer ohnehin schon einen funktionierenden Rechner besitzt, fährt im Moment oft besser, wenn er gezielt einzelne Komponenten tauscht, statt komplett neu zu kaufen. Ein RAM-Upgrade ist günstiger und schneller erledigt, als viele denken – wie das geht, zeigen wir im Ratgeber zum RAM-Aufrüsten.

Die Zahlen im Überblick

Zeitraum / Kennzahl Wert
Preisanstieg seit Q4 2025 (einzelne Produkte) rund 30 %
Erwartete Erhöhung in Q3 2026 einstellig, ca. 5 %
Kumulierter Anstieg bis Ende Q3 2026 etwa 35 %
Erwarteter Rückgang der weltweiten PC-Auslieferungen 2026 10 bis 15 %
Umsatzplus ASUS im PC-Geschäft (Jahresvergleich, Q1) 25 %
Anteil Premium-Produkte am PC-Umsatz rund 60 %

Was das für deutsche Käufer bedeutet

Hier kommt der Haken: Die Prognose bezieht sich ausdrücklich auf den taiwanischen Markt. Laut Economic Daily News hat ASUS keine vergleichbare Aussage für andere Regionen gemacht, sodass die Preisentwicklung in Europa und den USA offen bleibt. Wechselkurse, Logistik und lokale Steuern spielen ebenfalls eine Rolle. Eine direkte Eins-zu-eins-Übertragung auf deutsche Preise wäre also voreilig.

Trotzdem ist die Richtung ein gutes Zeichen. Wenn der größte Hersteller signalisiert, dass die heftigen Sprünge vorbei sind, ziehen andere OEMs erfahrungsgemäß nach. Lenovo plant allerdings ab Juli eine weitere Preisrunde, und Acer rechnet ebenfalls nicht mit fallenden Preisen, sondern bestenfalls mit einem langsameren Anstieg. Von echter Entspannung kann also noch keine Rede sein.

Warum ASUS trotzdem gut verdient

Obwohl die Stückzahlen sinken, geht es ASUS finanziell gut. Im ersten Quartal 2026 legte der PC-Umsatz um 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu. Der Grund: teurere Geräte. Hochpreisige Premium-Produkte wie ROG-Gaming-Systeme oder kommerzielle Rechner machen inzwischen rund 60 Prozent des PC-Umsatzes aus. Käufer in diesem Segment sind weniger preisempfindlich, und genau das stützt die Bilanz.

Für den Massenmarkt ist das eine zwiespältige Nachricht. In der Excel-Tabelle der ASUS-Führung sieht alles bestens aus, für die normale Kundschaft eher weniger. Wer ein bezahlbares Mittelklasse-System sucht, spürt die höheren Durchschnittspreise direkt.

Lohnt sich das Warten?

Schwierige Frage. Die Spotmärkte zeigen für Consumer-DRAM und SSDs weiterhin zweistellige Aufschläge, und manche Prognosen sehen echte Entlastung erst 2028. Wer dringend Hardware braucht, sollte nicht auf den großen Preissturz spekulieren – der dürfte vorerst ausbleiben. Wer Zeit hat, kann auf Aktionen und Bundle-Angebote schielen, etwa bei den großen Sale-Events im Jahr.

Eine pauschale Empfehlung gibt es nicht. Bei einem akuten Bedarf, etwa für Arbeit oder Studium, ist Warten selten sinnvoll. Bei einem reinen Wunsch-Upgrade kann sich Geduld dagegen auszahlen. Wer aktuelle Premium-Geräte vergleichen will, findet bei uns die Specs und Preise zum neuen Dell XPS 13 und zum Razer Blade 16 (2026).

Fazit zu den RAM-Preisen 2026

Die RAM-Preise 2026 und die PC-Preise insgesamt bleiben auf hohem Niveau, aber ASUS sieht den steilsten Teil des Anstiegs hinter sich. Eine einstellige Erhöhung im dritten Quartal ist deutlich erträglicher als die 30 Prozent der ersten Jahreshälfte. Endgültige Entwarnung ist das nicht, vor allem weil die Aussage nur für Taiwan gilt und der Speichermarkt weiter angespannt bleibt. Für Käufer heißt das: Bei echtem Bedarf zugreifen, beim Luxus-Upgrade ruhig abwarten.